Abstimmung Vodafone erhält Negativpreis "Prellbock" von Verbraucherzentrale Sachsen

Alle zwei Jahre können die sächsischen Verbraucherinnen und Verbraucher darüber abstimmen, wer den Negativpreis "Prellbock" der Verbraucherschützer erhält. In diesem Jahr geht er an ein Telekommunikationsunternehmen.

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Der Negativpreis "Prellbock" der sächsischen Verbraucherzentrale geht in diesem Jahr an die Vodafone Deutschland GmbH. In einer Online-Abstimmung, an der sich mehr als 2.700 Verbraucherinnen und Verbraucher beteiligten, setzte sich der Telekommunikationsanbieter gegen Voxenergie, Primastrom und die Sparkassen Zwickau und Vogtland durch. Nach Angaben der Verbraucherschützer erhielt das Unternehmen mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen.

Für Andreas Eichhorst, den Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen, ist das kaum verwunderlich. Vodafone sei ein Dauerbrenner in der Rechtsberatung. Probleme mit den Verträgen des Anbieters gehörten zum Alltag der Verbraucherschützer.

Fast immer können wir aber den betroffenen Kundinnen und Kunden helfen. Wir können gemeinsam ihr Geld und ihre Rechte bei Vodafone einfordern und haben oft die Erfahrung gemacht, dass der Anbieter einlenkt, wenn sich die Verbraucherzentrale meldet und den Vorgang übernimmt.

Andreas Eichhorst Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen wird als großes Ärgernis der Kunden der schleppende und mangelhafte Kundenservice angegeben. In einem Beispiel erfolgte demnach bei einem bereits beendeten Vertrag wochenlang keine Rückerstattung an den Verbraucher. Außerdem führte ein laut Verbraucherzentrale untergeschobener Vertrag nach Wochen der Mahnflut sogar zu einem Inkassoverfahren. Zudem sehen es die Verbraucherschützer kritisch, dass Vodafone mit windigen Vermittlern zulasten der Transparenz zusammenarbeitet.

Der Prellbock wird seit 2013 alle zwei Jahre von der Verbraucherzentrale Sachsen vergeben. Er ist der Negativpreis der Verbraucher und Verbraucherinnen. Gegen das Gewinnerunternehmen leitet die Verbraucherzentrale Sachsen rechtliche Schritte ein, um die Interessen Verbraucher und Verbraucherinnen durchzusetzen.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 07. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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