Orkantief Roxana Mehrere Verletzte, Sturm und Schnee in Sachsen

Dachschäden, Schneeverwehungen, Zug- und Telefonausfälle - der Orkantief "Roxana" hat am Sonntag in Sachsen die Rettungskräfte gefordert. Dennoch hielten sich die Störungen und Behinderungen in Grenzen, konstatierte die Polizei in Chemnitz. Am Montag gab es in Teilen Sachsens wieder Probleme, weil es stürmte und teils spiegelglatt auf den Straßen war.

Ein mittelgroßer Lkw ist von der Straße abgekommen und seht mit der linken Seite in einer Kurve im Schnee. Er droht einen Abhang herunterzurutschen. Die Feuerwehr Beiersdorf ist bereits am Unfallort und hat eine Seilwinde an den Lkw montiert, um ihn von der gefährlichen Stelle wegzuziehen.
Auf glatter Straße ist der weiße Lkw in Grünhain von der Oswaldtalstraße abgekommen und drohte, den Abhang hinunterzurutschen. Die Feuerwehren aus Beierfeld und Grünhain halfen ihm aus misslicher Lage. Bildrechte: Nico Mutschmann

Sachsen hat den stürmischen Sonntag vergleichsweise glimpflich überstanden. Schnee und glatte Straßen beschäftigen seit dem Morgen jedoch Autofahrer in Westsachsen. Besonders Lkw haben Probleme, meldeten Polizei und MDR-Verkehrsdienst. So stellten sich auf der B95 bei Schönfeld mehrere Laster quer. Auch auf der B101 zwischen Heinzebank und Lengefeld blieben Lkw liegen. Auf der A72 kam es zudem zwischen Chemnitz und Stollberg zu mehreren Unfällen.

Bei Obercrinitz in Richtung Bärenwalde kam es auf glatter Straße zu einem Frontalzusammenstoß mit drei Verletzten und 25.000 Euro Sachschaden: Ein 27 Jahre alter Autofahrer kollidierte in einer Kurve mit einem Pkw. Der 67 Jahre alte Fahrer und seine 62 Jahre alte Beifahrerin wurden schwer verletzt.

Schneeverwehungen im Erzgebirge - Neuschnee in der Nacht zum Dienstag

Besonders sturmumpeitscht war am Montag der Fichtelberg im Erzgebirge, über den es mit Windstärke von 8 bis 9 hinwegfegte, sagte Wilhelm Gürtler vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Das seien Geschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometer in der Stunde gewesen. Der Sturm habe auch viel Schnee ins Erzgebirge gebracht. Genaue Angaben zu den Windverhältnissen auf dem Fichtelberg waren nach Gürtlers Angaben am Montag nicht möglich, weil die Windmessung ausgefallen sei.

Der Meteorologe kündigte weitere Schneefälle in der Nacht zum Dienstag an. Es wird weiter stark böiger Westwind vorausgesagt, auf dem Fichtelberg auch wieder schwere Sturmböen. Dann könnte es auch wieder Verkehrsbehinderungen durch Glätte und Schneeverwehungen geben.

Freizeitsportler trotzen Wind

Trotz heftiger Schneeschauer und starkem Wind lief der Skibetrieb am Fichtelberg am Montag fast ohne Einschränkungen. Nur der Vierer-Sessellift konnte aus Sicherheitsgründen keine Skifahrer befördern. René Lötzsch von der Fichelberg-Schwebebahn GmbH freute sich aber über die 60 bis 70 Zentimeter festgefahrene Schneedecke auf den Pisten.

Sicher ist es für den Skifahrer an einigen Stellen ungemütlich. Dort, wo es richtig pustet und auch schneit zwischendurch. Es sind trotzdem Viele am Skihang, die das wunderbare Winterwetter und auch den Schnee genießen.

René Lötzsch Fichelberg-Schwebebahn GmbH

Sürmischer Wochenbeginn in Sachsen

Wind- und Sturmböen hatten Rettungsdiensten auch am späten Sonntagabend Arbeit bereitet. Die Polizei Chemnitz sprach jedoch von wenigen Einsätze. Unter anderem waren Bäume vom Sturm umgerissen worden und blockierten Verkehrswege. Zwischen Oederan und Flöha auf der Sachsenmagistrale war ein Baum auf die Gleise gestürzt. Dadurch kam es zu Behinderungen im Bahnverkehr.

Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Chemnitz
In Chemnitz musste die Feuerwehr ein Dach sichern. Teile davon hatten sich am Sonntag im Sturm gelöst. Bildrechte: Jan Härtel

Sturmböe erfasst Auto auf B173

Der Sturm hatte auch Dachschäden an einzelnen Gebäuden verursacht. In Dresden-Cossebaude riss ein umsgestürzter Baum zwei Telefonmasten um. Nahe dem Dresdner Hauptbahnhof entfernten Feuerwehrleute aus einem Rohbau ein lose gewordenes Baugeländer, das abzustürzen drohte.

Auf der B173 zwischen Freiberg und Oberschöna verunglückte im Sturm Sonntagnachmittag ein Autofahrer. Sein Pkw war von einer Böe erfasst worden. Dadurch verlor der 52 Jahre alte Fahrer laut Polizei die Kontrolle und prallte an einen Straßenbaum. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

MDR (lam/kk/red.)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 07. Februar 2022 | 06:30 Uhr

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