Zensus 2022 Wer zählt das Volk in Markkleeberg?

Die berühmteste Volkszählung ist wohl die aus der Bibel, als Maria und Josef nach Bethlehem laufen mussten, um sich zählen zu lassen. Das geht heute einfacher: Es gibt Fragebögen per Post oder Mail. Oder es klingelt jemand an der Tür. In knapp vier Monaten steht der Zensus 2022 steht an. Damit auch alles erfasst werden kann, sind fleißige Helfer gefragt, die als Interviewer die Bürger zu Hause aufsuchen und befragen. Doch das Interesse an dem Job ist noch verhalten, auch in Markkleeberg.

Klingelschilder an einem Mietshaus.
Ab dem 15. Mai startet der Zensus 2022. Dafür werden Freiwillige gesucht, die Bürger interviewen. Doch das Interesse als Befrager zu fungieren, ist noch gering. Auch in Markkleeberg. Bildrechte: IMAGO / Future Image

Die Erhebungsstelle für den Zensus 2022 in Markkleeberg ist eine von 48, die es ab dem 15 Mai in ganz Sachsen geben wird. Noch werden hier keine Fragebögen ausgewertet, noch wird der Ort für die Volkszählung eingerichtet, in eigens dafür angemieteten Büroräumen.

Wer konkret befragt wird, bestimmt das Statistische Landesamt. Zehn Prozent der Bevölkerung werden per Zufallsgenerator ausgewählt, erklärt Michel Kirchhoff, Leiter der Erhebungsstelle in Markkleeberg. Das statistische Landesamt schreibe diese Personen an mit der Information, dass ein Interviewer auf sie zukommen wird und sie zur Auskunft verpflichtet sind, so Kirchhoff.

82 Prozent der Interviewstellen offen

150 Interviewer und Interviewerinnen werden in Markkleeberg gebraucht. 15.000 Fragebögen müssen insgesamt ab dem 15. Mai ausgefüllt werden. Macht für jeden Interviewer 100 Personen, die er oder sie befragen muss. Für die ehrenamtliche Tätigkeit gibt es einmalig 450 Euro Entschädigung plus Fahrtkosten. Aber vorerst sind die Rückmeldungen spärlich. Nur zwölf Freiwillige haben sich in Markkleeberg bislang gemeldet.

Es ist ein Problem, die Interviewer zu gewinnen.

Michel Kirchhoff Leiter Zensusstelle Markkleeberg

Nicht viel anders sieht es gut 14 Kilometer weiter westlich aus. In Markranstädt werden 100 Personen als Interviewer benötigt, zwei haben sich bisher dort freiwillig gemeldet. Markkleebergs Zensusstellenleiter Kirchhoff vermutet, dass vielleicht manche Vorbehalte haben die Daten einzuholen. Seien es Berührungsängste oder die Corona-Pandemie.

Ein wenig drängt die Zeit nun schon, die restlichen Interviewer zu finden. Auch wenn der Zensus 2022 erst am 15. Mai startet, sollen die Freiwilligen für ihre Arbeit schon im März und April geschult werden.

Daten wichtig für Statistik

Erfragt werden beim Zensus Daten zu allgemeinen Themen. Unter anderem nach der Haushaltsgröße, dem Bildungsstand, dem Geschlecht oder dem Familienstand. Die gesammelten Daten fließen dann anonym in die Statistik ein und sind Grundlage für die Arbeit und Planungen der Kommunen. Bis die Städte und Kommunen allerdings auf den neuen Datensatz zurückgreifen können, wird es noch dauern. Erst Ende 2023 liegen die ersten Zensus-Ergebnisse vor.

MDR (bb/syst)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 25. Januar 2022 | 17:50 Uhr

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