Erneuerbare Energie Solarindustrie in Sachsen profitiert von starker Nachfrage

Noch vor etwa zehn Jahren litt die deutsche Solarwirtschaft massiv unter der Konkurrenz aus Asien. Auch die sächsische Solarindustrie traf es hart. Jetzt erlebt die Branche ein Comeback - und will weiter wachsen.

Solarwerk Meyer Burger Freiberg
Das Solarwerk Meyer Burger in Freiberg hat 2021 laut eigenen Angaben die Zahl der Beschäftigten von 600 auf 900 erhöht. Bildrechte: MDR/Meyer Burger

Getrieben von großer Nachfrage bauen Sachsens Photovoltaikhersteller 2022 ihre Produktion aus und planen weitere Einstellungen. Bei Meyer Burger in Freiberg soll die jährliche Produktionskapazität nach Unternehmensangaben von 400 auf 1.000 Megawatt steigen. Der Maschinenbauer hatte dort erst im vergangenen Jahr den einstigen Solarstandort wiederbelebt und die Modul-Produktion gestartet.

Die Zellen dafür werden in Thalheim (Sachsen-Anhalt) hergestellt, wo die Kapazitäten auf 1,4 Gigawatt erhöht werden, wie Meyer-Burger-Vorstandschef Gunter Erfurt sagte. Eine weitere Modulfertigung baue das Unternehmen in den USA auf. "Die Photovoltaik wird in den kommenden Jahren ein Jobmotor sein", sagte Erfurt. Allein sein Unternehmen habe 2021 die Zahl der Beschäftigten von 600 auf 900 erhöht.

Blick auf das Werk der Meyer Burger Technology AG in Freiberg.
Blick auf das Werk der Meyer Burger Technology AG in Freiberg. Bildrechte: dpa

Meyer Burger will weiter wachsen

Bis 2027 will Meyer Burger die Kapazitäten auf sieben Gigawatt ausbauen mit dann 3.000 bis 3.500 Mitarbeitern. Der Vorteil sei, dass das Unternehmen die Produktionsmaschinen selbst entwickle und herstelle, so Erfurt. Zuletzt hatte es allerdings mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Zahlreiche Mitarbeiter seien wegen Krankheit und Quarantäne ausgefallen, so dass die Produktion gedrosselt werden musste.

Nach Angaben des Branchenverbandes BSW hat der Absatz an Solarmodulen in Deutschland 2021 um zehn Prozent zugelegt. Demnach wurden etwa 240.000 Solarstromanlagen mit einer Leistung von 5,3 Gigawatt neu installiert.

Noch vor etwa zehn Jahren litt die deutsche Solarwirtschaft massiv unter der Konkurrenz billiger Module aus Asien: Die Branche stürzte in eine tiefe Krise mit Pleiten und Werkschließungen. Betroffen war auch der Standort von Solarworld in Freiberg. Dort werden seit vorigem Jahr nun wieder Module hergestellt.

Auch Solarwatt in Dresden wächst

Auch Solarwatt in Dresden denkt über weitere Investitionen nach. "Wir können selbst bei voller Auslastung die Nachfrage derzeit nicht bedienen", sagte Geschäftsführer Detlef Neuhaus. Deswegen werde eine Erweiterung der Produktion geprüft. Das Unternehmen hatte 2021 neue Fertigungslinien für Module sowie Batteriespeicher in Betrieb genommen. Beides laufe noch nicht auf Volllast.

Solarwatt hat seit 2018 den Umsatz verdoppelt: Von 80 Millionen auf 160 Millionen Euro. Für dieses Jahr werden nun sogar 265 Millionen Euro angepeilt. Zudem sollen laut Neuhaus weitere 100 Menschen eingestellt werden und die Mitarbeiterzahl auf etwa 700 steigen. Momentan schreibe das Unternehmen aber noch keinen Gewinn. Dieses Ziel solle 2023 erreicht werden.

Dulig: Solarindustrie hat wieder Strahlkraft

"Die sächsische Solarindustrie hat wieder Strahlkraft und deckt große Teile der Wertschöpfungskette ab", sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Die Herstellung von Solarmodulen in Sachsen helfe, Deutschland unabhängiger von Gas- und Ölimporten zu machen.

Dulig hatte sich am Dienstag mit dem Ostbeauftragten der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), über die Produktion von Solarmodulen in Freiberg informiert. Schneider bezeichnete die Energiewende bei seinem Besuch als eine der Hauptaufgaben von Bund und Ländern.

Quelle: MDR(sar),dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 18. Januar 2022 | 20:00 Uhr

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