Wirtschaftskooperation Flughafen Leipzig/Halle: Sachsen und Sachsen-Anhalt werben gemeinsam für Standort

Der Flughafen Leipzig/Halle zählt zu den größten Frachtflughäfen in Deutschland. Um in Zukunft noch mehr Unternehmen für eine Ansiedlung in der Region gewinnen zu können, haben die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt zusammen mit dem Flughafen eine Kooperation beschlossen.

Ein Frachtflugzeug steht auf dem Vorfeld der DHL am Flughafen Leipzig / Halle.
Der Flughafen Leipzig/Halle lockt Unternehmen in die Region. Um noch mehr Arbeitsplätze schaffen zu können, werben Sachsen und Sachsen-Anhalt jetzt gemeinsam mit dem Flughafen für den länderübergreifenden Standort. Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Die Mitteldeutsche Flughafen AG und die Wirtschaftsfördergesellschaften von Sachsen und Sachsen-Anhalt haben am Montag eine Kooperationsvereinbarung für drei Jahre geschlossen. Mit der länderübergreifenden Zusammenarbeit soll die Flughafen-Region Leipzig/Halle in Zukunft besser vermarktet werden.

Mitteldeutsche Flughafen AG - Gesellschaften und Aktionäre

Die Mitteldeutschen Flughäfen sind ein Unternehmen mit zwei Airports in Dresden und Leipzig/Halle.

Muttergesellschaft der Flughafen Dresden GmbH und der Flughafen Leipzig/Halle GmbH ist die Mitteldeutsche Flughafen AG, zu der als Tochtergesellschaft auch der Bodenverkehrsdienstleister PortGround GmbH zählt.

Aktionäre der Mitteldeutschen Flughafen AG sind der Freistaat Sachsen (77,29 Prozent), das Land Sachsen-Anhalt (18,54 Prozent) sowie die Städte Leipzig (2,1 Prozent), Dresden (1,87 Prozent) und Halle/Saale (0,2 Prozent).

Quelle: mdf-ag.de

Neue Unternehmen gewinnen und Arbeitsplätze schaffen

Die Region in einem Umkreis von 80 bis 100 Kilometern um den Flughafen soll künftig potenziellen Investoren als "airea - The Airport Region in Central Germany" präsentiert werden. Auftritte auf Messen und Konferenzen wie der Expo Real und der Bio-Europe seien geplant, um neue Unternehmen für eine Ansiedlung zu gewinnen und Arbeitsplätze zu schaffen, hieß es auf einer Pressekonferenz.

Wirtschaftsminister begrüßen Zusammenarbeit

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) begrüßte die engere Zusammenarbeit. "Wir brauchen keine Kleinstaaterei, sondern wir wollen und müssen überregional handeln", sagte Dulig. Die künftige Chipfabrik von Intel in Magdeburg werde auch nach Sachsen ausstrahlen. Auch das Porsche und BMW-Werk sowie die Beiersdorf-Ansiedlung in Leipzig brächten auch Vorteile weit über Halle hinaus.

Wir brauchen keine Kleinstaaterei, sondern wir wollen und müssen überregional handeln.

Martin Dulig Wirtschaftsminister Sachsen (SPD)

Auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) betonte die Bedeutung des Flughafens Leipzig/Halle. Die jüngsten Ansiedlungsentscheidungen des US-Elektronikkonzerns Avnet in Bernburg oder von Intel in Magdeburg seien ohne den Flughafen nicht möglich gewesen.

Entschädigungszahlungen für Kommunen offenbar geplant

Im Zuge des Flughafenausbaus sollen die von steigender Lärmbelastung betroffenen Kommunen Entschädigungen erhalten. Ein Sprecher des sächsischen Finanzministeriums sagte, dass in Vorbereitung des Doppelhaushalts 2023/24 mit Beteiligten gesprochen worden sei. Verbindliche Beschlüsse gebe es aktuell jedoch nicht. Eine Summe wurde nicht genannt.

Einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge, will der Freistaat mehr als 40 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Rund 25 Millionen Euro sollen laut LVZ für den Straßenbau und -erhalt ausgegeben werden. Für weitere 15 bis 20 Millionen Euro soll in Schkeuditz eine neue Schwimmhalle gebaut werden. Ähnliche Ausgleichsprojekte, wie sie in Sachsen diskutiert werden, werde es in Sachsen-Anhalt nicht geben, hieß es aus Kreisen des Verkehrsministeriums in Magdeburg.

Kritik von Anwohnenden und Klimaaktivisten

Die Ausbaupläne sorgen bei den umliegenden Kommunen immer wieder für Kritik. Vor allem wegen der zu erwartenden Zunahme nächtlicher Flüge gibt es von Anwohnenden und Klimaaktivistinnen und -aktivisten erhebliche Widerstände gegen die Ausbaupläne. Bei der Landesdirektion Sachsen sind Tausende Einwendungen eingegangen.

MDR (mar)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 23. Mai 2022 | 14:30 Uhr

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