Prozesslawine Neue Strafkammer am Leipziger Landgericht für Encrochat-Prozess

Den europäischen Justizbehörden ist ein Schlag gegen Rauschgift-Kriminalität gelungen. Sie entschlüsselten deren Kommunikation beim Anbieter Encrochat. Allein am Landgericht Leipzig sind 15 Verfahren anhängig.

Smartphone mit dem Logo des Providers Encrochat
Beim Anbieter Encrochat haben Ermittler die Kommunikation von Rauchgifthändlern entschlüsselt. Bildrechte: MDR/David Kopp

Das Landgericht Leipzig bekommt eine neue große Strafkammer, um kommende Strafverfahren stemmen zu können. Konkret hängt die Erweiterung mit den anstehenden Encrochat-Verfahren zusammen, wie das Gericht mitteilte. Encrochat war ein vermeintlich sicherer Chat-Anbieter, über den Kriminelle bevorzugt kommunizierten. Im Frühjahr vergangenen Jahres war es jedoch französischen Behörden und belgischen Ermittlern gelungen, die Kommunikation von Encrochat-Kunden zu entschlüsseln.

15 Verfahren in Leipzig anhängig

Das führte nach Angaben des Bundeskriminalamtes allein in Deutschland zu mehr als 2.200 Ermittlungsverfahren, vor allem im Bereich der Rauschgiftkriminalität. 15 Verfahren sind zurzeit am Landgericht Leipzig anhängig. Das sächsische Justizministerium hatte laut Angaben des Gerichts personelle Unterstützung zugesichert.

Demnach sind die mit Strafsachen betrauten allgemeinen großen Strafkammern des Landgerichts durch die Encrochat-Verfahren stark belastet, so dass das Präsidium die neue Strafkammer bereits zum 1. Oktober personell vollständig besetzt.

Krypto-Handy Bei Krypto-Handys handelt es sich um zumeist speziell präparierte Smartphones, auf denen ausschließlich eine spezielle App zur verschlüsselten Kommunikation mit anderen Krypto-Handys des gleichen Anbieters installiert ist, unter anderem um die entsprechende Kommunikation abhörsicher zu machen und sich damit einer möglichen Strafverfolgung zu entziehen. (Landeskriminalamt Sachsen)

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