Baudenkmal Zukunft des Leipziger Stadtbades ungewiss

Es war Europas erstes Wellenbad und galt als modernster Wellness-Tempel seiner Zeit: das Leipziger Stadtbad. Baustart für das Jugendstilgebäude war 1913, drei Jahre später wurde es eröffnet. 88 Jahre lang tummelten sich in dem prachtvollen neomaurischen Gebäude die Leipziger. Doch der Zahn der Zeit nagte an dem Gemäuer und 2004 musste es wegen der maroden Bausubstanz geschlossen werden. Seit 2008 kümmerte sich eine Förderstiftung darum, das Denkmal wiederzubeleben. Das Ziel war, einen Investor zu finden. Doch bislang blieben die Bemühungen der Stadt erfolglos. Nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Stadtbad Leipzig
1916 galt das Stadtbad in Leipzig als modernstes Hallenbad Europas. Erbaut im neomaurischen Stil zauberte es eine Atmosphäre aus 1001 Nacht in die Messestadt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Den Luxus des alten Stadtbades in Leipzig spürt man auch heute noch in den großen Hallen mit Rundbögen und Säulen. Doch dem Gebäude geht es schlecht, weiß Thomas Fieberg. Er ist Vorstandsmitglied der Förderstiftung Leipziger Stadtbad und für Bauliches zuständig. Es habe Nässeschäden zum Beispiel im Sauna-Bereich gegeben, so Fieberg. Vor ein paar Jahren sei da auch schon einmal eine Decke heruntergekommen.

Das Gebäude steht sich so langsam kaputt und das müssen wir verhindern.

Thomas Fieberg Förderstiftung Leipziger Stadtbad

Doch Fieberg hat wieder Hoffnung geschöpft. Es komme Bewegung in die Sache. Nachdem die Stadt bisher vergeblich einen Investor für die Immobilie gesucht hat, hofft die Förderstiftung, dass der Stadtrat die Verkaufspläne nun doch endgültig stoppen könnte, um sich dem Bad selbst anzunehmen.

Eutritzscher Straße, Fenster im Erdgeschoss verrammelt, im Vordergrund Bäume, Sonnenschein, Aufnahme Juni 2014.
Einst prachtvoll, heute ein marodes Denkmal: Das Stadtbad von Leipzig. Bildrechte: MDR/Petra Klein

Wiederbelebung erwünscht

Zwei Ideen habe die Stiftung entwickelt, um wieder Leben hinter die Mauern zu bringen, erklärt Vorstandsvorsitzender Dirk Thärichen. Zum einen die Wiederbelebung eines Stadtbades nach ganz modernen Ideen, wo es um das Thema Gesundheitsvorsorge geht. "Und die andere Idee war, daraus einen Veranstaltungsraum zu machen, wo sicherlich auch Büros mit einziehen können, so Thärichen. Aber auch beim zweiten Konzept würde ein Teil als Schwimmhalle erhalten bleiben. Das ist der Stiftung ein Anliegen, denn wo Stadtbad drauf steht, soll auch wieder Stadtbad rein. Den Leipzigerinnen und Leipzigern würde das gefallen. Viele kennen das Bad noch aus Kinderzeiten und würden sich wünschen, dort wieder ihre Bahnen ziehen zu können.

Ich kenne es von innen noch als Kind. Wir sind da oft gewesen. Es sollte auf jeden Fall wieder genutzt werden, weil das ist ein tolles Ambiente.

Leipzigerin

Die Förderstiftung hofft, dass der Stadtrat noch in diesem Jahr die beiden Nutzungsvorschläge prüft und eine Machbarkeitsstudie durchführt. 2022 dann, so der Wunsch, könnte auf dieser Grundlage eine Entscheidung gefällt werden.

Stadtbad Leipzig
Die Sauna im neomaurischen Stil galt als Herzstück des Bades. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/bb/rk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Leipzig | 12. Mai 2021 | 16:30 Uhr

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