16.07.2019 | 06:00 Uhr MDR SACHSEN macht den Kandidatencheck zur Landtagswahl

Am 1. September wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Wer sind die Menschen, die antreten? MDR SACHSEN stellt sie vor - im MDR-Kandidatencheck.

22 Fragen und exakt vier Minuten Zeit - unter dieser Maßgabe hat MDR SACHSEN im Vorfeld der Landtagswahl rund 650 Kandidatinnen und Kandidaten um ein Interview gebeten. Rund 500 haben mitgemacht und sich vor der Kamera den Fragen der Reporter gestellt. Vom Ministerpräsidenten bis zum Erstbewerber teilten sie in gleicher Reihenfolge ihre Standpunkte. Es geht unter anderem um Bildung, Innere Sicherheit, das Leben im ländlichen Raum und Klimaschutz. Die Interviews sind nun unter https://kandidatencheck.mdr.de abrufbar. Per Filter können sich die Nutzer die Ergebnisse zusammenstellen und so etwa die Aussagen der Kandidaten aus ihrem Wahlkreis miteinander vergleichen.

Orientierung zur Landtagswahl

"Wir hoffen nun, dass viele Sachsen diese besondere Möglichkeit nutzen", sagt Olaf Kische, Leiter der Hauptredaktion Fernsehen und Information im MDR LANDESFUNKHAUS SACHSEN und Initiator des Projekts. "Wir haben Hunderte Kandidaten unter gleichen Bedingungen zu denselben Themen befragt und die Videos ungekürzt ins Netz gestellt. Das ist unser Beitrag zur Meinungsbildung vor der Landtagswahl - im besten öffentlich-rechtlichen Sinne."

Seit Juni wurden die Interviews in den MDR-Regionalstudios Bautzen, Chemnitz, Dresden und Leipzig aufgezeichnet. Die Bedingungen waren an allen Drehorten identisch: Alle Bewerber saßen vor dem gleichen Hintergrund und beantworteten die Fragen der Reporter in der vorgegebenen Reihenfolge. Den Fragenkatalog hatten sie im Vorfeld zugeschickt bekommen. Wie viele Fragen sie beantworten konnten, hing vom Zeitmanagement eines jeden Einzelnen ab. MDR SACHSEN-Reporterin Ines Klein hat allein in Dresden über 200 Kandidatinnen und Kandidaten interviewt und ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht: "Es gibt zwei Kandidaten, die hatten nach den 22 Fragen tatsächlich noch über eine Minute Zeit übrig und es gibt zwei Kandidaten, die brauchten nur zwei Fragen, um die Zeit zu füllen."

In jedem Video stecken vom Dreh bis zur Abbildung im Kandidatencheck-Portal mehr als zwei Stunden Arbeit. "Besonders zeitaufwändig war die Untertitelung der Interviews", erklärt Julia Rubner aus der Online-Redaktion von MDR SACHSEN. "Das haben unsere Kollegen vom ARD TEXT in Potsdam übernommen. Es kann schon mal 45 Minuten dauern, bis die Untertitel für ein Vier-Minuten-Interview fertig sind."

Portal wird weiter ergänzt

Im Kandidatencheck-Portal finden sich aber auch die Bewerberinnen und Bewerber um ein Landtagsmandat, die MDR SACHSEN kein Interview gegeben haben. Zu diesen Kandidaten sind jeweils Basisinformationen verfügbar, die vom Landeswahlleiter bzw. den Kreiswahlleitern vor wenigen Tagen in den jeweiligen Amtsblättern öffentlich gemacht wurden. Kandidaten, die MDR SACHSEN noch nicht bekannt waren oder aus terminlichen Gründen noch kein Interview geben konnten, werden ergänzt. Der MDR-Kandidatencheck bietet dann einen Überblick über alle Bewerber, die zur Landtagswahl am 1. September in Sachsen antreten.

Warum werden derzeit nur 469 Videos angezeigt? Der Landes- und die Kreiswahlausschüsse haben nicht alle Kandidatinnen und Kandidaten zugelassen, die sich um ein Mandat beworben haben. Daher hat MDR SACHSEN mehr Interviews gedreht, als nun im Portal zu sehen sind.

Über den MDR-Kandidatencheck:

  • Erstmals umgesetzt hat das Konzept der finnische öffentlich-rechtliche Sender YLE bei der Europawahl 2014 und der Parlamentswahl 2015.
  • Der WDR bekam für sein Kandidatencheck-Portal zur Landtagswahl 2017 den Grimme Online Award in der Kategorie "Information". Im gleichen Jahr bot der Sender einen Kandidatencheck zur Bundestagswahl an.
  • Der HR ging 2018 mit einem Kandidatencheck zur Landtagswahl online.
  • Wie zuvor der HR nutzte nun auch MDR SACHSEN Erfahrung und Technologie des WDR für die Umsetzung des MDR-Kandidatencheck zur Landtagswahl.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 11.07.2019 | 19:00 Uhr

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