"Sachsen mobil" Öffentlicher Nahverkehr soll mit App-Ticket einfacher werden

Wer derzeit den Öffentlichen Nahverkehr in Sachsen nutzt, hat es nicht leicht. Weil es sechs Verkehrsverbünde gibt, ist es kompliziert, für durchgehende Reisen ein Ticket zu lösen. Über zwei Apps soll dies nun einfacher werden. Die Verbünde haben darin ihre Angebote verknüpft.

Hand hält Smartphone mit angezeigtem QR-Code
Die Apps für die neue Anwendung sind gratis erhältlich in beiden Stores: Apples App Store und Androids Play Store. Bildrechte: MDR/Verkehrsverbund Oberelbe

Nutzer von Bussen und Bahnen erhalten in Sachsen ihre Fahrscheine per App nun auch für längere Fahrten aus einer Hand. Damit werde der Zugang zu Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs einfacher, sagte Verkehrsminister Martin Dulig  bei der Vorstellung des Projekts "Sachsen mobil". Der Freistaat sei hier Vorreiter in Deutschland.

Mit dem von Fraunhofer für den VVO entwickelten Tarifrechner haben wir eine technologische Grundlage geschaffen, die inzwischen für viele Verbünde Standard und für Sachsen Mobil ein wesentlicher Baustein ist.

Burkhard Ehlen Geschäftsführer Verkehrsverbund Oberelbe (VVO)

"Sachsen mobil" läuft auf zwei Apps

Für die neue Anwendung "Sachsen mobil" müssen Fahrgäste die Apps HandyTicket Deutschland oder MOOVME auf ihr Mobilfunktelefon laden. Beide seien jetzt mit "Sachsen mobil" ausgestattet. Dabei werde jeweils der beste Preis errechnet und angeboten, ohne dass sich der Fahrgast in die jeweiligen Tarifsysteme der Verbünde einarbeiten müsse, hieß es. Ziel sei es, das System künftig bundesweit zu etablieren, sagte Mathias Korda vom Verkehrsverbund Mittelsachsen. Dann wäre es möglich, unkompliziert einen Fahrschein etwa von Hamburg bis zu einer Bushaltestelle im Elbsandsteingebirge zu buchen.

Bisher gab es per Internet oder App zwar Fahrplanauskünfte für Reisen über die Grenzen der fünf sächsischen Verkehrsverbünde hinweg, der Kauf eines Fahrscheins hierfür war jedoch kompliziert.

Angebot vor allem für Gelegenheitsfahrer

Das System ist schon seit einigen Wochen freigeschaltet und soll ausgebaut werden - etwa mit Blick auf Rufbusangebote und Zeitkarten. In das Projekt wurden den Angaben nach 1,8 Millionen Euro investiert. Es richtet sich vor allem an Gelegenheitsfahrer. Etwa 10 bis 15 Prozent der Umsätze würden mit solchen nicht vertragsgebundenen Tickets gemacht, erklärte der Geschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes, Steffen Lehmann. Ziel sei es, in diesem Bereich den Anteil auf digitalen Vertriebswegen deutlich zu erhöhen.

Das Angebot erstreckt sich auch auf Regionen im Westen Sachsen-Anhalts sowie den Raum Altenburg in Thüringen. Lücken gibt es jedoch noch im Vogtland und dem Raum Freiberg. Sie sollen den Angaben zufolge bis Mitte kommenden Jahres geschlossen werden

Quelle: MDR (kb)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 16. Dezember 2021 | 11:00 Uhr

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