Immobilien Stadt Leipzig ersteigert Connewitzer Spitze

In Leipzig-Connewitz wird bezahlbarer Wohnraum knapp. Gegen die Gentrifizierung regt sich Widerstand: immer wieder gibt es Demonstrationen, auf Baustellen wurden sogar Bagger angezündet. Nun könnte sich die Situation entspannen. Die Stadt Leipzig hat ein Grundstück in dem Viertel ersteigert und will ein anderes vom Bund kaufen. Das Ziel: Platz schaffen für bezahlbaren Wohnraum und Grünflächen erhalten.

Autos stehen auf einer Brachfläche, die als Parkplatz genutzt wird.
Direkt am Connewitzer Kreuz wird seit Jahren eine Brachfläche als Parkplatz genutzt. Am Donnerstag wurde das 940 Quadratmeter große Grundstück zwangsversteigert. Den Zuschlag erhielt die Stadt. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Die Stadt Leipzig hat am Donnerstag eine Brachfläche am Connewitzer Kreuz ersteigert. Das Grundstück, die sogenannte Connewitzer Spitze, wurde bei einer Zwangsversteigerung für 800.000 Euro erworben.

851 Euro pro Quadratmeter

Die 940 Quadratmeter große Fläche hatte laut Gutachten einen Wert von 640.000 Euro und wird seit Jahren als Parkplatz benutzt. Das Areal zwischen Bornaische Straße und Wolfgang-Heinze-Straße soll künftig als Grünfläche im Quartier erhalten und weiterentwickelt werden. Die entsprechende Sanierungssatzung für das Gebiet Connewitz/Biedermannstraße war erst im März angepasst worden. Eine Wohnbebauung auf dem Grundstück ist somit nicht mehr möglich.

Autos stehen auf einer Brachfläche, die als Parkplatz genutzt wird.
Einer der Grundstücksvorbesitzer wollte auf der Fläche direkt am Connewitzer Kreuz ein Hochhaus mit Studentenwohnungen errichten. Die Pläne scheiterten aber am Widerstand der Stadt. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Baubürgermeister Dienberg: Sicherung von Flächen

Wohnraum soll nach Angaben der Stadt künftig nur wenige hundert Meter vom Connewitzer Kreuz entstehen. In der Wolfgang-Heinze-Straße 29 will sie vom Bund eine etwa 2.500 Quadratmeter große Fläche erwerben. Das sei ein gutes Beispiel für das vorsorgende Flächen- und Liegenschaftsmanagement der Stadt, sagte Baubürgermeister Thomas Dienberg (Bündnis 90/Die Grünen).

Zusätzliche Flächen können hierbei für die Schaffung von bezahlbarem sowie preisgünstigem Wohnraum gesichert werden.

Thomas Dienberg Baubürgermeister Stadt Leipzig

Vergabe mittels Erbbaurecht

Auf dem Grundstück sollen mindestens 32 Wohneinheiten entstehen. Davon sollen mehr als die Hälfte für den sozialen Wohnungsbau sowie für besondere Bedarfsgruppen aus dem Quartier entwickelt werden. Im Rahmen eines Konzeptverfahrens soll das Grundstück mittels Erbbaurecht bereitsgestellt werden. Dabei erhält das am besten bewertete Konzept den Zuschlag und darf umgesetzt werden.

Autos stehen vor einem Grundstück in Leipzig Connewitz.
Dieses Grundstück in der Wolfgang-Heinze-Straße hat sich die Stadt gesichert, der Kauf muss noch von den entsprechenden Gremien abgesegnet werden. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Noch ist das Grundstück im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Bei dem Kaufvorgang nimmt die Stadt Leipzig die Verbilligungsrichtlinie des Bundes in Anspruch, wonach pro geschaffener Sozialwohnung ein Rabatt von 25.000 Euro gewährt wird. Der Grundstückskauf muss allerdings noch durch die städtischen Gremien bestätigt werden.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 06. Mai 2021 | 17:30 Uhr

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