Sanierung Leipzig will historisches Stadtbad künftig als Sportstätte betreiben

Seit 17 Jahren schon ist das historische Stadtbad im Zentrum-Nord geschlossen. Schon damals war die Bausubstanz zu marode, um das Gebäude ohne größere Investition weiter als Sportbad nutzen zu können. Deshalb wurden Investoren mit einem ansprechenden Nutzungskonzept gesucht, die die Immobilie wieder nutzbar machen sollten. Doch die Suche blieb erfolglos. Nun will die Stadt einen anderen Weg gehen.

Eutritzscher Straße, Fenster im Erdgeschoss verrammelt, im Vordergrund Bäume, Sonnenschein, Aufnahme Juni 2014.
Seit Jahren schon wird das historische Stadtbad nicht mehr als Badeanstalt genutzt. Ob sich das bald ändert? Bildrechte: MDR/Petra Klein

Die Stadt Leipzig plant nach eigenen Angaben, das historische Stadtbad nahe der Innenstadt künftig wieder als Badeanstalt zu betreiben. Zuvor soll das Bad denkmalgerecht saniert werden. Mit der Ankündigung geht die Stadtverwaltung einen neuen Weg. In den vergangenen Jahren war vergeblich ein Investor für die Immobilie gesucht worden.

Zwei Varianten zur Nutzung vorstellbar

Einer Mitteilung der Stadt zufolge sollen in den kommenden Monaten zwei Nutzungsvarianten näher untersucht werden. Ein Plan sieht vor, sowohl Frauen- als auch Männerschwimmhalle mitsamt Saunalandschaft in Betrieb zu nehmen. Außerdem könnte auch die Sportbäder Leipzig GmbH zentral im Gebäude untergebracht werden. Alternativ sei es auch möglich, nur die Frauenschwimmhalle und den Saunabereich zu öffnen. Weitere Flächen könnten für Büros oder Archive genutzt werden. Beide zur Diskussion stehenden Nutzungsvarianten seien im Austausch mit der Sportbäder Leipzig GmbH sowie der Förderstiftung Leipziger Stadtbad entwickelt worden.

Stadtbad Leipzig
Das Bad ist bekannt für seinen Neomaurischen Stil, der gemischt ist mit Elementen des Jugendstils. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Stadtrat muss entscheiden

Ob das Projekt tatsächlich so umgesetzt werden kann, ist aber noch nicht sicher. Einen Beschluss zur Freigabe von 250.000 Euro als Planungsmittel habe Oberbürgermeister Burkhard Jung auf den Weg gebracht, hieß es. Das sei auf Vorschlag von Baubürgermeister Thomas Dienberg geschehen. Der Stadtrat entscheidet abschließend über die Freigabe der Mittel.

Für die Stadt Leipzig ist das historische Stadtbad von herausragender Bedeutung. Den Verbleib im Besitz der Stadt - unter einem tragfähigen Nutzungskonzept als Schwimmhalle, was sich so viele Leipzigerinnen und Leipziger wünschen - sehe ich deshalb als große Chance an.

Thomas Dienberg Leipzigs Baubürgermeister

Historisches Stadtbad Leipzig

Das Stadtbad wurde zwischen 1913 und 1916 errichtet. Stadtbaurat Otto Wilhelm Scharenberg nutzte damals Elemente aus Jugendstil und dem Maurischen Stil. Es ist das älteste Hallenbad Leipzigs und Baudenkmal. Zur Eröffnung im Juli 1916 war die Anlage eine kleine Sensation und gehörte zu den modernsten Hallenbädern Europas - auch wegen des integrierten Wellenbades. Seit 2004 ist das Bad wegen baulicher Mängel geschlossen.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten aus dem Regionalstudio Leipzig | 21. Juni 2021 | 05:30 Uhr

6 Kommentare

AlexLeipzig vor 5 Wochen

Na endlich, die Stadt übernimmt die Sanierung und den Betrieb. Ein guter Zeitpunkt, die Rettung des Bades an einem sehr heißen Tag mit vollkommen überfüllten Bädern zu verkünden. Hoffentlich geht's nun schnell...

Steinbock vor 5 Wochen

Sehr gute Idee. Das Stadtbad praegte Leipzig und ist ein Kleinod. Geld sollte genug da sein, um so mehr, wenn man endlich mal aufhoeren wuerde, aus rein ideologischen Gruenden dieses zu verbrennen. So verstehe Ich bis heute nicht, warum die Stadt Leipzig teure Ersatzkraftwerke baut, um Fernwaerme aus Lippendorf zeitnah (weit vor 2030) zu ersetzen, obwohl dieses Kraftwerk eines der effizientesten ist, welches aktuell in Betrieb ist.

Steinbock vor 5 Wochen

Sehr gute Idee. Das Stadtbad praegte Leipzig und ist ein Kleinod. Geld sollte genug da sein, um so mehr, wenn man endlich mal aufhoeren wuerde, aus rein ideologischen Gruenden dieses zu verbrennen. So verstehe Ich bis heute nicht, warum die Stadt Leipzig teure Ersatzkraftwerke baut, um Fernwaerme aus Lippendorf zeitnah (weit vor 2030) zu ersetzen, obwohl dieses Kraftwerk eines der effizientesten ist, welches aktuell in Betrieb ist.

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