Hochschulen Mehr als 3.000 Geflüchtete aus der Ukraine wollen in Sachsen studieren

Für Geflüchtete aus der Ukraine haben die Hochschulen in Sachsen Bewerbungsfristen verlängert und verzichten beispielsweise auf Gebühren bei der Gasthörerschaft. Besonders die großen Städte wie Leipzig und Dresden sind gefragt. Hier werden langsam die Plätze knapp.

Studentenleben vor dem Hörsaalgebäude.
Besonders die Uni in Leipzig ist bei Studierenden aus der Ukraine beliebt. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Mehr als 3.000 Geflüchtete aus der Ukraine wollen in Sachsen studieren. Vor allem für Plätze an der Universität Leipzig bestehe großes Interesse, hier gebe es bereits 1.500 Anfragen, sagte Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow am Dienstag. Für Dresden gebe es 950 Interessenten, für Chemnitz 165. Weniger gefragt seien Hochschulen in Zwickau oder Freiberg. Dort gebe es aber noch Kapazitäten, Studierende aus der Ukraine aufzunehmen. Viele Hochschulen im Freistaat hätten ihre Bewerbungsfristen verlängert und die Gebühren für eine Gasthörerschaft erlassen.

Hochschulportal für Geflüchtete erweitert

In den Zahlen sind laut Wissenschaftsministerium auch Frauen und Männer aus Drittstaaten erfasst, die in der Ukraine bei Kriegsausbruch studiert haben und dann nach Deutschland geflohen sind. Die sächsische Kampagne "Pack Dein Studium" sei inzwischen um eine spezielle Seite für ukrainische Flüchtlinge erweitert worden, um den Zugang zu Hochschulen in Sachsen zu erleichtern.

Medizinstudium besonders gefragt

Für die vor dem Krieg Geflüchteten gehe es darum, ein Studium fortzusetzen oder neu aufzunehmen, so Gemkow. Wegen knapper Ressourcen sei besonders die Vermittlung von Medizinstudienplätzen schwer. Alternativ würden sich Bewerberinnen und Bewerber zum Teil nach anderen Studienfächern umschauen, zum Beispiel für das Fach Psychologie. Eine starke Nachfrage gebe es auch für die Naturwissenschaften, hieß es.

Fehlende Lehrer für Sprachkurse

Eine besondere Hürde für die Geflüchteten sei die Sprachbarriere. Deutsch würden die wenigsten sprechen und selbst Englisch könne nicht bei allen vorausgesetzt werden. Derzeit gibt es Gemkow zufolge 600 Bewerber für Deutsch-Sprachkurse, die Platzkapazität liege bei 520. Es fehle an Lehrern. Einige Studierende seien aber auch schon an einer Hochschule eingeschrieben. Zudem hätten Sprachkurse für Studierende bereits begonnen.

MDR (bj/epd/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 03. Mai 2022 | 16:00 Uhr

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