UEFA-Beschluss Regenbogen-Debatte: Kretschmer lobt Neuer - Aktionen in Sachsen

Der UEFA-Beschluss mit dem Nein zur Regenbogen-Beleuchtung des Münchner Stadions im Spiel gegen Ungarn am Mittwochabend sorgt für viel Wirbel. Der sächsische Ministerpräsident lobt jetzt die Haltung des Nationaltorhüters Manuel Neuer als starkes Signal und "großartiges Zeichen". Am Spielabend gab es auch Aktionen in Sachsen.

Regenbogenaktion im Stadion Dresden
Auch im Dresdner Stadion gab es eine kleinere Aktion. Bildrechte: xcitePRESS

In der Debatte um eine Regenbogenbeleuchtung des Münchner Fußballstadions hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Haltung von Manuel Neuer gelobt. "Das wirklich stärkste Signal zu diesem Thema kam vom Kapitän der deutschen Nationalmannschaft", sagte Kretschmer am Mittwoch am Rande eines Besuchs in Zwickau. Ohne viel Aufhebens habe er eine Armbinde in Regenbogenfarben getragen und angekündigt, dies auch beim Spiel gegen Ungarn an diesem Mittwochabend zu tun. "Das finde ich großartig. Das ist um ein Vielfaches wertvoller, als wenn Politiker anordnen, eine Fahne zu hissen oder ein Stadion zu beleuchten."

Fußball: EM, Portugal - Deutschland, Vorrunde, Gruppe F, 2. Spieltag in der EM-Arena München. Deutschlands Torhüter Manuel Neuer feiert nach der Partie.
Symbol: Deutschlands Torhüter Manuel Neuer trägt beim Spiel gegen Portugal eine Armbinde mit Regenbogenfarben - und hat angekündigt, dies auch im Spiel gegen Ungarn zu tun. Bildrechte: dpa

Regenbogenfahne als Symbol für Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt der Lebensformen

Die Regenbogenfahne steht als Symbol für die Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte bei der UEFA beantragt, die Arena im letzten Gruppenspiel der DFB-Elf gegen Ungarn in diesen Farben zu erleuchten. Das hat die Europäische Fußball-Union abgelehnt. Hintergrund der Debatte ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen im Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt.

Stadt Leipzig hisst bunt

Burkhard Jung hisst die Regenbogenflagge vor dem Neuen Rathaus.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hisste die Regenbogenflagge vor dem Neuen Rathaus. Bildrechte: dpa

Vor dem EM-Fußballspiel von Deutschland gegen Ungarn hat die Stadt Leipzig vor ihrem Rathaus am Mittwoch die Regenbogenflagge gehisst. Der Stadtrat reagierte damit auf die Entscheidung der UEFA, dass das Stadion in München nicht in den Regenbogenfarben leuchten durfte. "Die Welt ist bunt", sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Die Fahne sei gedacht "als Zeichen der Verbundenheit, gegen Diskriminierung, als Zeichen, dass wir jeden in seiner Sexualität und seinem Sein so annehmen können, wie er ist."

Nach wie vor würden jedoch Menschen diskriminiert. "Natürlich bewegt uns auch die Entwicklung in Ungarn", sagte der Stadtchef.

RB-Leipzig bekennt Farbe

Farbe - im wahrsten Sinne des Wortes - bekannte auch der Fußballverein RB Leipzig. Bei Instagram erklärte er auf Englisch: "RB Leipzig stands up for the fundamental values of society every day!" (RB Leipzig setzt sich jeden Tag für die Grundwerte der Gesellschaft ein!).

TU Chemnitz setzt Zeichen für Toleranz mit Logo in Regenbogen-Farben

Ein Zeichen für Toleranz setzt auch die TU Chemnitz. Sowohl ihr Logo als auch ihre Social-Media-Kanäle erstrahlen als Reaktion auf den UEFA-Beschluss in Regenbogenfarben. "Die TU Chemnitz ist eine äußerst internationale und weltoffene Universität, der es außerordentlich wichtig ist, die Grundsätze der Toleranz und Vielfalt konsequent nach innen zu leben und selbstbewusst nach außen zu tragen“, erklärte Rektor Professor Gerd Strohmeier. Deswegen habe die TU Chemnitz reagiert und ihr Logo in die bunten Farben des Regenbogens gefärbt. Damit würde die Kampagne "#wirsindchemnitz" fortgesetzt und erneut ein deutliches Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit gesetzt.

Bayerischer Ministerpräsident bedauert UEFA-Entscheidung

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bedauerte die Entscheidung der UEFA. "Schade, dass die Münchner Arena nicht in Regenbogenfarben leuchten darf. Das wäre ein sehr gutes Zeichen für Toleranz und Freiheit gewesen", schrieb er bei Twitter. "Wir müssen uns stark machen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung".

Quelle: MDR/kt/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSEN | 23. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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