Studie aus Leipzig Waschbärfleisch als Wildbraten geeignet?

Für die Einen sind sie niedliche und possierliche Tiere. Andere sehen in ihnen Raubtiere, die die heimische Tierwelt gefährden. Die Rede ist vom Waschbär. In Deutschland steht der Raubsäuger aus der Familie der Kleinbären auf der Liste gebietsfremder invasiver Arten und wird aus Artenschutzgründen bejagt. Am Montag hat der Deutsche Jagdverband die Zahlen der in der vergangenen Jagdsaison erlegten Waschbären veröffentlicht. Mehr als 200.000 Waschbären wurden demnach erlegt, so viele wie noch nie zuvor. Und die Jäger schlagen noch etwas vor: Waschbärfleisch als künftiger Bestandteil unserer Speisekarte.

Waschbär im Gras
Waschbären haben in Deutschland keine natürlichen Feinde, daher verbreiten sie sich immer mehr. Bildrechte: MDR/ARD/Christa Köfer

In der vergangenen Jagdsaison 2019/2020 haben deutsche Jäger mehr als 202.000 Waschbären erlegt. 22 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Das teilte der Deutsche Jagdverband (DJV) am Montag mit. In seiner Presseerklärung teilte der DJV zudem mit, dass die aus Nordamerika stammende Art großes Potential habe, um künftig die heimische Wildbretpalette erweitern zu können.

Kaum Keime, keine Salmonellen

Gestützt wird der Speisevorschlag der Jäger von bisher unveröffentlichten Ergebnissen einer Pilotstudie vom Institut für Lebensmittelhygiene der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Dabei wurden fünf frisch erlegte Waschbären aus dem Leipziger Umland von den Wissenschaftlern nach Keimen untersucht.

Demnach war die Keimbelastung des Fleisches teilweise sogar deutlich niedriger als die Grenzwerte für herkömmliche Schlachttiere. Gefährliche Lebensmittelkeime wie Salmonellen oder Listerien ließen sich überhaupt nicht nachweisen.

Waschbär- statt Hirschragout?

Im Süden der USA ist Waschbärfleisch keine Rarität. Nach Angaben des DJV werden in den Südstaaten traditionell "einige tausend Waschbären" pro Jahr verspeist.

Sein Fleisch ist bisher in der deutschen Küche noch wenig bekannt, gilt jedoch bei einigen Jägern als Geheimtipp.

Deutscher Jagdverband

Auch das Fell der Kleinbären lässt sich nach DJV Angaben gut weiterverarbeiten, etwa zu Kleidungsstücken. Es sei biologisch abbaubar und habe eine bessere Ökobilanz als Fleece aus Erdöl.

Quelle: MDR/bb

6 Kommentare

zenkimaus vor 25 Wochen

Felle haben eine bessere Öko Bilanz als Fleece oder der ganze Kunstleder und Kunstfell Mist. Ja klar, doch das verstehen die meisten nicht. Der Waschbär gehört nicht nach Mitteleuropa. Ergo Beschuss bis zum Schluss. Warum nicht auch essen.

bert adorf vor 25 Wochen

Das würde mich auch interressieren. Vermutlich ist schon der Einsatz der Lebendfalle illegal, erst recht jedoch das Töten, auch wenn der Waschbär ein Schädling ist. Wenn man aus Versehen einen Waschbären fängt, weil er sich z.B. in den Keller verläuft, sollte man vielleicht einen Jäger konsultieren.

Reiner Wahnsinn vor 25 Wochen

"ob ich jetzt meinen Sonntagsbraten auch selbst fangen kann"? Sicher nicht, denn dann kaufen Sie ihn ja nicht! Oder was glauben Sie, warum "Containern" verboten ist? (Wird dann sicherlich mit dem Tierschutzblabla begründet)

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