Prognose Bettenkapazität Corona Kritische 1.300-Betten-Marke nächste Woche erreicht

Neben der 7-Tage-Inzidenz ist die Bettenkapazität eine weitere wichtige Betrachtungsgröße für die sächsische Landesregierung, wenn es um Lockerungen oder Verschärfungen der Corona-Maßnahmen geht. Als Grenzwert wurde die Zahl von 1.300 Covid-19-Patienten auf den Normalstationen der Krankenhäuser festgelegt. Wie ist der aktuelle Stand der Bettenbelegung in Sachsen?

Universitätsklinikum Leipzig. Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Im Bild: Hinweis auf Besucherstopp in der Uni Klinik
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Nach Ansicht des medizinischen Vorstands des Dresdner Uniklinikums, Professor Michael Albrecht, wird nächste Woche die Zahl der Corona-Patienten auf Normalstationen auf über 1.300 steigen.

Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht
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Von gestern auf heute sind sachsenweit 98 Patienten neu aufgenommen worden. Wenn die Dynamik so bleibt, erreichen wir in den nächsten Tagen diese 1.300 Betten.

Professor Michael Albrecht Medizinischer Vorstand Uniklinikum Dresden

Nach der sächsischen Corona-Schutzverordnung würde das eine Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen nach sich ziehen. Lockerungen wie Click&Meet im Handel oder Corona-Modellprojekte müssten zurückgenommen werden.

Regional besonders betroffen ist momentan Westsachsen. Friedrich München, stellvertretender Geschäftsführer Krankenhausgesellschaft Sachsen, erklärte MDR SACHSEN: "Wir haben einen ganz klaren Brennpunkt, das ist der alte Regierungsbezirk Chemnitz, da haben wir über 650 Betten mit Covid-Patienten belegt." Für die Region gelten 500 belegte Betten als Grenzwert. Entspannter sei die Lage noch in Leipzig und in Dresden, so Friedrich München.

Aktuelle Zahlen Die Gesamtkapazität an Normalstationsbetten für Corona-Patienten liegt in Sachsen bei 1.623. Davon sind derzeit 1.194 belegt. Die Gesamtkapazität an ITS-Betten liegt in Sachsen bei insgesamt 434. Belegt waren davon am 14. April insgesamt 367.

Weiterhin werden im Unterschied zu den vorangegangenen Wellen auch viele jüngere Patienten eingeliefert. Neben der Durchimpfung in Pflegeheimen sieht Albrecht dafür die britische Virusvariante bei Jüngeren als Grund. Und: "Vielleicht auch zunehmende Sorglosigkeit." Das Durchschnittsalter auf Intensivstationen liege bei knapp unter 60 Jahren, zum Jahresende 2020 waren es im Durchschnitt Menschen Mitte 70.

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 14. April 2021 | 19:30 Uhr

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