Winterchaos Massive Verkehrsprobleme durch Neuschnee in Sachsen

Schneefälle und Verwehungen sorgen in Sachsen für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Auf Autobahnen und Bundesstraßen blockieren vor allem an Anstiegen quer stehende Lkw die Fahrbahn, so auf der A4, A72, B101 und B170. Auch bei Bussen und Bahnen gibt es erhebliche Probleme, in Leipzig wurde der komplette Straßenbahn- und Busverkehr eingestellt. Auch im Fernverkehr steht derzeit alles still.

Autos und LKWs stehen auf der Autobahn 4 in Richtung Frankfurt bei Dresden durch Schneefall im Stau.
Bildrechte: dpa

Viele Lkw auf Autobahnen und Bundesstraßen stecken fest

Weitere Schneefälle und Verwehungen sorgen in Sachsen für erhebliche Behinderungen auf Straßen und Schienenwegen. Auf Autobahnen und Bundesstraßen blockieren vor allem an Anstiegen querstehende Lkw die Fahrbahn - so auf der A4, A72, B101 und B170. Auf der A4 zwischen Wilsdruff und dem Dreieck Nossen hat gefrorenes Löschwasser nach einem Fahrzeugbrand die Lage zusätzlich verschärft. Auf der Autobahn 4 am Burkauer Berg in Richtung Dresden musste das Technische Hilfswerk liegen gebliebene Lkw freischleppen, ebenso am Brabschützer Berg bei Dresden.

Winterwetter Schneechaos in Sachsen

Sachsenweit haben Schneefall und Glätte den Verkehr in Sachsen stundeweise zum Erliegen gebracht. Auf der A4 und der A17 ging vielerorts nichts mehr, auch der ÖPNV kam mancherorts zum Erliegen.

Schnee-Unfall eines LKW bei Zwochau
Auf der S2 bei Zwochau in der Region Leipzig kam ein 40-Tonner von der Fahrbahn ab und kippte in den Straßengraben, der Fahrer musste von der Feuerwehr befreit werden. Er blieb aber unverletzt. Bildrechte: MDR/Tobias Junghannß
Schnee-Unfall eines LKW bei Zwochau
Auf der S2 bei Zwochau in der Region Leipzig kam ein 40-Tonner von der Fahrbahn ab und kippte in den Straßengraben, der Fahrer musste von der Feuerwehr befreit werden. Er blieb aber unverletzt. Bildrechte: MDR/Tobias Junghannß
Einsatzkräfte vom THW helfen steckengebliebenen Sattelzügen auf der A4 bei Burkau.
Auf der A4 am Burkauer Berg stecken viele Lkw fest und müssen vom THW freigeschleppt werden. Bildrechte: Rocci Klein
Autos und LKWs stehen auf der Autobahn 4 in Richtung Frankfurt bei Dresden durch Schneefall im Stau.
Auf der A4 bei Dresden steckten am Morgen hunderte Autofahrer fest. Bildrechte: dpa
Autos und Lastwagen stehen am frühen Morgen bei Schneefall auf der verschneiten Autobahn 4 bei Dresden im Stau, während ein Mann neben seinem Auto steht.
Schon in den frühen Morgenstunden steckten Autofahrer auf der A4 am Brabschützer Berg bei Dresden fest. Bildrechte: dpa
Das THW schleppt auf der A4 bei Dresden steckengebliebene Lastwagen ab.
Dort musste das THW liegen gebliebene Lkw abschleppen. Bildrechte: xcitepress
Ein Zug im Schnee.
Auf der Bahnstrecke zwischen Dresden und Leipzig ist am Montag nur der Regionalexpress unterwegs. Bildrechte: dpa
Eine Straßenbahn steht auf verschneiten Gleisen in der Innenstadt.
In Leipzig musste der Betrieb von Straßenbahnen und Bussen eingestellt werden. Bildrechte: dpa
Ein eingschneiter Pkw auf einer Straße in Zwickau.
Auch in Zwickau ließen viele Autofahrer ihren Wagen stehen. Bildrechte: Ralph Köhler
Autos und Straßenbahnen kommen auf der Königsbrücker Landstraße in Dresden nur langsam vorwärts.
Im morgendlichen Berufsverkehr in Dresden ging es nur schleppend voran. Bildrechte: Daniela Kahls
Verkehrschaos auf der Autobahn bei Dresden.
Überhaupt auf die A4 zu gelangen, war den ganzen Tag über für Autofahrer nicht einfach. Bildrechte: Roland Halkasch
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Zudem sorgten Schneeverwehungen und böiger Wind zwischen Leipzig und Chemnitz für schwierige Straßenverhältnisse und schlechte Sicht. Die Polizei rief dazu auf, besonders vorsichtig zu fahren. Landesweit sind zahlreiche, meist kleinere Straßen wegen Schneeverwehungen gesperrt. Autofahrer im Dresdner und Leipziger Stadtverkehr müssen sich auf lange Staus gefasst machen.

Die Polizeidirektion Dresden meldete bis zum späten Vormittag 37 Unfälle. Drei Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Meist habe es sich aber um Blechschäden gehandelt. In der Oberlausitz kam es zu rund 30 Verkehrsunfällen mit zwei Verletzten. Die Polizei rief dazu auf, besonders vorsichtig zu fahren.

Der Automobilclub ADAC rät dazu, nicht notwendige Fahrten am Montag zu überdenken. Wer trotzdem unterwegs ist, sollte sicherstellen, dass die Autobatterie aufgeladen, eine Notausrüstung an Bord ist "und unter anderem auch eine Decke mit ins Auto" genommen wird.

Bahn- und öffentlicher Nahverkehr stark beeinträchtigt

Der Verkehr der Deutschen Bahn in Sachsen ist wegen des Wintereinbruchs erheblich eingeschränkt. So wurde der Fernverkehr von und nach Leipzig bis mindestens mittags komplett eingestellt, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Von Leipzig nach Dresden fuhr zunächst lediglich der RE 50 über Riesa. Es werde mit Hochdruck an einer Verbesserung der Situation gearbeitet, eine Prognose sei aber nicht möglich.

Da sich die Situation aber schnell ändern könne, sollten sich Reisende vor Fahrtantritt über die kostenlose Hotline 08000-996633 oder im Internet informieren. Zudem seien eine Verschiebung der Fahrt auf die kommenden Tage oder eine kostenlose Stornierung möglich.

Der S-Bahnverkehr in Leipzig ist demnach auf den Strecken S1, S2 sowie S9 eingestellt. In Dresden laufe der S-Bahnverkehr aber mit Verspätungen und Einschränkungen. Die Verbindung von Leipzig nach Halle ist laut der Bahnsprecherin derzeit mit der S-Bahn und von Leipzig nach Bitterfeld mit dem Regionalverkehr möglich. Schienenersatzverkehr sei auch nur sehr eingeschränkt möglich.

Ein Zug im Schnee.
Zwischen Dresden und Leipzig verkehrt derzeit nur der Regionalexpress. Bildrechte: dpa

Wie die Länderbahn mitteilte, gibt es im Trilex-Ostsachsennetz Verspätungen und Ausfälle insbesondere durch Weichenstörungen in Dresden, Bautzen, Bischofswerda und Zittau. Auch bei der Vogtlandbahn kommt es durch den starken Schneefall zu Störungen im Regelbetrieb. Das führt zu zum Teil erheblichen Verspätungen im Netz.

LVB stellen Betrieb vorübergehend ein

Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben ihren Betrieb eingestellt. Derzeit würde man versuchen, die in den Schneewehen liegen gebliebenen Bahnen in die Depots zu schleppen, sagte Unternehmenssprecher Marc Backhaus MDR SACHSEN. Wann genau der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sei noch nicht klar. Ein normaler Regelbetrieb sei heute aber nicht mehr zu erwarten.

Die Schneeverwehungen machen uns am meisten Sorgen. Wenn eine Schiene freigeräumt wurde, kommt ein heftiger Windstoß und alles ist wieder zugestopft.

Marc Backhaus Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe

Eine Straßenbahn steht auf verschneiten Gleisen in der Innenstadt.
In Leipzig stehen Busse und Straßenbahnen still Bildrechte: dpa

Auch der Regionalbus Leipzig wurde am Morgen zunächst komplett eingestellt. Andere Busunternehmen in der Region haben den Betrieb ebenfalls weitgehend eingestellt.

Straßenbahnen in Dresden und Chemnitz fahren mit Einschränkungen

In Dresden sind die Straßenbahnen auf den wichtigsten Linien im Einsatz, es kommt auch auch hier zu Ausfällen. "Die Fahrgäste müssen aber mit Einschränkungen und Verspätungen vor allem auf den bergigen Strecken rechnen", sagte der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe, Falk Lösch. In der Landeshauptstadt bereiteten vor allem zugefrorene Weichen Sorge.

Auch in Chemnitz fahren Busse und Straßenbahnen. "Es gibt auf vereinzelten Strecken zwar erhebliche Einschränkungen, aber es ist keine einzige Linie eingestellt worden", sagte die Sprecherin der Chemnitzer Verkehrs-AG, Juliane Kirste. Einige Buslinien müssten witterungsbedingt jedoch eine andere Strecke fahren.

In einigen Orten keine Müllabfuhr wegen Schneefalls

Wegen des kräftigen Schneefalls sind die Müllabfuhren in Sachsen vielerorts ausgefallen. Der Landkreis Bautzen teilte mit, dass die Entsorgungsfahrzeuge wegen der "Einschränkungen und Gefahren für Personal und Material" in den Depots geblieben seien. Auch im Vogtland und im Landkreis Leipzig wurden die Sammeltouren gestrichen. Die Müllabfuhr soll nachgeholt werden, sobald sich die Lage normalisiert hat.

Frostige Temperaturen

Nach Angaben des MDR-Wetterstudios soll der Schneefall erst im Tagesverlauf langsam nachlassen. Für den Westen und Südwesten Sachsens galten bis zum Mittag Unwetterwarnungen.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) befindet sich sehr kalte Polarluft über Sachsen. In der kommenden Woche setzt sich demnach das Winterwetter mit frostigen Temperaturen fort. Allerdings solle es dann zunehmend aufklaren und die Sonne sich blicken lassen. In den klaren Nächten könne die Temperatur bis auf minus 20 Grad fallen. Tagsüber seien dann Höchsttemperaturen um die minus 10 Grad möglich.

Quelle: MDR/ma/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.02.2021 | 05:00 Uhr in den Nachrichten

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