Erziehung 90 Prozent der Kita-Beschäftigten in Sachsen sind Frauen

90 Prozent der Kita-Beschäftigten in Sachsen sind Frauen. Der Männeranteil der Fachkräfte steigt zwar, die Gewerkschaft GEW würde ihn aber gerne noch höher sehen. Niedrige Löhne und keine Vergütung für die Ausbildung lassen den Job unattraktiv werden - erst Recht bei veralteten Rollenbildern, die vermitteln, der Mann sei für die Ernährung der Familie zuständig.

Erzieher sitzt mit Kindern im Kindergarten auf dem Boden.
Erzieher in Kitas sind in Sachsen noch in der Minderheit. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Der Männeranteil beim Kita-Personal in Sachsen ist in den vergangenen 15 Jahren merklich angestiegen, dennoch bleibt die Betreuung noch überwiegend Frauensache: Im März 2021 arbeiteten knapp 3.900 Männer in den Kindertagesstätten im Freistaat, wie das Kultusministerium auf Anfrage mitteilte. Bei insgesamt 39.900 Fachkräften machte das einen Anteil von rund zehn Prozent aus. Damit war die Zahl deutlich höher als noch im Jahr 2006, als der Männeranteil den Angaben zufolge bei 1,5 Prozent lag.

GEW: Schlechte Bezahlung hält Männer fern

Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist der Männeranteil immer noch zu niedrig. Sachsen sei jedoch im bundesweiten Vergleich immer noch gut aufgestellt. "Das liegt auch daran, dass hier seit 2006 viele Kräfte eingestellt wurden und offensichtlich auch Männer eine Chance für sich gesehen haben", sagte die Landesvorsitzende Uschi Kruse. Tatsächlich waren bundesweit laut dem Fachkräftebarometer Frühe Bildung im Jahr 2020 nur 7,1 Prozent des Kitapersonals Männer.

Um den Männeranteil in sozialen Berufen zu erhöhen, müsste man die Gehälter erhöhen.

Uschi Kruse Vorsitzende der GEW in Sachsen

Der niedrige Anteil habe mit der traditionellen Geschlechtervorstellung zu tun, dass Betreuung Frauensache sei, sagte Kruse. Hinzu komme, dass es immer noch die Vorstellung gebe, dass der Mann als Hauptverdiener seine Familie ernähren müsse. "Um den Männeranteil in sozialen Berufen zu erhöhen, müsste man die Gehälter erhöhen", sagte sie.

Gewerkschaft fordert Vergütung der Ausbildung

Auch die Ausbildung solle vergütet werden, um den Job attraktiver zu machen. "Zurzeit durchlaufen die meisten angehenden Kita-Fachkräfte eine fünfjährige Ausbildung, in der sie kein Geld verdienten. Das ist ein großer Nachteil gegenüber anderen Ausbildungen", so Kruse. Zudem brauche es eine größeres gesellschaftliches Bewusstsein dafür, dass soziale Berufe auch für Männer interessant sind.

MDR (lam)/dpa

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