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Mit neuen Fahrzeugen und Rettungswachen soll die Reaktionszeit bei Einsätzen verkürzt werden. Bildrechte: dpa

Schneller vor Ort

Leipzig bekommt elf neue Rettungswachen

Stand: 01. Februar 2021, 18:19 Uhr

Der Leipziger Rettungsdienst wird bis 2030 nahezu komplett neu aufgebaut. Neue Wachen, mehr Einsatzfahrzeuge und mehr Personal sind vorgesehen. Dies soll in der Rettungsdienstbereichsplanung der Stadt Leipzig festgeschrieben werden.

Reaktionsdauer unzureichend

Ziel ist es, die vorgeschriebenen zwölf Minuten vom Eingang eines Notrufs bis zum Eintreffen der Hilfskräfte flächendeckend zu erreichen. In der Stadt Leipzig schafft der Rettungsdienst diese Marke im Moment nur in 76 Prozent der Fälle. 95 Prozent seien allerdings die Maßgabe, erklärt Axel Schuh, Leiter der Branddirektion Leipzig, die für die Organisation des Rettungsdienstes verwantwortlich ist. "Es ist bei neun Wachen so, dass wir alleine von der Positionierung im Stadtgebiet nicht da sind, wo viele Einsätze geschehen. Das heißt, wir sind vom Einsatzradius her weit von den Einsatzlasten entfernt."

Wir haben teilweise von der Ausfahrt der Wache an so ungünstige Verkehrsverhältnisse, dass wir lange brauchen, bis wir auf Hauptverkehrsadern sind. Dadurch dauern die Anfahrtszeiten einfach zu lange.

Axel Schuh | Leiter der Branddirektion Leipzig

Bauliche Mängel

Zudem seien in einem Gutachten bei 13 von 14 der aktuellen Leipziger Rettungswachen bauliche Mängel festgestellt worden. Daher sollen bis 2030 insgesamt elf neue Rettungswachen entstehen, die laut Schuh größer werden und einsatzstrategisch besser liegen sollen. "Vier Wachen werden bei den großen Kliniken gebaut. Da sind wir schon mit zwei Kliniken, dem Herzzentrum und dem St. Georg, in Gesprächen und haben auch schon Kooperationsvereinbarungen geschlossen. Für zwei weitere Wachen haben wir bereits Planungsbeschlüsse auf den Weg gebracht", erklärt Axel Schuh.

Nur die Wache am Stadion bleibt erhalten

Auch das Uniklinikum Leipzig und das St.-Elisabeth-Krankenhaus sollen neue Rettungswachen bauen, die die Stadt dann zurückmietet. Weitere sieben Wachen will die Stadt selbst bauen und dann per Ausschreibung an Leistungserbringer wie zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz vergeben. Von den derzeit bestehenden Wachen bliebe dann nur die am Stadion erhalten.

Die geplanten Wachen haben zwischen 15 und 20 Stellplätze und sind so günstig im Stadtgebiet verteilt, dass wir hier mit elf Wachen auskommen.

Axel Schuh | Leiter der Branddirektion Leipzig

Rund fünf Millionen Euro pro Wache

Rund 35 bis 50 Millionen Euro werden voraussichtlich in den nächsten zehn Jahren verbaut, rund drei bis fünf Millionen Euro pro Wache. Mit dem Bau soll Ende des Jahre begonnen werden. Zudem soll weiteres Personal eingestellt und Rettungswagen angeschafft werden. "Wir fahren derzeit ungefähr sechs bis acht Einsätze in acht Stunden", erzählt Enrico Tolle von der Berufsfeuerwehr der Branddirektion Leipzig. "Wenn mehr Rettungswagen zur Verfügung stehen, dann würde diese Einsatzfrequenz wahrscheinlich nach unten gehen."

Schnellere Reaktion durch mehr Einsatzfahrzeuge

Damit wäre mehr Zeit für die Einsatzvor- und -nachbereitung, so Tolle weiter. "Wir müssen das Einsatzfahrzeug regelmäßig saubermachen, desinfizieren, die Geräte checken. Und dafür könnten wir die Zeit dann nutzen." Zudem stünden dann mehr Rettungswagen bereit, um innerhalb der vorgeschriebenen zwölf Minuten am Ziel anzukommen.

Quelle: MDR/rk/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.02.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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