Schuljahresbilanz Trotz Corona mehr Einser-Abis in Sachsen

In Sachsen haben 487 Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr ihr Abitur oder ihre Fachhochschulreife mit der Note 1,0 abgelegt. Minister Piwarz betonte, dass das Abi aber kein "Corona-Geschenk" gewesen sei. Mit Blick auf das kommende Schuljahr mahnt Piwarz zu Vorsicht. Masken und Tests werden weiter zum Schulalltag gehören. Flächendeckende Schulschließungen wegen regionaler Inzidenzzahlen sollen es aber nicht mehr geben.

Eine Klasse voller Schüler bei der Prüfung
Blick in eine Prüfungsklasse Bildrechte: colourbox

In Sachsen haben 487 Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr ihr Abitur oder ihre Fachhochschulreife mit der Note 1,0 abgelegt. Das sächsische Kultusministerium teilte mit, dies sei noch einmal eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, in dem 379 Absolventen dieses Ergebnis schafften.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) verwies auf die besondere Herausforderung in diesem Prüfungsjahr. "Respekt für das fokussierte Arbeiten in der Krise. Lehrer und Schüler haben hier Nerven gezeigt. Die gesamte Schulfamilie hat trotz enormer Hürden alles dafür getan, um faire und gleichwertige Abschlüsse zu realisieren." Zugleich betonte er, dass das Abitur trotz der Corona-Bedingungen gleichwertig mit Vorjahren und kein "Geschenk" sei. Die guten Ergebnisse seien dem Engagement der Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Eltern zu verdanken.

Tests und Masken bleiben Begleiter im neuen Schuljahr

Mit Blick auf das kommende Schuljahr mahnte der Minister am Freitag bei MDR SACHSEN - Das Sachsenradio zu Vorsicht und verwies auf wieder steigende Corona-Infektionen. Man müsse gründlich testen und zunächst auch wieder Masken tragen, auch wenn das misslich sei. Es gelte, eine mögliche unentdeckte Corona-Infektion, die jemand aus dem Urlaub mitbringe, so schnell wie möglich zu isolieren.

Piwarz will weg von flächendeckenden Schulschließungen

Grundsätzlich sprach sich Piwarz dafür aus, nicht nur auf die Inzidenzen zu schauen, sondern auch die Zahl der schweren Erkrankungen mit einzubeziehen und die Belegung der Krankenhausbetten, so wie das in Sachsen in der Corona-Verordnung stehe. Ziel sei es, Kitas und Schulen künftig offen zu halten. Gebe es an einer Schule einen größeren Ausbruch, müsse sicher die ein oder andere Schule zum Wechselunterricht übergehen oder geschlossen werden. Das müsse aber nicht auch zwangsläufig die Nachbarschule betreffen. Man müsse wegkommen von flächendeckenden Reaktionen.

Durch die Tests an den Schulen erhalte man ein gutes Bild, so dass man binnen eines Tages reagieren könne, sagte Piwarz. Die Schüler seien die einzige Bevölkerungsgruppe, die wirklich regelmäßig getestet werde.

Kinder im Unterricht 4 min
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MDR um 4 Fr 16.07.2021 16:00Uhr 03:58 min

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Quelle: MDR/lam/dpa/mina

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Guten Morgen Sachsen | 23. Juli 2021 | 08:00 Uhr

4 Kommentare

Maschinist vor 9 Wochen

Juhu!
Die Schüler werden immer besser....oder die Gymnasialprüfungen immer einfacher.
Erfolgsmeldungen sind doch schön!

Ich frage mich, ob die schlauen Abiturienten der unwahrscheinlichen Erzählung, daß man unter viel schlechteren Lernbedingungen ein viel besseres Abitur schreibt, ohne Abstriche am vermittelten Wissen zu machen, Glauben schenken. (böse Schachtelsätze)

Rasselbock vor 9 Wochen

Was diese Inflation von Einser Abis wirklich wert ist davon kann ein mir sehr gut bekannter Prorektor einer Thüringer technischen Universität ein Liedchen singen. Viele schaffen nicht mal das erste Semester, wechseln dann in die Fakultät BWL. Noch Fragen?

Agnostiker vor 9 Wochen

Na nun kommen die Zahlen des Corona Jahres doch ans Licht. Genau das, was sich mit meiner Beobachtung deckt. Kaum freiwillige Wiederholer, der Lehrplan wurde in vielen Bereichen geschafft, das Abi ist besser als je zuvor. Vielleicht wird manchmal auch zuviel Panik gemacht.

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