Modellprojekt Leipzig will großflächig Tempo 30 testen

Nachdem der Stadtrat im März grünes Licht für die Erprobung von Tempo 30 in der Leipziger Innenstadt gegeben hat, wird das Modellprojekt jetzt umgesetzt. Nur auf wenigen Hauptverkehrsstraßen soll dann noch die übliche Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde zulässig sein. Neben Leipzig machen sechs weitere Großstädte bei dem Projekt mit. Was erwarten sie sich davon?

Hinweisschild auf eine Tempo 30 in einer Wohnstrasse in Berlin.
Tempo 30 für eine klimaschonendere und sichere Innenstadt: Der Städtetag plant das Modellprojekt in sieben Städten bundeweit. Bildrechte: dpa

Der Weg für Tempo 30-Zonen in der Leipziger Innenstadt ist frei. In einem Pilotprojekt will Leipzig gemeinsam mit sechs anderen deutschen Städten die Geschwindigkeitsbegrenzungen großflächig testen. Das teilte der Deutsche Städtebund mit. Auf Einfallstraßen und Verkehrsadern bleibe es bei der üblichen Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Im März hatte der Stadtrat grünes Licht für die Umsetzung in der Messestadt gegeben.

Wir wollen den Verkehr in den Städten effizienter, klimaschonender und sicherer machen.

Burkhard Jung Oberbürgermeister von Leipzig und Städtetagspräsident

Dafür bräuchten die Städte mehr Entscheidungsspielraum als bisher, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung. "Die Kommunen können am besten entscheiden, welche Geschwindigkeiten in welchen Straßen angemessen sind", meinte er

Beteiligung von sieben Städten

An dem Projekt beteiligen sich neben Leipzig auch Aachen, Augsburg, Freiburg im Breisgau, Hannover, Münster und Ulm. Gemeinsam erarbeite man nun ein Konzept, das dann vom Bundesverkehrsministerium genehmigt werden muss, bevor es auf Leipzigs Straßen zum Praxistest kommen kann. Der Modellversuch soll wissenschaftlich begleitet werden, um Auswirkungen zum Beispiel auf den ÖPNV zu untersuchen und zu bewerten.

"Keine Maßnahme gegen Autofahrer"

Die Leistungsfähigkeit für den Verkehr werde durch Tempo 30 nicht eingeschränkt, die Aufenthaltsqualität dagegen spürbar erhöht, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Städte. Durch die Maßnahmen würde der Verkehrslärm reduziert und die Luftbelastung geringer. Die Städte rechnen auch mit harmonischerem Verkehrsfluss, wenn Geschwindigkeiten angeglichen werden. Nicht das Tempo der Strecke sei dabei relevant, sondern die angepasste Steuerung von Ampeln.

Größe des Testgebiets in Leipzig unklar

Wie groß das Tempo-30- Testgebiet in Leipzig sein wird, steht noch nicht fest: "Hierüber gibt es noch keine Abstimmungen", teilte die Stadt auf Nachfrage von MDR SACHSEN mit. Die Größe müsse ausreichend gewählt werden, dass sie auch etwaige Reisezeitverluste oder Auswirkungen auf das Nebenstraßennetz erkennen ließen.

Die Straßen in Leipziger Wohngebieten, abseits der Hauptverkehrsstraßen, seien bereits fast flächendeckend verkehrsberuhigt, heißt, hier herrscht bereits Tempo 30 oder weniger. Bis Ende 2021 soll der Vorschlag für ein Modellgebiet vorliegen. Die Initiative wird vom Deutschen Städtetag in Berlin unterstützt.

Quelle: MDR/dpa/lt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 06. Juli 2021 | 16:00 Uhr

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