Stichtag 21. September Ärzte und DRK optimistisch: Impfziel der Bundesregierung ist machbar

Kurz nach Weihnachten startete die Corona-Impfkampagne etwas holprig. Inzwischen kommt mehr Impfstoff bei den Menschen an und die Regierung traut sich, das in einigermaßen verbindliche Daten zu fassen: Ab 7. Juni sollen alle Menschen in Deutschland ohne Priorisierung einen Impftermin bekommen können. Und bis zum 21. September sollen auch alle die erste Spritze bekommen. Doch wie realistisch ist es, dass wir dieses Ziel erreichen – etwa in Sachsen?

Zahlreiche Menschen stehen vor dem Impfzentrum Sachsen in der Messe Dresden
Die sächsischen Impfzentren laufen inzwischen auf Volllast – reicht das, um allen bis zum 21. September die Erstimpfung zu verabreichen? Bildrechte: dpa

Der erste Aufkleber für die Corona-Schutzimpfung im gelben Impfpass – das soll pünktlich zur Bundestagswahl das Geschenk der Kanzlerin an alle Menschen in Deutschland werden. Ob das zu schaffen ist, hängt vor allem davon ab, ob es genug Impfstoff gibt. Das Sächsische Sozialministerium sagt dazu auf Anfrage: "Nach wie vor gibt es keine verlässliche Perspektive für die Lieferungen durch den Bund." Man könne daher nur auf die Zahlen verweisen, die der Bund veröffentliche. "Wir haben Hoffnung, dass genügend Impfstoff kommen wird, aber wir brauchen weiter Geduld."

Impfstofflieferungen inzwischen zuverlässig

Die Menge an Impfstoff ist das eine, die Organisation das andere. Reicht die Infrastruktur in Sachsen, um den Endspurt zur Erstimpfung zu schaffen? Zunächst ein Blick in die Impfzentren des Deutschen Roten Kreuzes: Hier gehe es in großen Schritten voran, sagt DRK-Sprecher Kai Kranich. Denn inzwischen kämen die Impfdosen zuverlässig an. "Deswegen können wir die Lieferungen, die kommen, auch komplett in die Erstverimpfung beziehungsweise in die Zweitverimpfung geben – ohne große Rücklagen zu bilden." Vor allem, weil der Impfstoff jetzt regelmäßig komme und zwar so, wie er angekündigt worden sei.

Die Kapazitäten für einen Endspurt hochfahren könnten die Impfzentren allerdings kaum, so Kranich – sie liefen auf Volllast. Hier seien auch die Hausärztinnen und -ärzte in der Pflicht. Und genau die seien inzwischen ebenfalls routiniert im Impfen, sagt Steffen Heidenreich, Vorsitzender des Sächsischen Hausärzteverbandes. "Häufig ist es aber so, dass die bestellten Mengen nicht geliefert werden können, sodass teilweise Patienten umbestellt und auf andere Tage vertröstet werden müssen."

Optimismus auf allen Seiten

Dennoch sind sich Kranich und Heidenreich einig: Das Ziel der Kanzlerin ist zu schaffen. Kranich sagt, er denke, es sei machbar, bis Ende des Sommers jedem Willigen eine Erstimpfung zu verabreichen – "wenn es bei den Impfstofflieferungen so bleibt und keine neuen Skandale mit Impfstoffen, Nebenwirkungen, Diskussionen um Impfzentren et cetera hinzukommen."

Dem stimmt auch Susanne Liebe, Vorsitzende des Landesverbandes der Betriebs- und Werksärzte zu, obwohl viele ihrer Kolleginnen und Kollegen erst am 7. Juni anfangen zu impfen, also dann, wenn die Priorisierung endet. Und obwohl die Organisation vor allem in ländlichen Gebieten schwierig werden könnte: "Jetzt stellen Sie sich das für einen Betriebsarzt vor, der in der Peripherie mehrere Betriebe betreut, die zum Teil auch weit auseinanderliegen. Für den ist das natürlich eine große Herausforderung, ein betriebsinternes Impfangebot zu platzieren." Trotzdem ist auch sie optimistisch, dass alle Impfwilligen in Sachsen bis zum 21. September eine erste Spritze bekommen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Mai 2021 | 06:08 Uhr

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