Nach Landtagswahl Sachsen-Anhalt Rückenwind für die sächsische CDU

MDR-Volontär 2019/2021 Robin Hartmann
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2017 war ein gutes Jahr für die AfD Sachsen und zugleich eine Enttäuschung für die CDU. Auch bei der Bundestagswahl in diesem Jahr rechnen Umfrageinstitute mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen in Sachsen zwischen den Parteien. Die CDU will sich weiterhin klar von der AfD abgrenzen und hofft, dass das gute Wahlergebnis der CDU in Sachsen-Anhalt auch im Freistaat für Rückenwind sorgt.

Michael Kretschmer (CDU, l.), Ministerpräsident von Sachsen, und Roland Wöller (CDU), Innenminister von Sachsen, sprechen vor der Sitzung des Sächsischen Landtages im Plenarsaal miteinander und tragen dabei Masken.
Ministerpräsident Michael Kretschmer und Innenminister Roland Wöller sind zwei der Köpfe der sächsischen CDU. Bildrechte: dpa

Christiane Schulz ist für die CDU Görlitz aktiv und war erleichtert, als sie die erste Hochrechnung aus Sachsen-Anhalt gehört hatte: "Ich hätte es anders erwartet aufgrund der Medienberichterstattung. Ich war sehr positiv überrascht und hab mich gefreut, dass es tatsächlich so stabil ist und dass die Mehrheit für das weiter mit Reiner Haseloff ist und dass es eine demokratische Partei ist, die die Regierung stellt."

Auch wenn Schulz weit von der Grenze zu Sachsen-Anhalt entfernt lebt, hat sie die Wahl im Nachbarland genau verfolgt. Er hat bei der vergangenen Bundes- und Landtagswahl jeweils miterleben müssen, wie die AfD die Direktmandate in der langjährigen CDU-Hochburg Görlitz übernahm. Sie ist nach der Wahl in Sachsen-Anhalt positiv gestimmt für die Bundestagswahl: "Ich glaube, dass es einen Rückenwind gibt, dass es ein Aufschwung ist, dass es Mut macht und Hoffnung gibt. Es ist aber natürlich auch nicht alles plötzlich Friede, Freude, dass man einfach nur aufsteht und zur Wahl geht und alles ist gut. Ich denke, deswegen lösen sich nicht plötzlich Themen in Luft auf."

Politikwissenschaftler: CDU in Sachsen-Anhalt nimmt Probleme der Ostdeutschen ernst

Der Dresdner Politikwissenschaftler Professor Hans Vorländer sieht Aspekte im Wahlkampf von Reiner Haseloff, die die CDU in Sachsen wieder stärken könnten – auch gegenüber der AfD: "Er hat deutlich gemacht, dass er eine Brandmauer zieht und er nimmt die Gefühle des Zurückgesetzt-Seins der Ostdeutschen ernst, macht ihnen aber gleichzeitig wieder Mut und gibt ihnen neues Selbstbewusstsein. Und das – die Brandmauer und die Aufnahme eines spezifisch ostdeutschen Identitätsdiskurses – hat ihn ganz stark werden lassen."

Diese Identitätspolitik zöge aber vor allem bei einer Landtagswahl – diese seien nicht mit Bundestagswahlen gleichzusetzen. Deshalb könne es in Sachsen-Anhalt bei der Wahl im Herbst auch ein anderes Ergebnis geben. Ähnliches wäre es auch schon der CDU in Sachsen ergangen, erinnert Vorländer: "Dort war bei der Bundestagswahl die AfD stärker geworden als die CDU. Im Jahr 2017 und im Jahr 2019 bei der Landtagswahl hat die CDU mit einem starken Ministerpräsidenten dann doch wieder das Prä gehabt gegenüber der AfD."

Abgrenzung der CDU von der AfD

Trotzdem übernehme die sächsische CDU einen zentralen Punkt der letzten Landtagswahlen in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit in ihren eigenen Wahlkampf, sagt Generalsekretär Alexander Dierks: "Die CDU Sachsen steht unverrückbar und glasklar. Es wird mit uns keine Zusammenarbeit mit der AfD geben, so sind wir 2019 in die Landtagswahl gegangen und das gilt unverrückbar und unverändert fort."

Ob dieses Wahlversprechen der sächsischen CDU ebensolche Erfolge wie Reiner Haseloff beschert, werden letztlich die Wählerinnen und Wähler entscheiden bei der Bundestagswahl im Herbst.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Juni 2021 | 07:12 Uhr

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