Stiftung "Friedliche Revolution" Leipziger wollen ein Freiheits- und Einheitsdenkmal

Nach der Pleite im ersten Anlauf nehmen in Leipzig neue Vorbereitungen für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal konkrete Formen an. Die Stiftung Friedliche Revolution will nach der Sommerpause einen Vorschlag vorlegen, wie mit möglichst breiter Beteiligung der Bevölkerung die Planungen für ein Denkmal vorangetrieben werden können.

Zum Lichtfest  gestalten tausende Leipziger und Gäste der Stadt eine große "89" aus brennenden Kerzen.
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Neuer Schwung für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig: Die große Mehrheit einer bundesweiten Befragung hält ein Denkmal zur Erinnerung an die Friedliche Revolution von 1989 in der DDR und ihre Folgen für eine gute Idee. Das geht aus einer in Leipzig vorgestellten Umfrage im Auftrag der Leipziger Stiftung Friedliche Revolution hervor. In der Messestadt selbst liegt die Zustimmung demnach bei 79, in den ostdeutschen Bundesländern bei 81 Prozent.

Stiftung: Umfrage ist erster Schritt

Wie Gesine Oltmanns vom Vorstand der Stiftung betont, zeige die Umfrage, welche Bedeutung dem Freiheitswillen der Demonstrierenden auf dem Leipziger Ring für die Friedliche Revolution von 1989 beigemessen wird und wie wichtig ihr Beitrag war.

Der Leipziger Stadtrat hatte die Stiftung im Oktober beauftragt, einen Verfahrensvorschlag auf dem Weg zu einem Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig zu erarbeiten. Dazu sei die Umfrage ein erster Schritt, erklärte Michael Kölsch vom Stiftungsvorstand.

Ringen um Einheitsdenkmal

Leipzig ringt ähnlich wie Berlin seit Jahren um die Errichtung des Denkmals. Grundlage bildet ein Bundestagsbeschluss von 2007, in beiden Städten an die Geschehnisse aus dem Herbst 1989 zu erinnern, die das Ende der Teilung Deutschlands zur Folge hatten. In Leipzig wurden die Pläne nach einem missglückten Architekturwettbewerb bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen 2014 zunächst auf Eis gelegt. Nach einem neuerlichen Bundestagsbeschluss vom Juni 2017 nahm die Debatte wieder Fahrt auf.

Die Stiftung Friedliche Revolution will nach der Sommerpause einen Vorschlag vorlegen, wie mit möglichst breiter Beteiligung der Bevölkerung die Planungen für ein Denkmal vorangetrieben werden können. Diesen "Verfahrensvorschlag" hatte der Stadtrat voriges Jahr bei der Stiftung in Auftrag gegeben. Denkbar seien viele Formen der Bürgerbeteiligung - von einer Webseite bis hin zu Diskussionsrunden, sagte ein Sprecher der Stiftung am Dienstag. Man habe aus der Erfahrung der vorigen Runde gelernt. Nicht die Verwaltung, sondern die Stadtgesellschaft solle die Idee vorantreiben.

Quelle: MDR/sm/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 26.06.2018 | 16:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Leipzig

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