Naturschutz Rote Liste der Marienkäfer - 20 Arten in Sachsen gefährdet

Marienkäfer
Der Berg-Marienkäfer steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Bildrechte: LfULG/ Archiv Naturschutz, W.Dietrich

Von den ursprünglich 70 in Sachsen beheimateten Marienkäferarten ist eine Art bereits ausgestorben. Das geht aus einer Mitteilung des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) vom Donnerstag hervor. Das LfULG hat erstmalig eine Rote Liste bedrohter Marienkäferarten veröffentlicht. 20 Arten sind darin als gefährdet eingestuft worden.

Vier Arten stark gefährdet

Bereits ausgestorben ist nach Angaben des Umweltamts der Tannen-Zwergmarienkäfer. Der in Moor- und Sumpfgebieten lebende Siebenpunktige Flachmarienkäfer sei vom Aussterben bedroht. Die wohl bekannteste Art, der Siebenpunkt-Marienkäfer, der im Volksmund als Glücksbringer bekannt ist, sei nicht gefährdet. Vier Arten wurden als stark gefährdet eingestuft, darunter der Zweipunkt-Marienkäfer. Extrem seltene Arten seien unter anderem der Zaunrüben-Marienkäfer und der Schulterfleckige Kurzhorn-Marienkäfer.

Invasive Art

Der ursprünglich für die Blattlausbekämpfung in Gewächshäusern importierte und gezüchtete Asiatische Marienkäfer habe sich in kurzer Zeit in Deutschland ausgebreitet und inzwischen auch Sachsen flächendeckend besiedelt, so das Landesamt. Es werde davon ausgegangen, dass diese invasive Art zum Rückgang einiger heimischer Marienkäferarten beigetragen habe.

Marienkäfer frist läuse
Ursprünglich sollte der Asiatische Marienkäfer Blattläuse in Gewächshäusern bekämpfen. (Archivbild) Bildrechte: imago/Westend61

Verlust von Lebensräumen

Die Hauptursache für den Rückgang der Marienkäferarten bleibe jedoch der Verlust oder die Beeinträchtigung ihrer Lebensräume. Dazu gehören trockenwarme Standorte in Gebüschen sowie Heiden, Moore und andere Feuchtgebiete. Neben der Zerstörung der Lebensräume durch Entwässerung oder Bebauung spielten der Einsatz von Insektiziden und der Stickstoffeintrag eine Rolle, hieß es. Auch das Fehlen von Totholz und Laubschichten in Parks oder Grünanlagen trage zur Zerstörung von Lebensräumen bei.

Rote Liste Rote Listen dokumentieren und bewerten das aktuelle Ausmaß der Gefährdung der biologischen Vielfalt. Die Einstufung in die jeweilige Gefährdungskategorie - von "ungefährdet" bis "ausgestorben/verschollen" - ergibt sich aus dem Rückgang der Populationen oder aus der extremen Seltenheit der Arten. Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Die Rote Liste der Marienkäfer wurde für Sachsen zum ersten Mal erstellt. Sie kann ab sofort kostenfrei bestellt oder im Internet heruntergeladen werden.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.02.2021 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

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