Leipziger Suchtbericht 2021 Illegale Drogen bleiben großes Problem

Alkohol und Drogenmissbrauch sind in Leipzig weiterhin ein großes Problem. Der aktuelle Suchtbericht der Messestadt gibt einen Einblick in die Schwerpunktarbeit von Beratungsstellen, Kliniken, Sozialarbeitenden und Ordnungsbehörden.

Die scharfkantigen Kristalle werden geraucht oder geschnieft, dass heißt durch die Nase gezogen.
Crystal Meth gehört zu den Drogen, die Menschen am schnellsten zerstören können. Die Droge hat ein enormes Suchtpotential. Bildrechte: MDR / Axel Hemmerling

Die Stadt Leipzig hat ihren aktuelle Suchtbericht vorgestellt. Demnach hat es in der Messestadt auch im vergangenen Jahr einen hohen Konsum von illegalen Drogen gegeben. So wurden in den Suchtberatungsstellen 1.947 Personen wegen des Gebrauchs illegaler Drogen betreut. Insgesamt seien die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um rund 100 leicht gesunken.

Alkohol und Drogen spielen Hauptrollen

Im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Fälle macht die Zahl der Betreuungen mit illegaler Drogenproblematik mit 44,7 Prozent den größten Anteil aus. Dicht darauf folgt mit 37 Prozent der Anteil an Beratungsterminen im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch. 2020 seien insgesamt rund 1.612 Personen mit einer Alkoholproblematik beraten worden. Auch hier sei die Fallzahl im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken.

Crystal Meth immer beliebter

Bei knapp 40 Prozent der Beratungen in Zusammenhang mit illegalem Drogengebrauch dreht es sich um Abhängkeiten von aufputschenden Mitteln wie Crystal Meth. Die zweitgrößte Gruppe bilden mit knapp 28 Prozent Cannabis-Konsumentinnen und -konsumenten. Opioidabhängige, darunter auch Heroinsüchtige, bilden mit rund 23 Prozent die drittgrößte Gruppe. Auch ihre Zahl ist dem Bericht nach im Vergleich zu 2019 leicht gesunken.

Mehr als 4.000 Beratungstermine 2020

Insgesamt wurden im Jahr 2020 in den acht Suchtberatungsstellen der Stadt 4.356 Termine wahrgenommen, wovon 3.844 Fälle Personen mit eigener Suchtproblematik betreffen und 512 Fälle auf die Angehörigen von Suchterkrankten zurückgehen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Fallgesamtzahl um 364 Fälle verringert. 2019 waren es noch 4.720 Fälle.

Bericht ist interdisziplinär

Der Bericht basiert auf den Daten von Suchtberatungsstellen. Zudem flossen Angaben von Kliniken, Statistiken der Straßensozialarbeit sowie Informationen der Suchtprävention in die Analyse mit ein. Auch Angaben des Ordnungsamtes sowie kriminalstatistische Daten der Polizeidirektionen wurden berücksichtigt.

Aktive Suchthilfe trotz Corona-Pandemie

Nach Informationen der Stadt Leipzig sind die Beratungsangebote der Suchthilfe trotz zahlreicher Einschränkungen während der Corona-Pandemie erreichbar gewesen. Auch die Streetworker des Zentrums für Drogenhilfe seien durchgehend unterwegs, um Menschen zu erreichen. Das Angebot für alkohol- und drogenabhängige Menschen sei mit einem Hilfebus weiter ausgebaut worden.

Quelle: MDR/Dominik Knauft

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport | 02. November 2021 | 13:30 Uhr

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