Straßenzustand in Sachsen Tauwetter sorgt für erhebliche Straßenschäden

Kaum sind Schnee und Eis verschwunden, sorgen Schlaglöcher für neue Behinderungen auf Sachsens Straßen. Millionen Kosten rollen auf Städte und Gemeinden zu. Und der Autofahrer sieht sich in einem ewigen Kreislauf: Ausgebremst von Schnee, dann von Schlaglöchern und schließlich von Baustellen. Ein Zustandsbericht aus Sachsen.

Schlagloch
Bildrechte: MDR/panthermedia

Mit Millionen gegen Winterschäden

Der Schnee ist seit einer guten Woche von den Straßen verschwunden und gibt den Blick frei auf zahlreiche Schlaglöcher und Asphaltschäden. Der Freistaat unterstützt nach eigenen Angaben die Kommunen bei der Beseitigung dieser Winterschäden jedes Jahr mit 60 Millionen Euro über den kommunalen Finanzausgleich. Dieser werde zusätzlich zum sogenannten Straßenlastenausgleich in Höhe von 115 Millionen Euro jährlich gezahlt, hieß es aus dem Sächsischen Verkehrsministerium. Für die Beseitigung der Winterschäden auf den Staatsstraßen seien in diesem Jahr noch einmal drei Millionen Euro reserviert worden.

Autobahnen

Am ersten Wochenende nachdem Tauwetter, hat ein schwerer Unfall auf der A4 in Richtung Görlitz zwischen Uhyst am Taucher und Salzenforst für Schlagzeilen gesorgt. Auf der Fahrbahn hatte sich ein zwei Meter großes Loch aufgetan. Binnen Minuten ereigneten sich drei Unfälle.

Laut Autobahnmeisterei sind die Winterschäden vor allem im Abschnitt Dresden - Görlitz auf der A4 derzeit größer als im vergangenen Winter. Wie die zuständige Autobahn GmbH des Bundes mitteilte, sind die Autobahnmeistereien Dresden-Hellerau und Weißenberg aktuell rund um die Uhr dabei, die Schäden zu erfassen und zu bewerten. Mit dem Beginn des Tauwetters sei mit Reparaturen begonnen worden. Bei größeren Schäden sei es teilweise auch nötig, einzelne Richtungsfahrbahnen zeitweise zu sperren. Eine endgültige Bestandsaufnahme der Schäden ist laut Autobahn GmbH erst nach dem Ende des Winters möglich.

Um Unfälle wie diese am vergangenen Wochenende zu vermeiden, würde an Gefahrenstellen entsprechende Verkehrshinweise aufgestellt und temporär die Geschwindigkeit begrenzt.

Dresden

In der Landeshauptstadt gibt es noch kein umfassendes Schadensbild. Der Betrachtungszeitraum dafür sei zu kurz, hieß es aus der Stadtverwaltung. Erlange die Stadt jedoch Kenntnis von Schlaglöchern, werde anhand des Einzelfalls sowie einer etwa bestehenden Gefahr geprüft, ob die Stelle geflickt oder abgesperrt werden muss. Die Schäden würden dann vom städtischen Eigenbetrieb oder von Fremdfirmen beseitigt.

Leipzig

In der Stadt Leipzig hat das Verkehrs- und Tiefbauamt mit einer ersten Bestandsaufnahme begonnen, vollständig ist sie aber noch nicht. Aufgrund der milden Winter in den vergangenen Jahren rechne man in diesem Jahr aber mit mehr Straßenschäden.

Diese seien im gesamten Stadtgebiet verteilt. Betroffen seien vor allem ältere Straßen mit ohnehin verschlissener Fahrbahndecke, heißt es aus dem Amt. Nach Recherchen von MDR SACHSEN gibt es besonders große Schäden auf der Kurt-Eisner-Straße, der Berliner Straße, der Alfred-Kästner- und August-Bebel-Straße und an der Russischen Kirche. Betroffen sind aber auch zahlreiche Radwege, beispielsweise an der Semmelweisstraße.

Die Stadt Leipzig hat nach eigenen Angaben bereits mit der Reparatur der ersten Schäden begonnen. Dabei würden zunächst Gefahrenstellen beseitigt und das Hauptstraßennetzt in Ordnung gebracht. Da für eine nachhaltige Reparatur Temperaturen dauerhaft im deutlichen Plusbereich und Trockenheit nötig seien, würden Schäden derzeit vorwiegend provisorisch beseitigt.

Chemnitz

Durch die langanhaltenden Fröste im mehrstelligen Minusbereich und den Wechsel von Frost- und Tauwetter seien in Chemnitz deutlich mehr Schäden zu verzeichnen, als in den vergangenen Jahren, teilte die Stadt mit. Besonders betroffen sei nach derzeitigem Stand die Neefestraße. Wegen massiver Schäden sei bereits eine Fahrspur gesperrt worden.

Stark reparaturbedürftig seien zudem der Südring auf einzelnen Abschnitten, die Reichsstraße in Höhe Stefansplatz sowie die Dresdner Straße im Bereich Thomas-Mann-Platz auf stadtwärtiger Seite. Ausbesserungsarbeiten würden schnellstmöglich erfolgen. Dafür seien aktuell acht Mitarbeiter im Stadtgebiet im Einsatz. Die Stadt geht davon aus, dass die Schlaglöcher ab 2. März auch mit sogenanntem Heißmischgut verschlossen werden können.

Landkreis Bautzen

Zwischen Cunewalde und Elsterheide wurde noch nicht mit der Bestandsaufnahme von Straßenschäden begonnen, wie das Landratsamt MDR Sachsen mitteilte. Jedoch rechne man mit mehr und größeren Schäden als in den vergangenen Jahren. In den kommenden Tagen würde mit Streckenkontrollen begonnen, zudem erhoffe man sich Meldungen aus den Gemeinden. Schäden würden dann zunächst kurzfristig beseitigt.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 22.02.2021 und 23.02.2021 | ab 06:00 Uhr und ab 19:30 Uhr im MDR SACHSENSPIEGEL

2 Kommentare

Frank 1 vor 10 Wochen

"Tauwetter sorgt für erhebliche Straßenschäden". Das ist schlicht weg falsch und die Verantwortliche wissen das auch. Wir hatten keinen extremen Winter, wie uns manche einreden wollen. Wir hatten 2 Wochen Schnee und Frost. Im Februar war das ja nicht zu erwarten. Was wir seit Jahren haben ist ein Mißmanagement bei der Erhaltung der Infrastruktur. Der Winter hat das schonungslos aufgezeigt. Es sind vor allem die Straßen betroffen, die bereits vor Wintereinbruch in einem sichtbar desolaten Zustand waren. Für Leipzig gibt man das im MDR Beitrag ja wenigstens zu. Schuld ist offiziell das Wetter und es soll sogar Zeitgenossen geben, die diesen Unfug glauben und unübersehbare Mißstände gesundbeten.

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