Tierschutz Kleingärtner wollten Waschbären in Leipzig ertränken

Seit mehreren Jahrzehnten fühlt sich der Waschbär auch in Deutschland heimisch. Nisten sie sich bei uns wohnlich unterm Dach ein, können sie auch Schäden anrichten. Da hilft oftmals nur der Jäger, um die Tiere wieder loszuwerden. In Leipzig sind nun auch Kleingärtner gegen den Waschbären vorgegangen, allerdings wenig tierschutzkonform.

Eine Kleingartenanlage in Leipzig-Wahren hat mit einem illegalen Waschbärenfang für Aufmerksamkeit gesorgt. Das Tier war in einer mit Wasser gefüllten Badewanne gefangen worden und sollte in dieser ertrinken. Eine Tierschützerin meldete den Vorfall dem Veterinäramt. Nun ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft, teilte die Stadtverwaltung MDR SACHSEN mit.

Ertränken sei keine Seltenheit

Waschbären ertränken, um sie loszuwerden, sei kein Einzelfall, wie Tiernothilfe-Chefin Katrin Thiemecke erklärt. Auf der Facebook-Seite der Tiernothilfe Leipzig hatte der Verein auf den Vorfall aufmerksam gemacht. "Wir bekommen jedes Jahr aus Gartenanlagen Meldungen. Das Problem ist nur, es traut sich keiner Anzeige zu erstatten. Weil er sich vielleicht nicht mit dem Gartennachbarn anlegen möchte oder weil er Angst hat, dass seine Laube dann brennt", sagt Thiemecke.

Fehlende Annahmestellen für Wildtiere

Wird ein Waschbär gefangen, darf er nicht mehr ausgewildert werden - das ist laut EU-Recht so geregelt, erklärt Thiemecke. Und weil Annahmestellen für die Wildtiere selten sind, könne nur noch der Jäger oder wie in Leipzig auch der Messestadt-Trapper gerufen werden.

Der Leipziger Trapper Martin Matzick hält nichts von der Methode in der Kleingartenanlage. "Die Selbstjustiz kann ich nicht verstehen. Man muss sich nur mal selbst in die Lage versetzen, dass man als kleines ängstliches Tierchen dort in der Falle sitzt und dann noch in ein Wasserfass gestülpt wird", so Matzick.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21. Juni 2021 | 14:23 Uhr

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