Studie Immer weniger Kastrationen von freilebenden Katzen in Leipzig

Ängstliche Katze
Die Kastration und regelmäßige Prüfung des Gesundheitszustandes von freilebenden Katzen dient dem Tierschutz und dem Gesundheitsschutz der Menschen. Bildrechte: Colourbox.de

Das seit 30 Jahren in Leipzig bestehende Kastrationsprogramm wirkt sich positiv auf die Katzenpopulation aus. Dies geht aus einer Studie hervor, die Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal am Dienstag gemeinsam mit der Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamtes, Dr. Gabriela Leupold, vorgestellt hat.

Seit 1991 knapp 11.000 freilebende Katzen kastriert

Zwischen 1991 und September 2020 wurden insgesamt 10.685 freilebende Katzen kastriert. "Dies dient sowohl dem Tierschutz als auch dem Gesundheitsschutz des Menschen", sagte Leupold MDR SACHSEN. Lange Zeit wurden bis zu 700 Tiere im jährlichen Durchschnitt kastriert. In den vergangenen zwei Jahren sank die Zahl auf etwa 100 pro Jahr. Zusätzlich wurden durch zwei Tierschutzvereine in den Jahren 2016 bis 2019 etwa 400 freilebende Katzen zur Kastration eingefangen.

Die Kastration von Freigängerkatzen zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung bleibt wie die strikte Weiterführung des Kastrationsprogrammes Vorrausetzung für eine stabile Population auf niedrigem Niveau mit guten Gesundheitszustand.

Heiko Rosenthal Umweltbürgermeister der Stadt Leipzig

Bewertung von Gesundheit und Futterstellen

Das Ziel der vorliegenden Studie bestand in der Analyse der Kastrationszahlen bei freilebenden Katzen, der Bewertung des Gesundheitszustandes der Population sowie der Ermittlung von Größe und Struktur der Katzengruppen an ausgewählten Futterstellen.

Im Rahmen der Studie wurden 31 Futterstellen untersucht, an denen bis zu 13 freilebende Katzen gefüttert wurden. Als unkastriert wurden neun Prozent der Katzen eingestuft, bei zwei Drittel war der Status fraglich. 22 Prozent der Tiere zeigten einen optimalen Ernährungszustand, ein Drittel war übergewichtig.

Eine Tierärztin untersucht das Ohr einer Katze
Eine Tierärztin untersucht eine Katze (Symbolbild). Bildrechte: Colourbox.de

Befragung von Katzenhaltern

Außerdem wurden 2.695 Katzenhalter in Leipzig befragt, wie sie ihre Katzen halten und ob diese kastriert seien. Knapp zwei Drittel der Befragten halten ihre Katzen nur in der Wohnung. Die Mehrzahl der gehaltenen Katzen - über 90 Prozent - wurde kastriert, auf vier Prozent der Tiere mit Zugang zum Freien traf dies jedoch nicht zu.

Kein Katzenschutzgebiet notwendig

Letztlich war auch Ziel der Studie herauszufinden, ob die Stadt Leipzig eine Katzenschutzverordnung erlassen muss. Das Tierschutzgesetz ermöglicht es, Katzenschutzgebiete einzurichten, soweit dies zur Verhütung erheblicher Schmerzen, Leiden oder Schäden bei freilebenden Katzen erforderlich ist. Die Voraussetzungen zum Erlass einer solchen Verordnung seien auf Grund der Studienergebnisse nicht gegeben, teilten das Veterinäraufsichtsamt weiter mit.

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 27. Juli 2021 | 18:30 Uhr

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