Coronafolgen Kosten für Ausbau des Leipziger Zoos steigen

Eingang zum Leipziger Zoo
Eingang zum Leipziger Zoo Bildrechte: MDR/Axel Berger

Der Ausbau des Leipziger Zoos wird noch einmal um mehrere Millionen Euro teurer. Zoo und Stadt bestätigten entsprechende Medienberichte. Nach Angaben des Zoos müssen rund 100 Millionen Euro investiert werden und damit 27,6 Millionen mehr als geplant. Die Steigerung liege vor allem an höheren Baupreisen und zeitlichen Verzögerungen aufgrund der Corona-Pandemie. Der Zoo will einen Großteil der Mehrkosten selbst schultern. Die Stadt soll acht Millionen Euro beisteuern. 2025 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, fünf Jahre später als ursprünglich geplant.

"Zoo der Zukunft"

Der Ausbau ist Teil des Programms "Zoo der Zukunft", das der Leipziger Zoo im Jahr 2000 angeschoben hat. Derzeit laufe die Realisierung des Projekts Feuerland, die Komplettsanierung des Aquariums und Terrariums sowie die Planung der asiatischen Inselwelt. Die Finanzierung wurde mit dem Stadtratsbeschlusses vom 14. Dezember 2016 beschlossen. Durch neue Rahmenbedingungen in den Bereichen Denkmalschutz, zusätzlichen Brand- und Hochwasserschutzmaßnahmen beim Aquarium/Terrarium, sowie anspruchsvolle Bodenverhältnisse im Bereich der neuen Feuerland-Anlage, müssten die Kosten nun angepasst werden, teilte der Zoo mit.

Jörg Junhold
Jörg Junhold, Direktor des Leipziger Zoos Bildrechte: dpa

Die veränderten Rahmenbedingungen erfordern eine Anpassung der Finanzierung als auch des Zeitplanes. Wir möchten weiterhin nachhaltig und solide investieren, um zukunftsfähig zu bleiben und uns zu weiten Teilen selbst finanzieren zu können.

Jörg Junhold Zoodirektor

Kalifornische Seelöwen im Zoo Leipzig neu eingetroffen
Die drei weiblichen, einjährigen Seelöwen sind die ersten Bewohner der neuen Erlebniswelt Südamerika (Feuerland). Sie kamen im Juli 2020 aus dem Tierpark Nürnberg nach Leipzig. Bildrechte: Zoo Leipzig

Zuschuss der Stadt: Jährlich rund 3 Millionen

Unabhängig von den Investitionen beträgt der Zuschuss der Stadt Leipzig an die Zoo Leipzig GmbH bereits seit 2007 jährlich 2,8 Millionen Euro. Ab dem Jahr 2023 werde zudem eine Anhebung des jährlichen Zuschusses auf 3,4 Millionen Euro beantragt, da die Betriebskosten mit Blick auf Futter, Personal und Energie nach Angaben des Zoos stetig gestiegen sind.

Wir sind überzeugt davon, dass das Team um Prof. Junhold auch in dieser schwierigen Gesamtlage verantwortungsbewusst die richtigen Entscheidungen zum Wohle des Zoos und seiner Sogwirkung für die Stadt Leipzig trifft und unterstützen die finanzielle Neuausrichtung des Masterplanes ausdrücklich.

Skadi Jennicke Kulturbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Zoo Leipzig

Öffnung voraussichtlich noch im März

Zoodirektor Jörg Junhold begrüßte die Ankündigung der Ministerkonferenz für eine mögliche Öffnung der zoologischen Gärten ab dem 15. März. Damit werde den Zoos eine Perspektive gegeben. "Das heißt, sie können noch im März öffnen, und damit weit vor Ostern. Das ist das Datum, das für uns als Zoo extrem wichtig ist." Einen genauen Starttermin gebe es noch nicht. Der Zoo will zeitnah über weitere Schritte informieren.

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.03.2021 | 7:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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