Vertrocknete Bäume Sachsenforst warnt: Tödliche Gefahr beim Osterspaziergang!

Gesperrter Weg im Wald, Banner im Vordergrund mit Aufschrift: "Halt! Forst- und Jagdbetrieb - Lebensgefahr!
Waldweg gesperrt - ein Hinweis der an vielen Stellen in Sachsens Forsten zu lesen ist. Bildrechte: Bettina Wobst/MDR

Der Sachsenforst befürchtet zu Ostern einen Besucheransturm auf die Wälder. 40 Prozent der Sachsen gehen einer Umfrage nach sogar mindestens einmal in der Woche in den Wald. Die Natur sei ein Ventil im Lockdown, aber der Spaziergang nicht ungefährlich, betont Renke Coordes vom Sachsenforst.

Dr. Renke Cordes von Sachsenforst an einem Computer
Bildrechte: Bettina Wobst/MDR

Im Wald kommen derzeit zwei Krisen zusammen, einerseits die Corona-Krise, die dazu führt, dass wir verstärkten Tourismus haben. Die Menschen erleben wieder ihre Wälder vor Ort. Andererseits erleben unsere Wälder eine Krise: Trockenheit, Stürme und der Borkenkäfer haben die Bäume extrem geschädigt.

Renke Cordes Sachsenforst

Abgestorbene Bäume und Äste

Und die sind nun eine tödliche Gefahr für Wanderer. Förster Michael Blaß schaut auf Kontrollgängen oft sorgenvoll nach oben. In seinem Revier Fischbach bei Pirna entdeckt er immer wieder neue abgestorbene Bäume und Äste. "Früher waren es 20 tote Bäume im Jahr, jetzt mehr als 500", erzählt er. Die könnten jederzeit auf Waldbesucher fallen. Man sollte immer einen Blick nach oben werfen. Laut Sächsischem Waldgesetz betritt ein Spaziergänger den Wald auf eigene Gefahr. Die Forstverwaltung muss nur für öffentliche Straßen, Behausungen oder Spielplätze die Verkehrssicherheit herstellen. Insofern liegt auch die volle Verantwortung bei einem Unfall bei den Wanderern selbst.

Wald mit Forstarbeiter, der auf abgebrochenen Ast zeigt - Motivbild Waldschäden
Den Blick nach oben beim Waldspaziergang zu richten, empfiehlt Förster Michael Blaß. Spaziergänger und Spaziergängerinnen betreten Wälder laut Sächsischem Waldgesetz auf eigene Gefahr. Bildrechte: Bettina Wobst/MDR

Großteil des sächsischen Waldes geschädigt

Allein auf dem Gebiet des Sachsenforstes gibt es 13.000 Kilometer Waldwege. "Die können wir unmöglich alle absichern", betont Renke Coordes. Jüngste Satellitenaufnahmen beweisen, ein Großteil der sächsischen Waldgebiete ist geschädigt. Am schlimmsten sind die Oberlausitz und die Sächsische Schweiz betroffen. Auch im Erzgebirge und Mittelsachsen stehen viele tote Bäume. In Nordwestsachsen und anderswo im Freistaat gibt es vereinzelt schwere Schäden.

Besucher sollten Sperrschilder beachten

An vielen Orten gibt es deshalb Waldsperrungen. Mit schweren Maschinen werden Bäume gefällt aber auch der Wald umgebaut, robustere Bäume gepflanzt, die der Klimaveränderung trotzen sollen. Im Fischbacher Forstrevier werden derzeit an zwei Stellen Bäume gefällt. Revierförster Blaß hofft, dass die Waldbesucher auch zu Ostern die Sperrschilder beachten.

Sachsenkarte mit unterschiedlich dunkel gefärbten Flächen und Landkreisumrissen; hellere Flächen = weniger Borkenkäferbefall; dunklere Flächen = mehr Borkenkäferbefall
Die Karte zeigt, in welchen Regionen Sachsens die Wälder schwerpunktmäßig geschädigt sind. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn so ein Baum zu Fall kommt, da wirken unheimliche Kräfte. Die wiegen in der Regel ein bis drei Tonnen. Wenn da jemand getroffen wird, ist das in der Regel tödlich. Deswegen ist das wichtig in der kurzen Zeit, in der die Wege gesperrt werden, dass sich die Besucher dran halten.

Michael Blaß Revierförster in Fischbach bei Pirna

Ausflugstipps vom Förster

Um den erwarteten Osteransturm etwas zu entspannen, hat der Sachsenforst auf seiner Internetseite Ausflugstipps von Förstern und Försterinnen zusammengestellt. "Da finden Waldbesucher Tipps für besonders schöne Wälder und Orte, wo sie vielleicht noch nie waren und wo wir wirklich versprechen können, dass es derzeit keine Wegesperrungen gibt", verspricht Renke Coordes.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 27.03.2021 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

menke vor 35 Wochen

In meinem Wald gibt es Bären, Wölfe, Luchse, Fuchsbandwürmer, Killerzecken (groß wie Kuchenteller), Coronaviren ( halbmetergross, die vertilgen jeden, der keinen triftigen Grund hat), da sind umfallende Bäume 🌳 das kleinere Übel. Hauptsache, sie fallen nicht auf die Pilze, aber das ist im Frühling eher unwahrscheinlich. Soll wohl heißen: bleibt zu Hause und stört die Waldbesitzer nicht bei der Andacht.
Nicht ganz ernst gemeint.

Ernst678 vor 35 Wochen

Inzwischen ist in Deutschland alles gefährlich, vom Kinobesucher über demonstrieren über den Waldspaziergang bis hin zur Kritik an Merkels Berliner Trümmertruppe. Jetzt wird.Und noch der Osterspaziergang verteufelt

Ernst678 vor 35 Wochen

Hoffentlich sind viele Hundertschaften schwarzer Polizei bereit um die Deutschen Wälder an Ostern zu durchstreifen und die Maskenpflicht durchzudrücken, denn Masken sind das Allheilmittel gegen jede Gefahr.

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