Kultur- und Kreativzentrum Großes Interesse am Projekt Gleisdreieck in Leipzig

Die Pläne für das Kultur- und Kreativzentrum am Gleisdreieck nehmen Gestalt an. Bis 2023 sollen auf dem 12.000 Quadratmeter großen Areal Proberäume, Clubs und Ateliers entstehen. Am Donnerstag startete das Beteiligungskonzept. Mehr als 170 Teilnehmer interessierten sich für die Pläne der Club- und Kulturinitiative. Viele wollen aktiv mitmachen.

Gleisdreieck Leipzig
Insgesamt rund 12.000 Quadratmeter Fläche sollen mit Leben gefüllt werden. Bildrechte: Club- und Kulturstiftung Leipzig

Das Zentrum am Gleisdreieck soll ein kultureller Hotspot im Leipziger Süden werden. Musik, Kunst und Freizeitmöglichkeiten sollen entstehen, darunter ebenso Räume für Ausstellungen und Jugendarbeit sowie ein Stadtgarten, Sport- und Spielplätze. Dafür stehen rund 4.500 Quadratmeter Außen- und 6.000 Quadratmeter Innenfläche zur Verfügung, die auch von den Veranstaltungsstätten TV Club und Distillery genutzt werden sollen.

Angebot zur Mitgestaltung

Die Entwicklung des Geländes soll so transparent wie möglich und für eine Mitgestaltung offen sein, sagt Steffen Kache, Betreiber der Distillery und Sprecher der Leipziger Club- und Kulturinitiative. Nur so könne man möglichen Bedenken und Schwierigkeiten offen und konstruktiv begegnen. 

Gleisdreieck Leipzig
Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Es geht uns darum, eine gemeinsame Vision für das Gleisdreieck zu entwickeln, wo zum Beispiel sehr viel Grün vorhanden und erhalten werden soll. Es gibt viele Aspekte, die wir in dieses Projekt mit einbringen wollen, die weit über Musik und Kunst hinaus gehen.

Steffen Kache Leipziger Club- und Kulturinitiative

Gemeinsam mit den Anwohnern im Wohngebiet will die Initiative einen soziokulturellen Treffpunkt schaffen. Voraussetzung dafür ist allerdings die Einigung mit den Bewohnern des benachbarten Mehrfamilienhauses und den Nutzern der angrenzenden Kleingartenanlage. Viele Sorgen und Zweifel konnten bei dem ersten Online-Treffen am Donnerstag ausgeräumt werden.

Zufahrtswege in der Diskussion

Die Zufahrtswege werden in Kommunikation mit den Gartenbesitzern geplant, sagt Steffen Kache. "Wir müssen auf jeden Fall den Weg zum Gebäude verbreitern, um einen Rettungsweg zu gewährleisten. Hier ist der Plan, drei Gärten umzusiedeln. Da wollen wir aber auf jeden Fall mit den Leuten reden."

Das Ziel sei, die Gäste über die Brücken von Norden her zu leiten. Der Bau von zwei neuen Brücken würde aber mindestens fünf Jahre dauern, schätzt Kache. Auch eine eigene S-Bahnhaltestelle sei denkbar.

Gleisdreieck Leipzig
Die Zufahrtswege werden von Norden her geplant, um die Anwohner so wenig wie möglich zu belasten. Zwei Brücken und auch eine S-Bahnhaltestelle sind geplant. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Verdrängung als Chance

Hintergrund für die Entwicklung des Projekts Gleisdreieck ist der Umzug der Veranstaltungsstätten TV Club und Distillery. Beide müssen großen Wohnungsbauvorhaben weichen. Der TV Club wird vom Areal des ehemaligen Eutritzscher Freiladebahnhofs verdrängt. Die Distillery muss ihren Standort an der Kurt-Eisner-Straße voraussichtlich im März 2022 aufgeben. Man sei aber mit den Entwicklern des Quartiers am Bayrischen Bahnhof im Gespräch, sagt Kache, und hoffe auf einen Aufschub. "Nächstes Jahr sollen die Erschließungsmaßnahmen beginnen. Das ist auch klar, irgendwann muss es dort losgehen. Wir haben noch ein bisschen die Hoffnung, dass man die Distillery noch ausspart und das Stück erst am Ende schließt."

Baubeginn Anfang 2023

Mit dem Bau am Gleisdreieck könne frühestens Anfang 2023 begonnen werden, so Kache. "Wir wollen schauen, dass das Ganze schrittweise passiert. Wir werden wahrscheinlich nicht alles komplett bauen können, sondern erstmal die Flächen schaffen, damit die Clubs umziehen können." Um Anwohner und Interessierte auf dem Laufenden zu halten und das Projekt weiter zu entwickeln, soll es regelmäßige "Bausonntage" geben. Nächster Schritt soll die Fertigstellung eines Bebauungsplans sein. Dieser soll dann gemeinsam mit den Anwohnern diskutiert werden.

Umbaupläne Ehemaliges Umspannwerk am Gleisdreieck

Das Gleisdreieck soll zum kulturellen Hotspot Leipzigs werden. Bis zur geplanten Eröffnung 2023 ist allerdings noch viel zu tun.

Gleisdreieck Leipzig
Das ehemalige Umspannwerk am Ostende der Arno-Nitzsche-Straße im Stadtteil Marienbrunn. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Gleisdreieck Leipzig
Das ehemalige Umspannwerk am Ostende der Arno-Nitzsche-Straße im Stadtteil Marienbrunn. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Gleisdreieck Leipzig
Zwei große Hallen beherbergen die 6.000 Quadratmeter Innenfläche. Die Größere soll in meherer Büros und Veranstaltungsflächen unterteilt werden. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Gleisdreieck Leipzig
Die zweite Halle – wegen ihren großen Fenstern "Kathedrale" getauft – wird zum Konzertsaal. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Gleisdreieck Leipzig
In den Räumen und Gängen ist noch viel zu tun. Unter anderen muss das komplette Dach erneuert werden. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Gleisdreieck Leipzig
Distillery-Betreiber Steffen Kache ist zuversichtlich, dass das "Gleisdreieck" 2023 eröffnen wird. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Gleisdreieck Leipzig
Autonome hatten das Gebäude zwischen 2016 und 2019 besetzt. Es entstand ein soziokulturelles Zentrum, genannt "Black Triangle". Bildrechte: Club- und Kulturstiftung Leipzig
Gleisdreieck Leipzig
Diese Idee wollen die neuen Eigentümer weitertragen und das "Gleisdreieck" zu einem Ort der Begegnung machen. Bildrechte: Club- und Kulturstiftung Leipzig
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Quelle: MDR/lt

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