Bundestagswahl 2021 Darum ist die sächsische Ministerin Klepsch in Laschets Zukunftsteam

Robin Hartmann
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Mit einem Zukunftsteam will CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet die Umfragewerte für seine Partei wieder verbessern. Darunter sind mehr oder weniger bekannte Unionsexperten, zum Beispiel soll Friedrich Merz bei Fragen zu Wirtschaft und CSU-Politikerin Dorothee Bär zu Digitalisierung beraten. Überraschend auch dabei: Sachsens Ministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch. Warum hat sich Laschet für sie entschieden?

Barbara Klepsch, 2019
Mit Barbara Klepsch ist auch eine sächsische Ministerin in Laschets Wahlkampfteam. Bildrechte: dpa

Die Frau aus Annaberg-Buchholz ist wahrlich keine Senkrecht-Starterin in der Politik. Barbara Klepsch leitete die Finanzen des Kreiskrankenhauses Annaberg, bevor sie als Kämmerin ins Rathaus ihrer Heimatstadt wechselte. 2001 wurde sie Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz.

Aus dieser Zeit kennt sie der langjährige Landesminister und politische Weggefährte Steffen Flath noch. Schon damals sei sie weniger durch große Reden und mehr durch überlegtes Handeln aufgefallen: "Es ist eigentlich so typisch erzgebirgisch, ich würde auch sagen typisch sächsisch, nicht so auf den Pudding zu hauen, nicht so große Sprüche zu machen, sondern die Dinge durchzudenken, mit Leuten zu kommunizieren, Rat einzuholen."

Kompetenzen durch Erfahrung in der Kommunalpolitik

Nach 13 Jahren als Bürgermeisterin wurde sie 2014 von Ministerpräsident Stanislav Tillich in die Landesregierung geholt. Erst als Sozialministerin und aktuell als Ministerin für Kultur und Tourismus ist sie eine der eher unauffälligeren Kabinettsmitglieder in Sachsen.

Für Steffen Flath ist sie dennoch eine gute Wahl in Laschets Zukunftsteam: "Sie hat die Kompetenz, dass sie Politik von der kommunalen Seite her erlernt hat." Andere, die vielleicht direkt vom Studium in den Bundestag und dann in ein Ministeramt gekommen seien, wüssten gar nicht, was in einem Rathaus oder Landratsamt passiere, wofür Landespolitik zuständig sei und was eigentlich die Kompetenz des Bundes sei.

Ostbeauftragter: Klepsch nicht die Quotenfrau aus dem Osten

Auch der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, sieht Barbara Klepsch keineswegs als die Quotenfrau aus dem Osten. Laschet habe mit seinem Zukunftsteam einzelne Schwachpunkte der CDU auf Bundesebene ausgeglichen.

Die Experten seien ja nur ein Teil des Wahlkampfteams, so Wanderwitz: "Und darüber hinaus gibt’s ja den Bundesvorstand und die Regierungsmitglieder der Union, die das ganze komplettieren. Deswegen ist sie insofern eine besonders wichtige Stimme, als dass ja der Bundesarbeitsminister und Sozialminister bekanntlich von der SPD ist und sie sozusagen ein Stück weit eine Lücke füllt."

Klepsch berät Laschet zu Strukturwandel und Sozialem

Sie soll Laschet in Fragen des Strukturwandels und des Sozialen beraten. Bei ihrer Vorstellungsrede sprach sie davon, dass Lebensqualität keine Frage der Postleitzahl sein dürfe. Die große Mehrheit der Menschen lebe in Deutschland außerhalb der Großstädte. Laschet betonte dabei, dass soziale Probleme keine ausschließliche Ostproblematik seien. So sei die Arbeitslosigkeit in seinem Land Nordrhein-Westfalen teilweise höher als im Osten.

Die Frage, ob Klepsch nach der Bundestagswahl auch weiterhin Armin Laschet unterstützt, möchte Wanderwitz nicht aufkommen lassen: "Barbara Klepsch ist Landtagsabgeordnete in Sachsen, hat sich nicht um ein Bundestagsmandat beworben für diese Bundestagswahl, insofern können Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass ihr Platz in Sachsen bleiben wird." Denn sollte die CDU die Wahl gewinnen, so Wanderwitz, wäre das Zukunftsteam nicht die neue Bundesregierung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. September 2021 | 08:51 Uhr

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