Nothilfe Feuerwehr und Seelsorger aus Sachsen helfen im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz

Seit Tagen beräumen Unwetteropfer in Rheinland-Pfalz ihre zerstörten Existenzen - unterstützt von freiwilligen Helfern. Am Montag haben sich Feuerwehrleute und Seelsorger aus Sachsen auf den Weg in die Katastophengebiete gemacht, um ihre professionelle Hilfe anzubieten. Dabei geht es auch im Trauerarbeit, denn mehr als 160 Menschen sind im Westen Deutschlands bei den Unwettern ums Leben gekommen. Noch immer werden Bewohner vermisst.

Anwohner laufen in der Innenstadt von Ahrweiler durch Unrat und aufgetürmte Einrichtungsgegenstände aus den zerstörten Häusern und Wohnungen
Ahrweiler ist vom Flüsschen Ahr verwüstet worden - Menschen aus ganz Deutschland und dem Ausland helfen beim Aufräumen, auch Sachsen sind dabei. Bildrechte: dpa

Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands schicken sächsische Hilfsorganisationen aus dem Landkreis Meißen Helfer in betroffene Gebiete. Unter anderem sind am Montag sechs Einsatzkräfte der Krisenintervention und Notfallseelsorge auf den Weg nach Rheinland-Pfalz, teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit. Vor Ort sollen sie Betroffenen zur Seite stehen. "Wir wissen noch nicht genau, welche Situationen und Eindrücke uns vor Ort erwarten. Dennoch sind wir sehr gewiss, dass in einer derartigen Katastrophe der seelische Beistand für die unzähligen Betroffenen nicht zu kurz kommen darf", sagte Teamleiter Innocent Töpper.

Es bestehe hohe Gefahr einer schwerwiegenden Traumatisierung der Betroffenen. Insgesamt wollen 50 Helferinnen und Helfern von DRK und Diakonie aus Sachsen im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz ihre Unterstützung anbieten.

Feuerwehr Leipzig schickt 60 Einsatzkräfte

Auch die Leipziger Feuerwehr leistet Hilfe: Mit zwei Löschzügen und rund 60 Einsatzkräften, darunter eine medizinische Task-Force, hat sie sich auf den Weg in die Eifel gemacht. Die Arbeit der Feuerwehrleute soll von der Einsatzzentrale am Nürburgring aus koordiniert werden, sagte der Leiter der Branddirektion Axel Schuh. Der Einsatz sei zunächst auf 72 Stunden ausgelegt. Zugleich bittet Schuh die Leipziger darum, keine Sachspenden für die Hochwasseropfer mehr bei der Branddirektion abzugeben. Sie könnten von Sachsen aus nicht verteilt werden.

Blick auf die Gemeinde Schuld am Tag nach der Hochwasserkatastrophe.
In Schuld an der Ahr sind Häuser eingestürzt, Betroffene benötigen auch seelsorgerische Hilfe. Bildrechte: dpa

Diakonie sammelt Geld

In der vergangenen Woche hatten schwere Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Landstriche verwüstet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten und Häuser weggespült. Bis Montag war die Zahl der bestätigten Todesopfer auf fast 160 gestiegen.

Die Diakonie Sachsen rief zum Spenden für die vom Hochwasser betroffenen Menschen auf. "Es ist unfassbar, wie viel Tod und Zerstörung die Fluten in den Katastrophengebieten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gebracht haben", so Diakonie-Chef Dietrich Bauer. Die Flutkatastrophen 2002 und 2013 in Sachsen hätten gezeigt, wie wichtig Hilfe von außen sei. Unter dem Motto "Sachsen hilft" hatte der Freistaat und Wohlfahrtsverbände in der vergangenen Woche ein Spendenkonto eingerichtet.

Schwere Schäden in Bayern - Behinderungen in Sachsen

Auch in Sachsen haben am Sonnabend heftige Regenfälle für Überflutungen gesorgt. Allerdings waren die Auswirkungen in der Sächsischen Schweiz und in der Oberlausitz im Vergleich zu Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gering. Verletzte gab es keine.

Die Bob- und Rodelbahn in Königssee ist durch durch Schutt und Geröll völlig zerstört.
Im bayerischen Königssee hat ein Murenabgang die Bob- und Rodelbahn verwüstet. Bildrechte: dpa

Schwerer betroffen war die Region ums Berchtesgadener Land in Bayern, wo unter anderem die Bob- und Rodelbahn in Königssee verwüstet wurde.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 19. Juli 2021 | 19:00 Uhr

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