Afrikanische Schweinepest Bauernverband lobt Sachsens Maßnahmen gegen Wildschweinseuche

Ein Schild warnt vor der Schweinepest
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Für Menschen ungefährlich, für sämtliche Schweinerassen hochansteckend und tödlich: Das Vordringen der Afrikanischen Schweinepest bereitet vor allem dem Sächsischen Bauernverband Sorge. Deren Vizepräsident Gunther Zschommler hat die Zusammenarbeit mit dem Land beim Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest allerdings gelobt.

Er sagte dem MDR, das Land habe nach den ersten Funden schnell gehandelt. Bislang seien in Sachsen noch keine Haus- oder Mastschweine mit der Schweinepest infiziert.

Bauernverband fordert Abschuss von Wildschweinen

19.06.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Kaliss: Wildschweine stehen in einem Wildgatter.
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In den Revieren zwischen Bad Muskau und Görlitz dürften die Jäger derzeit den Weihnachtsfrieden der Wildschweine ignorieren. Dass möglichst viele Wildschweine geschossen werden, forderte auch der Sächsische Bauernverband. Zschommler sagte, in gefährdeten Gebieten solten auch Wölfe geschossen werden, weil diese infizierte Schweine fräßen. Das Sozialministerium in Dresden erklärte, dazu gebe es keine gesicherten Erkenntnisse.

Polizei: Unbekannte zerstören Wildzaun in Krauschwitz

Als Präventivmaßnahme hat Sachsen im November begonnen, an der Grenze zu Brandenburg und Polen Wildzäune zu errichten. Wie die Polizei am Sonnabend mitteilte, haben Unbekannte in Krauschwitz Teile des Wildzauns beschädigt. Auf einer Länge von etwa 400 Metern wurden 14 Zaunfelder aufgetrennt oder aufgebogen. Der Sachschaden wird auf rund 500 Euro geschätzt.

Ende Oktober wurde in der Gemeinde Krauschwitz der erste Fall der Tierseuche in Sachsen nachgewiesen. Insgesamt wurden bisher 16 infizierte Schweine im Freistaat registriert.

Quelle: MDR/sm/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.12.2020 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

1 Kommentar

Senta Tangerstedt vor 16 Wochen

"Zschommler sagte, in gefährdeten Gebieten solten auch Wölfe geschossen werden, weil diese infizierte Schweine fräßen."

Herr Zschommler, ebenfalls Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Sächsischen Landesbauernverband e. V., möge sich doch bitte auf der Website des Friedrich-Loeffler-Instituts zur ASP informieren - unter den FAQ steht dort konkret, dass eine Vermehrung des Virus in Wölfen wie in anderen Beutegreifern und Aasfressern NICHT stattfindet und das Virus die Darmpassage auch nicht überlebt.

Ulrich Wotschikowsky am 17.02.2018 darüber, dass Wölfe keine ASP verbreiten: "Das hat das Friedrich-Loeffler-Institut (das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit mit Sitz in Greifswald) jetzt unmissverständlich klar gestellt. Dafür war es höchste Zeit – denn ein paar Querdenker aus dem jagdlichen Umfeld waren schon (und sind immer noch) emsig dabei, den Wolf als möglichen Vektor (Verbreiter) des Virus ins Spiel zu bringen."

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