Extremwetter Unwetterwarnung für Teile Sachsens vor Schnee und extremen Verwehungen

Verkehrsschild Schnee- oder Eisglätte
Bildrechte: imago/Gerhard Leber

Unwetterwarnung für Teile Sachsens

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Sonntagabend für Teile Sachsens eine Unwetterwarnung vor starkem Schneefall herausgegeben. Betroffen sind ganz Westsachsen mit dem Vogtland bis nach Chemnitz, der Großraum Leipzig und Teile Nordsachsens. Es wird vor "starkem Schneefall mit extrem starken Schneeverwehungen (Unwetter) sowie Schneefall mit starken Schneeverwehungen (Unwetter)" gewarnt. Es könnten bis zu zehn Zentimeter Neuschnee fallen, im Erzgebirge auch bis zu 20 Zentimeter. Zudem fließt laut DWD sehr kalte Polarluft nach Sachsen. In der Nacht kann es mäßigen bis strengen Frost zwischen minus 8 und minus 12 Grad Celsius geben, im Bergland auch bis minus 14 Grad. Am Montag werden tagsüber kaum mildere Temperaturen erwartet.

In der kommenden Woche setzt sich den Angaben zufolge das Winterwetter fort. Allerdings solle es dann zunehmend aufklaren und die Sonne sich blicken lassen. In den klaren Nächten könne die Temperatur bis auch minus 20 Grad fallen. Tagsüber seien dann Höchsttemperaturen um die minus 10 Grad möglich.

Ein Mops in einer Umhängetasche auf dem verschneiten Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden
Sachsen müssen sich in den nächsten Tagen warm anziehen - oder warm anziehen lassen wie Mops Henry hier in Dresden - weil teils strenger Frost die Wetterlage bestimmen wird. Bildrechte: dpa

Leipzig: LVB stellt Fahrten ein

In Leipzig stand der öffentliche Nahverkehr am Sonntag weitgehend still, auch der Nachtbusverkehr für die Nacht zu Montag wurde eingestellt. Nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe fielen im Stadtgebiet und im Umland aufgrund der "starken Schneefälle und -verwehungen" sämtliche Straßenbahnen und Busse aus.

Das Unternehmen bittet alle Fahrgäste, sich am Montag vor Fahrtantritt über die Verkehrslage zu informieren. Die Übersicht dazu finden Sie hier.

Eine Straßenbahn steht während starken Schneefalls am Augustusplatz in Leipzig
Nichts geht mehr in der Nacht zu Montag im Nachtverkehr der LVB. Ob und welche Bahnen am Montag rollen, entscheidet sich in der Nacht. Bildrechte: dpa

Deutsche Bahn: Ausfälle im Schienenverkehr

Wegen der verschärften Wetterlage kommt es im Fernverkehr der Bahn aktuell und auch zu Wochenanfang zu größeren Einschränkungen, wie die Deutsche Bahn (DB) am Sonntag mitteilte. Demnach ist vor allem die Region um Leipzig betroffen. Die Messestadt wird nicht mehr vom Fernverkehr angefahren. Viele Verbindungen im Osten Deutschlands sind bis auf Weiteres eingestellt. Betroffen sind Verbindungen von und nach Halle, Berlin, Dresden, Erfurt und Magdeburg.

Am Sonntagabend meldete die Bahn, dass nun auch von Dresden aus bis auf weiteres keine Fernverkehrszüge mehr in Richtung Leipzig, Frankfurt, Hannover und Köln fahren werden.

Kulanzregelungen für Bahnfahrten ausgeweitet

Im Hauptbahnhof Leipzig wurden nach Bahnangaben Aufenthaltszüge für wartende Fahrgäste bereitgestellt. Außerdem habe sich das Unternehmen im Vorfeld auch Hotelkapazitäten gesichert.

Erste Abellio-Züge rollen wieder

Nachdem der Anbieter Abellio Rail Mitteldeutschland am Sonntag vorübergehend seinen Zugverkehr komplett eingestellt hatte, waren einige Züge am Sonntagnachmittag wieder unterwegs - allerdings nur sehr wenige und sehr unregelmäßig, teilte das Bahnunternehmen mit. Konkret gelte das auf den Strecken Halle-Merseburg-Naumburg-Jena-Saalfeld und Markranstädt-Naumburg-Weimar. Am Abend legten Schneeverwehungen den Streckenverkehr wieder lahm.

Mit einer schrittweisen Wiederaufnahme des Betriebes ist frühestens ab den Vormittagsstunden des Montag zu rechnen.

Mitteilung des Verkehrsunternehmens Abellio Rail

Beeinträchtige Autobahnen und Straßen

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Glatteis, vor allem in Westsachsen. Der MDR-Verkehrsdienst und der ADAC melden am Sonntagabend (Stand: 21 Uhr) Wetterbeeinträchtigungen für:

  • A 72 Leipzig Richtung Hof zwischen Borna-Nord und Chemnitz-Röhrsdorf in beiden Richtungen Schneeverwehungen und Sichtbehinderungen
  • K 8104 - K 8104 zwischen Satzung und Am Hirtstein im Erzgebirge Schneeverwehungen, beide Fahrtrichtungen gesperrt nicht mehr passierbar

Straßen und Schienenwege können unpassierbar sein. Vermeiden Sie alle Autofahrten!

Warnung des Deutschen Wetterdienstes

Auch der Automobilclub ADAC rät dazu, nicht notwendige Fahrten am Montag zu überdenken. Wer trotzdem unterwegs ist, sollte sicherstellen, dass die Autobatterie aufgeladen, eine Notausrüstung an Bord ist "und unter anderem auch eine Decke mit ins Auto" genommen wird.

Rückblick: Am Sonntag kein Chaos

Trotz teilweise heftiger Schneefälle ist das große Verkehrschaos auf den Straßen in Sachsen bis Sonntagnachmittag ausgeblieben. Wie die Polizei mitteilte, kam es vereinzelt zu Unfällen. Auf der Autobahn 4 stellten sich im Landkreis Bautzen zwischen den Anschlüssen Burkau und Ottendorf-Okrilla zwei Lastwagen quer. Das verursachte einen kilometerlangen Stau. Auf der A14 von Halle in Richtung Leipzig hatte sich bei Schkeuditz ebenfalls ein Lastwagen quer gestellt.

Wetter Schnee und Wüstensand bedecken Sachsen

Zwei Tiefdruckgebiete überlagerten sich am Sonntag und sorgten in Sachsen für Neuschnee. Gleichzeitig vermischten sich die Flocken mit aufgewirbelten Sand aus der Sahara und verfärbten den Schnee mancherorts gelb.

Ein Auto steht hinter einer Schneewehe am Straßenrand. Auf der Straße liegt Schnee.
Das Tiefdruckgebiet "Tristan" hat vor allem in der Region Leipzig für viel Neuschnee gesorgt. Der Deutsche Wetterdienst hatte eine Unwetterwarnung vor Schneeverwehungen für den Sonntag herausgegeben. Bildrechte: News5
Ein Auto steht hinter einer Schneewehe am Straßenrand. Auf der Straße liegt Schnee.
Das Tiefdruckgebiet "Tristan" hat vor allem in der Region Leipzig für viel Neuschnee gesorgt. Der Deutsche Wetterdienst hatte eine Unwetterwarnung vor Schneeverwehungen für den Sonntag herausgegeben. Bildrechte: News5
Verschneite Straße in Leipzig
In der Stadt Leipzig sind am Sonntag etwa zwölf Zentimeter Neuschnee gefallen. Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow
Eine Straßenbahn mit einem Schneeräumschild
Aufgrund der Schneemenge mussten die Leipziger Verkehrsbetriebe den öffentlichen Nahverkehr fast vollständig einstellen. Bildrechte: News5
Ein Auto ist mit einer leichten Schneedecke überzogen, die aufgrund von Sandeinschlüssen verfärbt ist. In den Schnee wurde "SAHARA STAUB" geschrieben
Weiter südlich, wie hier in Meerane, ist deutlich weniger Schnee gefallen. Auffällig war jedoch der Sand aus der Sahara, der durch ein Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa auch nach Sachsen gewirbelt wurde, und sich mit dem Schnee niederschlug. Bildrechte: MDR/Ralp Köhler
Ein Kleinbus ist von einer Eisschicht überzogen und steht im Schnee
Schnee, Wind und eisige Temperaturen sorgten auf dem Fichtelberg für eine Eisschicht auf Autos, Pflanzen und Gebäuden. Bildrechte: MDR/Andre März
Bäume auf dem Gipfel des Fichtelberges sind von einer Eisschicht überzogen. Im Hintergrund ragt ein Turm aus dem Nebel.
Bäume und Sträucher waren auf dem Fichtelberg mit teils bizarr wirkenden Eispanzern überzogen. Bildrechte: MDR/Andre März
Ein Mann fährt, gezogen von einem Lenkdrachen, mit einem Snowboard über eine verschneite Wiese
Im Dresdner Stadtteil Kleinzschachwitz hat ein Sportler die Kombination aus Schnee und Wind zum Snowkiten genutzt. Bildrechte: MDR/Jana Hanusch
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Schneefreude bei vielen Sachsen

Auch wenn es in Teilen des Freistaats zu Einschränkungen im Schienen- und Nahverkehr kommt, schien am Sonntag bei vielen Sachsen die Freude über den Neuschnee zu überwiegen. In den sozialen Netzwerken wie Twitter teilen Nutzer Bilder unter dem Stichwort #Flockdown.

Ein Frau läuft in Dresden auf dem verschneiten Neumarkt vor der Frauenkirche Langlauf
Ein besonderes Skivergnügen genoss am Sonntag eine Dresdnerin vor der Frauenkirche. Bildrechte: dpa

Darunter sind auch immer wieder Bilder, die eine rötliche Schneedecke zeigen. Verantwortlich dafür ist Staub aus der Sahara. Er sorge für eine meist gelblich-rote Verfärbung, sagte Torsten Lehne vom DWD in Leipzig. Er ist auch dafür verantwortlich, dass in Teilen Bayerns der Himmel in ein trübes Licht getaucht ist. Grund sei ein Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa: Die entstandenen Winde transportieren Staub aus der Wüste über das Mittelmeer direkt nach Deutschland.

Quelle: MDR/kp/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.02.2021 | 07:00 Uhr in den Nachrichten

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