Schadensregulierung Schäden nach Juli-Unwetter: Sachsen beschließt Verteilung der Fördermillionen

Im Juli 2021 verursachten starke Regenfälle im Freistaat Sachsen erhebliche Schäden. Davon betroffen waren sechs von zehn Landkreisen. Die meisten Schäden betrafen die öffentliche Infrastruktur wie Trinkwasser- und Abwasseranlagen, Straßen und Brücken. Für deren Reparatur fließen vom Bund rund 134 Millionen Euro nach Sachsen. Das ist weniger als die Gesamtschadenssumme im Freistaat beträgt. Nun beschloss die Landesregierung, wie die knappen Mittel auf Städte und Landkreise verteilt werden.

Aufräumarbeiten Hochwasser Sachsen 2021
Bei den Aufräumarbeiten im Juli 2021 wird die Kirnitzschtal-Bahn abgeschleppt. Die Bahn selbst und Teile des Gleisbetts wurden durch das Hochwasser in starke Mitleidenschaft gezogen. Bildrechte: xcitepress

Die vorläufige Schadenssumme durch den heftigen Starkregen im Juli 2021 beträgt sachsenweit insgesamt 156 Millionen Euro. Für die Sanierung und Reparatur erhält Sachsen vom Bund aber nur 134 Millionen Euro. Damit sind 22 Millionen Euro zu wenig im Fördertopf, um den Gesamtschaden auszugleichen.

Nach dem Julihochwasser 2021 Aufräumarbeiten nach dem Unwetter in Ostsachsen

Aufräumarbeiten Hochwasser Sachsen 2021
In Bad Schandau dauern die Aufräumarbeiten am Sonntag nach dem Unwetter an. Bildrechte: Daniel Förster
Aufräumarbeiten Hochwasser Sachsen 2021
In Bad Schandau dauern die Aufräumarbeiten am Sonntag nach dem Unwetter an. Bildrechte: Daniel Förster
Aufräumarbeiten Hochwasser Sachsen 2021
Die Kirnitzschtal-Bahn muss nach dem Unwetter abgeschleppt ... Bildrechte: xcitepress
Aufräumen nach Hochwasser in Bad Schandau
... und im Depot geschrubbt werden. Bildrechte: Daniel Förster
Aufräumen nach Hochwasser in Bad Schandau
An der Kirnitzschtal-Klinik wird aufgeräumt. Bildrechte: Daniel Förster
Aufräumarbeiten nach Unwetter in Ostsachsen 2021
Hochwasser gab es auch in Polenz. Hier trat der gleichnamige Fluss über die Ufer. Bildrechte: Konstantin Henß
Aufräumarbeiten nach Unwetter in Ostsachsen 2021
Auch die Feuerwehr hilft dabei, die Straßen vom Schlamm der Überschwemmungen zu befreien. Bildrechte: Konstantin Henß
Hochwasser in Bad Schandau, Ortsteil Krippen
Im Ortsteil Krippen kam es zu Erdrutschen nach dem Unwetter am Sonnabend. Bildrechte: xcitepress
Anwohner räumen nach Hochwasser in Wilthen auf
Paul Thonig (r.) aus Wilthen ist am Sonntag mit Aufräumen beschäftigt. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank
Anwohner räumen nach Hochwasser in Wilthen auf
Keller und Garagen sind bei dem Wilthener vollgelaufen, einige Elektrogeräte sind hinüber. Aber es sei ein verhältnismäßig kleiner Schaden, sagt Paul Thonig. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank
Anwohner räumen nach Hochwasser in Wilthen auf
In der Garage hat Thonig markiert, wie hoch das Hochwasser 2010 stand. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank
Anwohner räumen nach Hochwasser in Wilthen auf
Diesmal stieg es höher als 2010. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank
Anwohner räumen nach Hochwasser in Wilthen auf
Das kleine Flüsschen Butterwasser entwickelte sich in Wilthen am Samstagabend innerhalb weniger Stunden zu einem reißenden Strom. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank
Anwohner räumen nach Hochwasser in Wilthen auf
Auch Uwe Nimmrichter aus Wilthen räumt am Sonntag Gegenstände aus Garage und Erdgeschoss zum Trocknen vor's Haus. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank
Straße vor einer Bäckerei in Wilthen am Tag nach dem Hochwasser
Als wäre nichts gewesen parken am Sonntag Autos vor dieser Bäckerei in Wilthen. Bildrechte: MDR/Kerstin Kunath
Hochwasser in Wilthen
Dabei sah es am Vortag hier noch so aus. Bildrechte: Markus Thonig (privat)
Hochwasser Neukirch
Kerstin und Rico Gläsner aus Neukirch hatten nach dem Hochwasser 2010 vorgesorgt und eine Wasserbarriere vor die Haustür montiert. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank
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Mindestens 75 Prozent Förderung für Schadensbehebung durch Juli-Hochwasser

Die Landesregierung hat nun eine Budgetlösung beschlossen, mit der das Geld unter den betroffernen Landkreisen und Kommunen verteilt wird: Diese erhalten ein Budget in Höhe von mindestens 75 Prozent der im Wiederaufbauplan bestätigten Schäden. Im Einzelfall könne die Fördersumme 100 Prozent der Schadenssumme abdecken, versprach Thomas Kralinski, Staatssekretär im sächsischen Wirtschaftsministerium.

Juli 2021 Unwetter in Sachsen: Überschwemmte Straßen und Keller

Unwetter Sachsen Vogtland - braune Wassermassen
In Sachsen tobten Dienstagabend heftige Unwetter. Dabei wurden zahlreiche Straßen überschwemmt, wie hier im Vogtland. Bildrechte: Bernd März
Unwetter Sachsen Vogtland - braune Wassermassen
In Sachsen tobten Dienstagabend heftige Unwetter. Dabei wurden zahlreiche Straßen überschwemmt, wie hier im Vogtland. Bildrechte: Bernd März
Überschwemmungen gab es nach einem heftigen Gewitter bei Oelsnitz im Vogtland.
Wasser fließt über eine Straße in Schloditz bei Stöckig. Bildrechte: B&S
Überschwemmungen gab es nach einem heftigen Gewitter bei Oelsnitz im Vogtland.
Das Bett des Friesenbachs in Chrieschwitz bei Plauen konnte die Wassermassen nicht mehr fassen. Bildrechte: B&S
Überschwemmung Straßen Oelsnitz im Vogtland
In Oelsnitz im Vogtland standen mehrere Straßen unter Wasser. Ein Teich am Voigtsberger Schloss ist über die Ufer getreten. Mehrere Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Bildrechte: TeleNewsNetwork
Feuerwehrleute pumpen Wasser von überschwemmter Straße
Auch in Bösenbrunn im Vogtland musste die Feuerwehr überflutete Straßen sichern und Keller auspumpen. Bildrechte: TeleNewsNetwork
Eine Frau watet durch das Wasser, das ihr bis an die Oberschenkel reicht.
Überschwemmungen gab es auch in Stöckigt im Vogtland. Diese Frau hat sich in Lebensgefahr begeben. Bildrechte: B&S
Unwetter Schwarzenberg, Autos fahren durch Wassermassen
In Schwarzenberg im Erzgebirge setzte das Unwetter mehrere Straßen unter Wasser. Bildrechte: Daniel Unger
Bach in Steinbach tritt über die Ufer
In Steinbach im Erzgebirge hat das Unwetter am Dienstagabend den Fluss über die Ufer treten lassen. Dabei wurde eine Person vom Wasser mitgerissen, wie die Polizei mitteilte. Bildrechte: André März
Feuwehrleute spannen Leinen über Fluss
Die Feuerwehr hat in Steinbach Seile über die Wasseroberfläche gespannt, um die vermisste Person zu finden. Bildrechte: André März
Unwetter Sachsen - ein Feuerwehrauto steht an einer Straße
Die Feuerwehr ist mit zahlreichen Einsatzkräften in Steinbach, um Keller auszupumpen und Geröll von den Straßen zu entfernen. Bildrechte: Bernd März
Feuerwehr reinigt eine Straße von Schlamm
Zwischen Meißen und Scharfenberg hatte sich eine Schlammlawine von den Elbhängen gelöst und war auf die B6 gerutscht. Ein Fahrzeug konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Verletzt wurde niemand. Bildrechte: Erik Hoffmann
Feuerwehr reinigt eine Straße von Schlamm
Die Feuerwehr reinigte noch in der Nacht die B6 bei Meißen vom Schlamm, um sie wieder befahrbar zu machen. Bildrechte: Erik Hoffmann
Nachdem das Wasser abgeflossen ist, bleibt viel Schlamm auf dem Boden einer  Werkstatt.
Nachdem das Wasser in einer Werkstatt in Oelsnitz abgeflossen ist, bleibt viel Schlamm auf dem Boden zurück. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich
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Reinhardtsdorf-Schöna mit Höchstförderung von 100 Prozent

Damit könnten Kommunen "selbst entscheiden, welche Maßnahmen vorrangig umgesetzt werden sollen", erklärte Kralinski. Antragsfrist für die Bauvorhaben an zerstörter kommunaler Infrastruktur ist der 30. Juni 2023. Aufgrund der Dringlichkeit konnten die Gemeinden seit 10. Juli 2021 mit ersten Reparaturen beginnen. Bisher liegen dem sächsischen Wirtschaftsministerium Anträge in Höhe von insgesamt mehr als 680.000 Euro vor. Den höchsten Fördersatz erhält die Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna. Sie war mit Abstand am schwersten vom Starkregen betroffen und bekommt Baukosten für Arbeiten am Reinhardtsdorfer Bach und Mühlgrundbach zu 100 Prozent gefördert.

MDR (wm)

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Ausgetrockneter Ackerboden 118 min
Bildrechte: Colourbox.de

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten | 18. Mai 2022 | 05:30 Uhr

1 Kommentar

hansfriederleistner vor 7 Wochen

Das Hochwasser war im Juli 2021. Da kommt die Hilfe aber sehr zeitig. Unsere Regierungen finanzieren die halbe Welt. Der eigene Bürger, der durch Katastrophen in Not gerät darf warten.

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