Preissteigerungen Hafer, Haferflocken und Müsli werden absehbar teurer

Der Krieg in der Ukraine, damit verbundene Unsicherheiten, gestiegene Kosten und das trockene Wetter werden sich auch auf die Preise beim Hafer auswirken. Der sächsische Landesbauerverband geht davon aus, dass Kunden auch dafür mehr bezahlen müssen. Produkte wir Brot, Haferflocken, Müsli werden teurer werden.

Eine junge Frau isst Müsli mit Erdbeeren aus einer grünen Schale.
Haferpreise steigen, Kunden müssen zum Bespiel für Müsli, Brot oder Haferflocken mehr bezahlen. Bildrechte: Colourbox.de

Nachdem schon viele Lebensmittel im Supermarkt teurer geworden sind, wird es wohl auch eine Preissteigerung bei Hafer geben. Der Markt sei unberechenbar, es gebe wenige regionale Anbauflächen und es fehle an Regen auf den Feldern, so der Landesbauernverband. "Die Landwirte kämpfen mit enorm gestiegenen Kosten. Und die allgemeine Unsicherheit macht eine Planung für sie unmöglich", sagte Andreas Jahnel vom Sächsischen Landesbauernverband. Das dürften auch die Verbraucher zu spüren bekommen, wenn Mühlen und Handel die Preise für Haferprodukte anheben müssen.

Nicht mehr vorhersehbar, wohin sich Preise entwickeln

Aber ein Preisanstieg bei Haferflocken & Co sei naheliegend - ähnlich wie bei anderem Getreide. Beim Hafer kämen noch Witterungsprobleme hinzu, erläuterte Jahnel: "Hafer braucht Feuchtigkeit. Die Ernte wird nicht berauschend".

Ausgetrockneter und gerissener Boden
Die Haferernte beginnt in Sachsen ab dem Spätsommer und wird aus Sicht des Landesbauernverbandes durch den fehlenden Regen nicht so gut ausfallen. Bildrechte: imago/Steve Bauerschmidt

Laut Statistischem Landesamt ist der Haferanbau in Sachsen seit 2016 gestiegen - von 8.400 auf 14.100 Hektar in diesem Jahr. Allgemein bleibe das eine Steigerung auf niedrigem Niveau, sagte Jahnel. Weizenanbau lohne sich wegen guter Marktpreise für Landwirte mehr.

Der Getreidemarkt spielt verrückt und alle wirken wie gelähmt.

Christopher Rubin Rubinmühle Vogtland GmbH

Einerseits seien viele Mühlen nicht bereit, die hohen Preise für die anstehende Ernte zu akzeptieren und warteten ab. Andererseits hielten Landwirte den kommenden Hafer vom Markt zurück, weil sie davon ausgingen, dass Preise weiter steigen, sagte der Chef von Sachsens größter Hafer-Mühle, Christopher Rubin. Der Unternehmensführer der Rubinmühle Vogtland ergänzte: "Der Getreidemarkt spielt verrückt und alle wirken wie gelähmt."

Hafer
Hafer ist gefragt bei Kunden, bleibt aber noch ein Nischenprodukt. Der Anbau von Weizen lohnt sich für die Landwirte durch bessere Marktpreise finanziell mehr als der Anbau von Hafer. Bildrechte: colourbox

Nachfrage nach Hafer steigt stark - Preise haben sich verdoppelt

Die Preise für Hafer sind fast um das doppelte gestiegen, obwohl er nicht aus der Kriegsregion Ukraine komme. Die Mühle kaufe neben regionalem Hafer das Getreide in Tschechien, Polen und dem Baltikum ein. Zwar sei das Hafergeschäft im Vergleich zu anderen Getreidearten ein Nischenmarkt, aber seit einigen Jahren steige die Nachfrage stark. "Wir müssen Aufträge absagen, weil die Kapazitäten fehlen", so Rubin. Deshalb wolle seine Mühle weiter anbauen. Rund 50.000 Tonnen Getreide verarbeitet sie pro Jahr, hauptsächlich Hafer.

Aktuell würden einige sächsische Bauern mit "Winterhafer" experimentieren, hieß es vom Landwirtschaftsministerium. Die Landwirte versuchen, sich auch an den Klimawandel anzupassen.

Ein Mähdrescher bei der Ernte
Die Landwirte kämpfen mit enorm gestiegenen Kosten. Die allgemeine Unsicherheit in der Welt, besonders druch den Krieg, macht eine Planung für sie unmöglich. Bildrechte: dpa

Die Wurzener Mühle bemühe sich schon länger um eine engere Zusammenarbeit mit regionalen Bauern und um Hafer aus der näheren Umgebung wie Thüringen, Brandenburg oder Sachsen, sagte der Geschäftsführer der Wurzener Nahrungsmittel GmbH, Stefan Kuhl. Aber wenn die Kosten weiter steigen, könne der regionale Haferanbau etwas beiseite geschoben werden.

Immer mehr Anfragen aus der Ukraine

Bis zu 10.000 Tonnen Hafer könnte die Wurzener Mühle jährlich zu Haferflocken oder Hafermehl verarbeiten. Schon seit Jahren zählten die Ukraine und andere osteuropäische Länder zum Kundenstamm. Haferbrei ist dort ein beliebtes Nahrungsmittel. Die Nachfrage aus der Ukraine steigt gerade weiter deutlich.

MDR (dst)/dpa

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