Wetter Starker Regen hält Feuerwehren im Südwesten von Sachsen auf Trab

Der Regen scheint in diesem Jahr kein Ende zu nehmen. Wie schnell es brenzlig werden kann, hat sich am Sonnabend vor allem im Zwickauer Land in der Region Glauchau gezeigt. Innerhalb kurzer Zeit trat der Lungwitzbach über die Ufer. Betroffen war von dem starken Regen auch Mittelsachsen, wo zahlreiche Keller vollliefen.

Die überflutete Staatsstraße S245 bei Glauchau.
An der Staatsstraße 245 bei Glauchau trat der Lungwitzbach über die Ufer. Nur die Feuerwehr kam dort mit ihrem großen Einsatzauto noch durch. Bildrechte: Bernd März

Der starke Regen von bis zu 70 Liter pro Quadratmeter hat in der Nacht zu Sonnabend im Zwickauer Land zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Einige Einsätze sind noch nicht abgeschlossen. Wie die Rettungsleitstelle in Zwickau mitteilte, sind gegenwärtig noch Kameraden auf der B173 bei Schönfels zu Gange, weil dort Schlamm vom Feld auf die Fahrbahn gespült worden ist. Die Bundesstraße ist deshalb den Angaben zufolge momentan halbseitig gesperrt. Feuerwehr und Straßenmeisterei seien dabei, die Straße zu reinigen, hieß es.

Die überflutete Staatsstraße S245 bei Glauchau.
Die Wassermassen haben die S 245 vollständig überspült. Bildrechte: Bernd März

Überflutete Straßen und Keller

Ähnlich war die Lage in Gersdorf, wo es nach Informationen der Rettungsleitstelle seit dem Vormittag reichlich zehn Feuerwehreinsätze gab. In dem Ort wurde ebenfalls Schlamm vom Feld auf die Hauptstraße gespült. Auch die Siedlerstraße wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr öffnete daraufhin die Gullydeckel, damit das Wasser wieder abfließen kann. Neben den Straßen liefen außerdem ein Garagenhof sowie das Freibad voller Wasser.

Im Glauchauer Ortsteil Niederlungswitz trat nach Angaben der Leitstelle der Lungwitzbach an der Staatsstraße 245 über die Ufer, so dass entlang des Baches fünf Keller und eine Baustelle ausgepumpt werden mussten. Darüber hinaus mussten die Kameraden eine Stützwand mit Sandsäcken und Holzbowlen vor den Wassermassen schützen. Laut Landeshochwasserzentrum hatte der Lungwitzbach am Sonnabend um 11 Uhr einen Wasserstand von 1,81 Meter erreicht, so dass Alarmstufe 2 (ab 1,80 Meter) in Kraft trat. Gegen 16:30 Uhr war der Pegel auf 1,14 Meter zurückgegangen. Normalerweise beträgt er nur 42 Zentimeter.

Die überflutete Staatsstraße S245 bei Glauchau.
Das Wasser kommt den am Straßenrand stehenden Häusern immer näher. Die Feuerwehr verteilte deshalb Sandsäcke. Bildrechte: Bernd März

Steine, Schlamm und Gullydeckel auf der Straße

Im Einzugsbereich der Rettungsleitstelle Chemnitz war vor allem der Landkreis Mittelsachsen betroffen. Insgesamt 26 Mal musste die Feuerwehr laut Leitstelle ausrücken, allein achtmal in Burgstädt, um Keller auszupumpen. Wasser im Keller gab es zudem in Lunzenau sowie in der Gemeinde Königshain-Wiederau. Im Ortsteil Stein wurden außerdem Steine und Schlamm auf die Bergstraße gespült. Im Chemnitzer Stadtteil Einsiedel sorgte der Regen dafür, dass ein Gullydeckel angehoben wurde und auf der Fahrbahn lag. Die Rettungsleitstellen weisen darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der Einsätze aufgrund von Nachmeldungen noch höher liegen kann.

Bach drohte in Podelwitz überzulaufen

Angespannt ist die Lage auch in Colditz im Landkreis Leipzig. Wie ein Reporter berichtet, drohte in Podelwitz ein kleiner Bach über die Ufer zu treten. Nur wenige Zentimeter fehlten bis zum Überlaufen. Problematisch ist den Angaben zufolge derzeit vor allem, dass viele Böden vom Regen gesättigt sind und deshalb beispielsweise auf Feldern Wasser sofort abfließt. Kleine Rinnsale können so innerhalb kürzester Zeit anschwellen. Die für die kommenden Tage angekündigten Regenfälle könnten die Situation noch verschärfen.

Entlang einer Straße verläuft ein randvoll mit Wasser gefüllter Bach.
Auch in Podelwitz stieg der Pegel eines kleinen Baches bedrohlich an. Bildrechte: Sören Müller

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 28. August 2021 | 19:00 Uhr

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