Entlastung für Angehörige Sachsen will Plätze für Kurzzeitpflege fördern

Die sächsische Staatsregierung will mit einem Förderprogramm mehr Plätze für die Kurzzeitpflege schaffen. Pflege sei ein geplanter Schwerpunkt des Sozialministeriums nach Beschluss des kommenden Doppelhaushaltes, teilte das Ministerium mit. Mit dem Programm solle die Versorgungsstruktur von Pflegebedürftigen verbessert werden. "Derzeit übersteigt der Bedarf das Angebot", resümierte Sozialministerin Petra Köpping (SPD).

Pflegende Angehörige leisten Enormes und benötigen Unterstützung. Dazu gehört ab und zu eine Auszeit und Flexibilität.

Petra Köpping Sächsische Sozialministerin (SPD)

Bis 2030 rund 20 Prozent mehr Pflegebedürftige

Anfang Dezember soll der Regierungsentwurf des Doppelhaushaltes 2021/22 vom Kabinett beschlossen und noch vor Weihnachten dem Sächsischen Landtag zugehen.

Sachsen muss sich in den kommenden Jahren auf mehr Pflegebedürftige einstellen, und zwar um ein Fünftel mehr. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes soll bis 2030 die Zahl der Pflegefälle voraussichtlich auf 242.000 Betroffene steigen. Zum Stichtag 15.12.2017 gab es in Sachsen 986 Kurzzeitpflegeplätze. Aktuellere Daten liegen noch nicht vor.

Leistungen in der Kurzzeitpflege Die Leistung der Pflegeversicherung für die Kurzzeitpflege steht unabhängig von der Einstufung allen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2 bis 5 in gleicher Höhe zur Verfügung. Die Höhe der Leistung beträgt bis zu 1.612 Euro im Jahr, für bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr.

Personen mit dem Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat einsetzen, um Leistungen der Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen. Während der Kurzzeitpflege wird für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt. Quelle: Sozialministerium Sachsen

Quelle: MDR/kk/dpa

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