Freizeit Ahoi - Sportbootschulen haben in Sachsen Hochkonjunktur

Mit dem Motorboot über die glitzernde Wasserfläche, eine Freizeitaktivität die in Sachsen immer beliebter wird. Ob Leipziger Neuseenland, Elbe oder Lausitzer Seenland, die Nachfrage nach Lehrgängen für Bootsführerscheine ist höher als das Angebot. Das hat eine Umfrage unter sächsischen Sportbootschulen ergeben.

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In Sachsen sind Lehrgänge an Sportbootschulen für Motorbootführerscheine stark nachgefragt. Das hat eine Umfrage bei Sportbootschulen ergeben. Zentren des Wassersports sind im Freistaat die Elbe, das Leipziger Neuseenland und das Lausitzer Seenland.

Motorboot beliebter als Segelboote

Seit zwei Jahren habe man voll zu tun und es häufen sich die Anfragen für Lehrgänge für Bootsführerscheine, sagte, Andreas Metzner von der Yachtschule Dresden. Vor allem die 500 bis 600 Euro teure Ausbildung am Motorboot werde stark nachgefragt, so Metzner. Und das, obwohl die wenigsten ein eigenes Boot besitzen oder sich zulegen wollen.

Das braucht einen Liegeplatz und muss unterhalten werden. Es verursacht erhebliche Kosten.

Andreas Metzner Yachtschule Dresden

Wesentlich weniger gefragt sind Segelschein-Lehrgänge. "Auf neun Motorbootführerscheine kommt einer für Segelboote", sagt Metzner. Auch da wird - ähnlich wie bei den Motorbooten - strikt zwischen Binnengewässern, See und Hochsee unterschieden.

Ein Motorboot fährt auf der Elbe bei Bad Schandau,
Lehrgänge für Bootsführerscheine bietet die Yachtschule Dresden an. Motorbootfahren ist dabei besonders beliebt. Bildrechte: imago/Torsten Becker

Freie Liegeplätze im Neuseenland Mangelware

Mangelware an freien Liegeplätzen herrscht an den Seen im Leipziger Süden. Interessenten würden auf eine Warteliste gesetzt, sagt Kay Böhme vom Club Nautique in Leipzig. Denn auch hier nehme die Nachfrage nach Bootsführerscheien zu. Wohl als Folge der Pandemie, von Homeoffice, Kurzarbeit und der Unsicherheit bei der Urlaubsplanung hätten wohl einige die freie Zeit für eine Sportbootausbildung genutzt, mutmaßt Böhme.

Den Trend, einen Motorbootführerschein zu erwerben, bestätigt auch Patrizia Herold, die Chefin von Wassersport-Freizeit-Herold. Viele Menschen blieben während des Urlaubs im Inland und manche mieteten sich dafür sogar ein Hausboot. Möglicherweise sei vor allem der Binnen-Führerschein für Motorboote deswegen besonders gefragt, vermutet Herold. Im Leipziger Neuseenland dürfen jedoch nicht überall Motorboote fahren. "Der Cospudener, der schönste der Seen, ist für Motorboote nicht frei - nur für Segler", sagte Patrizia Herold. Auf den Zwenkauer See dürften hingegen auch Motorboote ihre Runden ziehen.

Segelboote, unterwegs auf dem Leipziger Neuseenland
Im Leipziger Neuseenland dürfen nicht überall Motorboote fahren. Auf dem Cospudener See darf zum Beispiel nur gesegelt werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Warteliste im Lausitzer Seenland lang

Im Lausitzer Seenland sind unter anderem der Senftenberger, der Geierswalder und der Partwitzer See für Motorboote freigegeben. Die drei Seen sind miteinander verbunden. Aber auch dort sind freie Liegeplätze für Boote rar. Es gebe lange Wartelisten, sagt Jens Schuster von der Sportbootschule Ostsachsen in Hoyerswerda. Auch er sieht in der verstärkten Nachfrage nach Bootsführerscheinen einen Trend. "Die Menschen orientieren sich im Urlaub wieder mehr auf heimische Gefilde."

MDR (bb)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 04. April 2022 | 06:00 Uhr

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