Munitionsaffäre Personalwechsel: Neuer Posten für ehemaligen LKA-Chef

Nach dem Munitionsskandal bei der sächsischen Polizei waren zwei LKA-Beamte entlassen worden. Nun gab das Innenministerium in Dresden bekannt, welche Aufgaben sie künftig übernehmen werden.

Munition Pistole 9mm
Bildrechte: imago/Frank Müller

Nach dem Munitionsskandal beim Landeskriminalamt Sachsen soll ein Personalwechsel wieder Vertrauen schaffen. Der frühere LKA-Chef Petric Kleine übernimmt eine Leitungsfunktion im Landespolizeipräsidium, der ehemalige LKA-Abteilungsleiter Sven Mewes wechselt als Chef des Führungsstabs in die Polizeidirektion Görlitz.

Der personelle Neustart sei notwendig, um "das Vertrauen in die für die Kriminalitätsbekämpfung zentrale Behörde und ihre Führung wiederherzustellen", sagte die Sprecherin des Innenministeriums, Silvaine Reiche, in Dresden. "Zudem werden externe und unabhängige Experten unter anderem untersuchen, ob und welche Umstände in der Organisation, Führung und Dienstaufsicht der Spezialkräfte diese Verfehlungen begünstigt haben."

Nachfolge von Penzel geklärt

Die neue Chefin der Polizeidirektion Chemnitz Sonja Penzel
Neue Präsidentin des LKA, Sonja Penzel Bildrechte: Sächsisches Staatsministerium des Innern

Bereits in der Vorwoche hatte das Ministerium mitgeteilt, dass die bisherige Leiterin der Polizeidirektion Chemnitz, Sonja Penzel, neue Präsidentin des Landeskriminalamtes wird. Sie tritt dieses Amt am 1. Mai an. Nun stehen weitere Personalien fest: Penzels Stelle in Chemnitz soll am 1. Juli Carsten Kaempf übernehmen. Er war bisher Rektor der Hochschule der Sächsischen Polizei. Diese Funktion werde neu ausgeschrieben, hieß es.

Ermittlungen gegen mehrere MEK-Beamte

Hintergrund des Personalwechsels sind Ermittlungen gegen 17 Beamte des Mobilen Einsatzkommandos Dresden wegen Diebstahls beziehungsweise Beihilfe zum Diebstahl, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Bestechlichkeit. Die vier Hauptbeschuldigten - der Kommandoführer und drei Schießtrainer - stehen im Verdacht, im November 2018 mindestens 7.000 Schuss Munition aus Beständen der sächsischen Polizei entwendet zu haben. Die Munition soll als Bezahlung für ein Schießtraining auf einer privaten Schießanlage in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) gedient haben. Für das Training gab es keine Erlaubnis. Es werden auch mögliche Kontakte der Beamten ins rechtsextreme Milieu untersucht.

Quelle: MDR/dpa/sl

Dieses Thema im Programm: 15. April 2021 | 06:00 Uhr

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