Debatte Sächsischer Landtag: Runder Tisch für Kunst und Kultur abgelehnt

 Leere Stühle in Konzertsaal sowie Notenständer auf der Bühne ohne Musiker, Ansicht von oben.
(Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/Hans Lucas

Wegen der coronabedingten Notlage von Kunst und Kultur hat die Linkspartei im Sächsischen Landtag einen Runden Tisch für die Kreativbranche gefordert. Dort soll Sachsens Kulturministerin zusammen mit der Kunst- und Kulturszene langfristige Strategien für einen Neustart nach dem einjährigen Lockdown erarbeiten. Linken-Landtagsabgeordneter Franz Sodann sprach von einer dramatischen wirtschaftlichen Situation für Kulturschaffende. Die Kreativwirtschaft habe einen Umsatzrückgang von 85 Prozent im vergangenen Jahr zu erleiden.

Blickt man in den Regierungsentwurf für den Landeshaushalt, der den Status Quo bei leichten Kürzungen hält, dann muss man konstatieren: Diese Regierung glaubt offenbar, dass nach Öffnungen alles gut sein wird. Das aber ist falsch.

Franz Sodann (Linke) Landtagsabgeordneter Sachsen

CDU, Grüne und SPD gegen Runden Tisch

Die CDU-Fraktion schätzte die wirtschaftliche Lage von Kulturschaffenden als schwierig ein, besonders freischaffende Künstler seien von Härten betroffen. Erträge blieben aus, genauso der für Kreative wichtige Austausch mit dem Publikum, wie auch untereinander, mahnte der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Nowak und entgegnete: "Wenn man den Antrag der Linken liest, wird der Eindruck erweckt, die Kulturpolitik im Land liege brach, aber das Gegenteil ist der Fall."

Gezeigt werde das zum Beispiel durch neu aufgelegte Stipendien wie "Denkzeit Kultur" und "Denkzeit Event". Zudem habe man bereits mit dem sächsischen Kultursenat eine Institution für den Austausch zwischen Kunst, Kultur und Politik. Auch die Bündnisgrünen und Sozialdemokraten halten ein weiteres Dialogformat für nicht notwendig.

Wir führen einen kontinuierlichen Dialog und greifen die Belange von Kulturschaffenden auf, wann und wo gelockert werden kann. Das galt etwa für das Ermöglichen von Musikschulunterricht und das Vorbereiten von musikalischen Wettbewerben.

Barbara Klepsch (CDU) Staatsministerin für Kultur und Tourismus

AfD fordert sofortige Lockerungen im Kulturbereich

Die AfD-Fraktion sieht weitere Gesprächsrunden in der Corona-Pandemie als zwecklos an. Der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Kirste forderte stattdessen auch im Kulturbereich sofortige Lockerungen der coronabedingten Schließungen und Auflagen zu erlauben, soweit es Hygienekonzepte zulassen. Am Ende der Debatte stimmte nur die Linkspartei für ihren Antrag, alle anderen Fraktionen votierten dagegen.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 25.03.2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus der Landespolitik

Mehr aus Sachsen