Arbeitskampf Zweiter Tag des Lokführerstreiks: Wieder viele Fernverbindungen in Sachsen gestrichen

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer setzt ihren Streik bei der Deutschen Bahn AG fort. Wieder fallen viele Fernzüge, Regionalverbindungen und S-Bahnen aus. Wo Mitbewerber der Deutschen Bahn fahren, rollt es aber.

Auf einer Anzeigetafel werden im Hauptbahnhof beim Streik der Lokführergewerkschaft GDL Zugausfälle angezeigt
Die Deutsche Bahn wird von ihren Lokführern weiter bestreikt: Viele Züge fallen auch am Donnerstag aus. Bildrechte: dpa

Der vorerst zweite Tag des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutsche Bahn AG hat begonnen. Laut bundeseigenem Verkehrskonzern müssen Reisende sich auf ein ähnlich dünnes Zugangebot wie am Mittwoch einstellen - trotz der angekündigten Notfahrpläne.

Am Mittwoch waren insbesondere die wenigen Fernverkehrszüge teilweise überfüllt, was die Deutsche Bahn mit Verweis auf die anhaltende Corona-Pandemie eigentlich verhindern will. Auf manchen Strecken waren für ausgefallene Züge auch Ersatzbusse im Einsatz, etwa zwischen Leipzig und Nürnberg sowie zwischen Berlin und Dresden. Bei den S-Bahnen in den Großräumen Leipzig und Dresden waren zumeist einige Züge unterwegs, die allerdings bei weitem den gewohnten Takt nicht erreichten. Bei dem Arbeitskampf geht es nicht nur um mehr Lohn und eine Corona-Zulage, sondern auch um einen Konflikt zwischen zwei Gewerkschaften.

Gewerkschafter: Kein Lokführerstreik am Wochenende

Der Lokführerstreik dürfte sich nach aktuellem Stand am Wochenende nicht mehr auf den Reiseverkehr auswirken: Ein Sprecher der GDL bestätigte MDR SACHSEN, dass am Wochenende nicht gestreikt werde. Gewerkschaftschef Claus Weselsky hatte zuvor auf einer Kundgebung vor Lokführern gesagt: "Ich verspreche euch nicht, dass es am Freitag schon vorbei ist. Aber wir gehen sorgsam mit unserer Tarifmacht um."

Laut Gewerkschaftssprecher bezieht sich das nicht auf den zweitägigen Streik, sondern den anhaltenden Tarifkonflikt. Die Deutsche Bahn geht nach eigenen Angaben davon aus, dass sich der Zugverkehr nach dem vorläufigen Streikende am Freitag wieder normalisiert.

Viele Mitbewerber fahren ohne Störungen

Im Osten ist die GDL traditionell schlagkräftiger, weil im Westen noch mehr Beamte aus Bundesbahn-Zeiten tätig sind und nicht streiken dürfen. Dennoch gilt das für Sachsen nur eingeschränkt. Durch Ausschreibungen sind viele preiswertere Mitbewerber am Zug, die allerdings auch ihren Beschäftigten niedrigere Löhne zahlen. So verkehren die meisten Regionalzüge in Ostsachsen, im Ballungsraum Chemnitz - Zwickau und im Vogtland ohne Störungen, da sie von der GDL nicht bestreikt werden.

Im Elektronetz Mittelsachsen rund um Chemnitz beispielsweise hatte sich die DB AG an der Ausschreibung des Regionalverkehrs seinerzeit nicht mehr beteiligt, weil der Verkehrsverbund Mittelsachsen selbst die Züge angeschafft hat. Diese werden nun von der Mitteldeutschen Regiobahn betrieben. Beim Dieselnetz Dresden wird hingegen die DB Regio Südost demnächst wieder ins Spiel kommen und die Verbindungen mit eigenen Triebwagen von der Mitteldeutschen Regiobahn übernehmen.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 12. August 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Sachsen