Öffentliche Ordnung Party-Hotspot Sachsenbrücke: Stadt Leipzig zieht die Zügel an

In den vergangenen Wochen hat sich die Sachsenbrücke in Leipzig zu einem Party-Hotspot entwickelt. Mit teils unschönen Folgen und sogar Straftaten. Vermehrt kam es zu Gewalt, Lärmbelästigung und Vermüllung. Jetzt hat die Stadt Leipzig weitere Maßnahmen erlassen, um mehr Sicherheit in dem Bereich im Clara-Zetkin-Park zu schaffen. Wer mit Verstärkern musizieren will, braucht nun eine Sondergenehmigung. Auch ein Glasflaschenverbot steht im Raum.

Sachsenbrücke
Bildrechte: Moritz Arand

Angesichts der zahlreichen Straftaten, nächtlicher Ruhestörungen und der Vermüllung rund um die Sachsenbrücke, haben die Stadt Leipzig und die Polizei gemeinsame Maßnahmen ergriffen, um die Situation vor Ort besser regulieren zu können. "Die Einsatzkräfte der Polizei und des Ordnungsamtes gehen derzeit mit großem Personalaufgebot gegen die Probleme im Zusammenhang mit nächtlichen Partys im Bereich der Sachsenbrücke vor", erklärt Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal. Es sei nicht verhandelbar, dass die geltenden Regeln und Gesetze eingehalten werden müssen.

Jugendliche genießen die warme Sommernacht auf der Sachsenbrücke in Leipzig
Mit den sinkenden Inzidenzen und steigenden Temperaturen entwickelte sich die Sachsenbrücke in Leipzig zu einer Party-Meile. Bildrechte: Denny Sachse

Sondererlaubnis für Verstärker

Besonders die laute Musik bis in die späten Abendstunden stört Anwohnerinnen und Anwohner. Aus diesem Grund sei das Musizieren auf der Sachsenbrücke demnach nur noch von 10 Uhr bis 13 Uhr und von 15 Uhr bis 22 Uhr gestattet. Wer eine Verstärkeranlage für Musik betreiben will, braucht dafür eine Erlaubnis. Wenn diese nicht vorliegt, kann die Technik beschlagnahmt werden. Illegale Müllentsorgung und öffentliches Urinieren soll der Stadt zufolge zur Anzeige gebracht werden.

Glasflaschenverbot wird diskutiert

Weil rund um die Partymeile auch unzählige Glasscherben für Ärger sorgen, prüft die Stadtverwaltung ein Glasflaschenverbot. Das greife allerdings in die Handlungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger ein und sei an strenge rechtliche Bedingungen gebunden, so die Stadt. Eine Entscheidung steht also noch aus.

Abseits der asphaltierten Wege kann dieser [der Glasbruch/Anm. d. Red.] oft nicht vollständig beräumt werden und stellt so auch tagsüber für Erholungssuchende, Sporttreibende und insbesondere für Kinder eine Verletzungsgefahr dar.

Stadtverwaltung Leipzig

Darüberhinaus erwägt die Stadt, die Sachsenbrücke zu beleuchten, um etwaigen Straftaten, die im Schutz der Dunkelheit begangen werden, vorzubeugen. "Eine mögliche Umsetzung von Beleuchtungslösungen muss in jedem Fall sensibel auf die Natur und die charakteristischen Merkmale der denkmalgeschützten Sachsenbrücke abgestimmt werden", heißt es.

Party-Hotspot mit Konflikpotential

Zuletzt kam es im Bereich der Sachsenbrücke immer wieder zu Straftaten. Mitte Juni attackierte eine Gruppe einen Rettungswagen im Einsatz. Ende Juni kam es zu einem Messerangriff, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Auch die Zahl der Diebstähle steigt im Bereich des Party-Hotspots.

Seitdem die Lage auf der Sachsenbrücke eskalierte, kontrolliert der Stadtordnungsdienst täglich den Bereich der Sachsenbrücke und führt Gespräche mit den Anwesenden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Kräfte der Polizei unterstützten in den Abendstunden und am Wochenende.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 02. Juli 2021 | 18:30 Uhr

10 Kommentare

NochJemand vor 15 Wochen

Was in anderen Städten auch klappt, ist eine Art offizielle Party. Bands engagieren, Eintritt nehmen, Flaschen etc sind verboten, am Eingang muss jeder sich registrieren. Jedes Wochenende von 18h bis 24h, dann ist Rausschmiss.

JanoschausLE vor 15 Wochen

Ja, unsere Stadt ist schön, auch wenn es, schon durch die Größe und die Einwohnerzahl, immer mal wieder zu Problemen kommt. Das Eisenbshnstraßenviertel ist jaa längst nicht der gesamte Osten Leipzigs, hier wurde durch eine andere Politikergeneration vor 30 Jahren der Fehler gemacht, Migranten und Einwanderer dort zentral zu verorten, statt im gesamten Stadtgebiet zu integrieren. Mittlerweile hat es sich aber auch so entwickelt, dass auch deutsche junge Leute abends statt in die karli oder andere Kneipenmeilen nen Ausflug in die Eisenvahnstr. machen, müssen Sie ja nicht tun. Grunau besteht auch nicht nur vom wk 1 rund ums Alle-Center, wo es Probleme gibt. Illegale Partys gehen nun mal auch nicht, dann noch in ner Pandemielage.Wenn Ihnen natürlich Leipzig, auch mit seiner Vielfältigkeit, nicht gefällt,dann ziehen Sie doch aufs Dorf,ins Umland von LE,niemand ist verpflichtet die Stadt auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zuzuschneidern. In einer Großstadt gibt's halt vielfältigere Facetten.

Fakt vor 15 Wochen

@Nie wieder Sklaverei:

Wo lesen Sie denn, dass "Straftaten" reguliert werden sollen? Die "Situation" vor Ort soll durch die Maßnahmen reguliert werden.
Sooo schwer ist der Text doch eigentlich nicht zu verstehen, oder?

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