Opferberatung Weiterhin viel rechtsextreme und rassistische Gewalt in Sachsen

Rechtsextreme und rassistische Gewalt bleibt weiterhin ein ernstes Problem in Sachsen. Der Opferbratung RAA zufolge hatte im vergangenen Jahr auch die Corona-Pandemie darauf Einfluss.

 Demonstranten mit Reichskriegsfahne auf einer Demonstration rechter Gruppen
Bildrechte: IMAGO

Das Ausmaß rechtsextrem und rassistisch motivierter Gewalt ist in Sachsen der Opferberatung RAA zufolge weiterhin groß. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, gab es im Freistaat im Jahr 2020 208 solcher Gewaltstraftaten mit mindestens 304 Betroffenen. Im Jahr zuvor waren es 226 Fälle mit 276 Opfern.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

RAA-Fachreferentin Andrea Hübler sagte, dass auch die Corona-Pandemie in vielerlei Hinsicht auf rechte und rassistische Gewalt Einfluss gehabt habe.

Bei Demonstrationen der „Querdenken“-Bewegung seien politische Gegner und Journalisten angegriffen worden. Zudem sei dort ein gewachsener Antisemitismus zutage getreten.

Mit den von den sogenannten Querdenkern verbreiteten Verschwörungserzählungen gehen antisemitische Einstellungen und Feindbilder einher. Sie sehen sich im Widerstand gegen 'dunkle Mächte', was der Rechtfertigung von Gewalt dient.

Andrea Hübler, Opferberatung RAA

Politik lobt Arbeit der Opferberatung

Die sächsische Sozialministerin Petra Köpping sagte nach der Vorstellung der aktuellen Zahlen, dass rechte und rassistische Gewalt den Zusammenhalt der Gesellschaft bedrohten. Umso wichtiger sei die Arbeit von Vereinen wie der RAA-Opferberatung. Auch die SPD-Fraktion im sächsischen Landtag betonte, dass die Förderung der RAA-Arbeit hohe Priorität habe.

Quelle: MDR/epd/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.03.2021 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

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