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Campingkocher und Wasserfilter sind häufig zu Beginn der Outdoor-Saison gefragt. Bildrechte: IMAGO / Jochen Tack

KrisenvorsrogeBisher kein Run auf Notfall-Güter in Mitteldeutschland

von Hanna Lohoff, MDR AKTUELL

Stand: 02. März 2022, 10:35 Uhr

Dem Online-Vergleichsportal Idealo zufolge hat der Verkauf von Ausrüstung wie Wasserfiltern oder Gaskochern seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine angezogen. Auch in Outdoorgeschäften in Sachsen macht sich das bemerkbar – wenn auch nur in geringem Ausmaß.

  • In Sachsen ist das Interesse an bestimmten Ausrüstungsgegenständen wie Solarpanels und Wasserfiltern leicht gestiegen.
  • Die Nachfrage nach Campingkochern kann auf den Start der Outdoor-Saison zurückgeführt werden.
  • Supermärkte verzeichnen bisher keine Panik-Käufe.

Im Outdoor-Geschäft Tapir in der Leipziger Innenstadt ist es ruhig. Vorbei an bunten Zelten, Luftmatratzen und Kleiderständern schlendern am Dienstagmittag nur eine Handvoll Kundinnen und Kunden. Keine Spur von einem Run auf Ausrüstungsgegenstände wie Gaskocher oder Wasserfilter. Die Regale sind noch gut gefüllt.

Teils höheres Interesse an Solarpanels und Wasserfiltern

Einen Effekt des Kriegs in der Ukraine kann Mitarbeiter Gabriel Koraus dennoch feststellen. Der Bedarf an solchen Gegenständen sei vor allem online deutlich gestiegen. Beispielsweise gebe es Bestellungen von Wasserfiltern, die normalerweise nur einmal im Monat geordert würden. Außerdem gebe es viele Beratungsanfragen zu Solarpanels, beobachtet Koraus: "Da fällt auf, dass die Leute sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben und jetzt kommen sie ad hoc zum Einmarsch Russlands im Prinzip zu uns in den Laden und wollen wissen, was ein Solarpanel ist." Der Preis schrecke die meisten dann aber doch ab, sagt Koraus.

Die Angst vor einem Versorgungsengpass, also, dass es plötzlich keinen Strom oder kein Wasser mehr gibt, beunruhigt einige Kundinnen und Kunden, wie eine kleine Umfrage in der Leipziger Innenstadt ergibt. Eine Frau sagt, sie habe zwar noch keine Wasserfilter gekauft, könne den Gedanken aber nachvollziehen – man sei ja abhängig von Strom und Wasser.

Campingkocher sind zu Saisonstart gefragt

Im Kaufverhalten scheint sich diese Angst aber noch nicht so stark bemerkbar zu machen, sagt der Inhaber des Outdoor-Ladens "Die Hütte" in Dresden, Thilo Wenig: "Wir haben keinen erhöhten Bedarf oder merken, dass Wasserfilter oder Kocher mehr als im letzten Jahr um diese Zeit gekauft werden. Die Saison ist jetzt losgegangen. Die Leute haben wieder Lust, sich draußen zu bewegen, draußen etwas zu machen und campen zu gehen."

Dass Campingkocher und Wasserfilter zu Beginn der Saison gefragt sind, sei ganz normal. Thilo Wenig sagt, er denke nicht, dass die Menschen wegen des Kriegs in Panik verfallen und sich deshalb mit Ausrüstung eindecken: "Wir haben hin und wieder ältere Kundinnen und Kunden, die Angst haben, dass der Strom wegfällt und sie ihren Kaffee nicht mehr kochen können. Aber das ist nicht die Regel. Das sind keine Zahlen, wo wir sagen, wir müssen jetzt dringend unseren Warenbestand aufstocken. Ich sage immer: Leute, lasst euch nicht verrückt machen. Noch sind wir nicht am Ende der Welt."

Supermärkte: Keine Panik-Käufe erkennbar

Auch die Supermärkte scheinen von Hamsterkäufen weit entfernt. Wie die Konsumgenossenschaft aus Leipzig mitteilt, gibt es seit dem Angriff auf die Ukraine keine erhöhte Nachfrage nach bestimmten Produkten in den Märkten.

Auch beim Handelsverband Sachsen sind Geschäftsführer Gunther Engelmann-Merkel zufolge keine Panik-Käufe erkennbar. Wenn die Verkaufszahlen stiegen, dann, weil die Bevölkerung helfen wolle und Produkte für die Menschen in der Ukraine kaufe, sagt der Geschäftsführer.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 02. März 2022 | 06:23 Uhr