Neue Rechtslage Wer zahlt die Gebühren für den Immobilien-Makler?

Es war schon lange fällig: Das neu geregelte Gesetz über die Verteilung von Maklerkosten. Seit 23. Dezember 2020 ist es in Kraft. Damit sollen Verkauf und Kauf von Wohnungen und Grundstücken einfacher und rechtssicherer werden. Ob das in der Praxis tatsächlich so ist? MDR SACHSEN-Reporter Jürgen Hahm hat nachgefragt und informiert auch darüber, inwieweit die Vermittlung von Mietwohnungen und Mietimmobilien von dem neuen Gesetz betroffen ist.

Das ist neu im Gesetz seit Ende 2020: Kosten für den Makler dürfen nur noch höchstens zur Hälfte auf den Käufer umgelegt werden. Gerissene Verkäufer rechnen deshalb die Maklergebühr gleich mit in den Kaufpreis hinein, erklärt Eric Lindner, Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Vereins "Haus und Grund" in Leipzig: "Dagegen kann man sich nicht richtig schützen. Eine Auskunftspflicht gibt es gesetzlich nicht. Das Gesetz ist an der Stelle lückenhaft."

Mehr Rechtssicherheit im Immobilienmarkt

Wohnhäuser aus Geldscheinen
Die Provision an den Makler teilen sich Käufer und Verkaufer. Bildrechte: Colourbox.de

Bisher konnten Maklerverträge auch mündlich vereinbart werden. Damit ist jetzt Schluss. Verkäufer, Makler und Käufer gewinnen nun mehr Rechtssicherheit. Eine Gebühr wird aber erst dann fällig, wenn der Kaufvertrag beim Notar abgeschlossen wurde. Das ist keineswegs selbstverständlich, meint Eric Lindner. "Manche Makler halten früher die Hand auf. Das ist unzulässig. Außerdem müssen Verbraucher ordnungsgemäß über ihr Widerrufsrecht belehrt werden", sagt der Rechtsanwalt.

Drahtseilakt: Ein Makler für zwei Parteien

Der Umfang der Provision ist gesetzlich nicht geregelt und folglich uneinheitlich. Mit über sieben Prozent des Kaufpreises gehört Sachsen zu den Spitzenreitern. Neu ist auch, bevor der Käufer seine Hälfte an den Makler zahlt, kann er einen Nachweis verlangen, dass auch der Verkäufer seinen Anteil entrichtet hat. Für Anwalt Eric Lindner ist es zwiespältig, dass ein Makler gleichzeitig für Verkäufer und Käufer tätig werden darf, auch wenn das jetzt unter einer Bedingung möglich ist: "Der Makler kann für beide Parteien arbeiten, wenn er dies klar und deutlich im Vertrag zum Ausdruck bringt und sich zur strengen Neutralität verpflichtet. Das ist mitunter ein Drahtseilakt und bei Lichte betrachtet eigentlich ein Widerspruch."

Was ist eine Maklerprovision?

Ein Immobilienmakler hilft beim Mieten und Vermieten, beim Kauf und Verkauf von Wohnungen und Häusern. Wird ein Immobilienmakler beauftragt, so schließen die beteiligten Parteien einen Maklervertrag ab. Bei erfolgreicher Vermittlung des Objekts erhält der Makler eine Maklerprovision. Das ist sein Lohn - auch Maklercourtage oder Maklergebühren genannt. Die Maklerprovision ist ein erfolgsabhängiges Honorar, das der Makler für seine Tätigkeit erhält.

Wer zahlt den Makler bei Mietwohnungen?

Rotes Aushängeschild "Wohnung zu vermieten" vor einem Mietshaus.
Wenn ein Mieter einen Makler beauftragt, ihm eine Wohnung zu suchen, muss der Mieter auch die Maklerkosten tragen. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Wie wirkt sich die neu geregelte Verteilung der Maklerkosten auf Mieter aus? Gar nicht, sagt Katrin Kroupová vom Mieterverein Dresden, denn bereits seit fünf Jahren gilt das Bestellerprinzip. "Die Grundregel heißt, wer einen Makler beauftragt, der muss auch für dessen Kosten aufkommen", sagt Katrin Kroupová. Folglich ist eine Provision nur dann fällig, wenn der Mieter selbst aktiv wird. "Der Mieter muss die Provision an den Makler immer dann zahlen, wenn er selbst einen Makler beauftragt, eine Wohnung für von ihm festgelegte Bedingungen zu finden, die ganz bestimmten Spezifikationen entspricht. "Das heißt, der Makler muss sich auf die Suche machen und tatsächlich erst solche Wohnungen finden", sagt Katrin Kroupová vom Mieterverein.

Hat der Vermieter einen Makler beauftragt, so darf er die Kosten dafür nicht auf den Mieter abwälzen. Tut er es dennoch und der Mieter zeigt ihn an, wird er bestraft. Katrin Kroupová erläutert dazu ein Beispiel: "Es kann jemandem bis zu 25.000 Euro Bußgeld auferlegt werden, der gegen das Wohnungsvermittlungsgesetz verstößt." Der Mieter hat in diesem Fall drei Jahre Zeit, um sich die unrechtmäßig eingezogenen Maklerkosten zurückzuholen.

Quelle: MDR/jh/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.03.2021 | 10:00 - 13:00 Uhr

3 Kommentare

Matthi vor 6 Wochen

Das die Maklerprovision je nach Makler schon mal 7% betragen kann ist der freien Marktwirtschaft geschuldet. Man darf aber eins nicht vergessen die Grunderwerbsteuer ist in den letzten
10 Jahren in einigen Bundesländern mehrfach gestiegen und beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5% bis 6,5% des Kaufpreises. Also es sind nicht immer die Verkäufer/in und Makler die für die hohen Kaufnebenkosten Sorgen sondern der Staat langt auch ordentlich zu.

Matthi vor 6 Wochen

Das neue Gesetz wird im Imobilienhandel nicht viel bringen. Klar muss jetzt der Verkäufer die Hälfte der Maklerprovision zahlen aber in der Realität wird der Betrag in den Immobilienpreis eingerechnet. Dann kostet die Wohnung/ Haus mehr. Das wiederum erhöht für den Käufer die Grunderwerbsteuer und Notarkosten.

Matthi vor 6 Wochen

Das neue Gesetz bringt nach meiner Einschätzung nichts. Glaubt den wirklich jemand das der Verkäufer einer Imobilie die 50% der Makler Provision bezahlt. Die kosten werden in den Preis der Imobilie eingerechnet, das hat zur Folge das die Immobilienpreise steigen werden und wenn die Steigen steigt auch die Grunderwerbsteuer und die Notarkosten die vom Käufer zu tragen sind. Es kommt schon lange nicht mehr darauf an was die Wohnung, Haus wert ist sondern was am Markt verlangt und Bezahlt wird.

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