Sturmschäden Aufräumarbeiten in Sachsens Wäldern nach Sturm "Ignatz" dauern an

In Sachsens Wäldern wird nach dem Sturmtief "Ignatz" noch aufgeräumt. Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist weiter gesperrt. Generell fielen die Schäden in der Forstwirtschaft geringer aus als befürchtet.

Baum fällt in Telefonleitung 21.10.2021 Pfaffendorf, Landkreis Görlitz
Zuerst sind die Waldbesitzer ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen und haben Bäume, die auf Straßen gefallen waren oder zu fallen drohten, beseitigt. Nun wird in den Wäldern "aufgeräumt". Bildrechte: imago images/lausitznews.de

In Sachsens Wäldern dauern die Aufräumarbeiten nach Sturm "Ignatz" von Ende vergangener Woche an. Im Nationalpark Sächsische Schweiz gelte am Dienstag noch ein weitestgehendes Betretungsverbot, sagte Renke Coordes, Pressesprecher von Sachsenforst auf Anfrage von MDR SACHSEN. Das Betretungsverbot gelte für etwa 90 Prozent des Nationalparks. Aufgrund sehr vieler abgestorbener Fichten bestehe extreme Baumsturzgefahr. Die Lage werde jeden Tag neu bewertet.

Sturmschäden Sächsische Schweiz
Im Nationalpark Sächsische Schweiz sind 90 Prozent der Fläche aktuell gesperrt. Bildrechte: Marko Förster

Kein generelles Betretungsverbot der Wälder

Für andere Wälder von Sachsenforst gebe es hingegen kein generelles Betretungsverbot infolge von Sturmfolgen, so Coordes. Sachsenforst empfehle jedoch aktuell noch, auf Waldspaziergänge zu verzichten. Es lägen noch viele lose Äste in den Bäumen, die bei leichtem Wind herunterfallen könnten.

Aktuell seien die Waldarbeiter mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Wo Arbeiten stattfinden, seien die Bereiche abgesperrt. Zuerst sei der Verkehrssicherungspflicht entlang von Straßen nachgekommen und ausgewiesene Rettungswege in den Wäldern beräumt worden.

Feuerwehr beseitigt bei Straufhain herabgefallene Äste von Straße
Stark belaubte Äste hat der Sturm komplett abgerissen. Bildrechte: MDR/News5

Schäden blieben "überschaubar"

Die Schäden seien im Vergleich zum Herbststurm "Herwart" vor vier Jahren für Sachsenforst "überschaubar", sagte Coordes. Es seien keine größere Flächen zerstört. Im Bereich des Nationalparks seien mehr Bäume umgestürzt, etwa solche, die durch Borkenkäfer geschädigt waren und absichtlich nicht entfernt worden waren. Coordes betonte, dass im Bereich von Sachsenforst beim Sturm keine Menschen zu Schaden gekommen seien.

Wege in Wettinischen Wäldern wieder frei

Im Wettinischen Forst im Landkreis Meißen sind seit Montag alle Wege wieder freigegeben. Besitzer Daniel von Sachsen sagte MDR SACHSEN, auch bei ihm habe der Sturm vergleichsweise geringe Schäden angerichtet. Vor allem trockene Äste und Triebe von Fichten seien abgerissen worden. Zudem habe der Sturm einzelne stark belaubte, aber gesunde Bäume umgerissen. Von Sachsen geht davon aus, dass nur wenig mehr Windgeschwindigkeit für potenziell höhere Schäden gesorgt hätte. Dennoch rät der Waldbesitzer derzeit noch vom Pilzesuchen abseits der Wege ab.

Stadt Leipzig weiter mit Schadenaufnahme beschäftigt

Auch die Kommunen sind mit Sturmschäden weiter beschäftigt. Zu den Schäden in den Park- und Grünanlagen und dem Stadtwald von Leipzig lägen "derzeit noch keine validen Ergebnisse vor", hieß es aus dem Rathaus. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer sei nach wie vor noch mit der Aufnahme der Sturmschäden beschäftigt.

Um die Beseitigung der Sturmschäden kümmerten sich Unternehmer, Bauhöfe und der Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig, hieß es. Das angefallene Holz wird auf Lagerplätzen entsorgt und als Energieholz genutzt.

Aufgrund der flächendeckend über das gesamte Stadtgebiet zu verzeichnenden Sturmschäden werden die Aufräumarbeiten sowohl in den Park- und Grünanlagen als auch im Stadtwald noch mehrere Wochen dauern. Es wird daher weiterhin zu erhöhter Vorsicht unter Bäumen und in Wäldern gemahnt, da es immer noch zu herabstürzenden Ästen oder Bäumen kommen kann.

Stadtverwaltung Leipzig

Ein erster Überblick zeige, dass es trotz der extremen Wettersituation am vergangenem Donnerstag recht glimpflich ausging, da nur Sachschäden zu verzeichnen sind, Personenschäden gab es nicht.

Dresden arbeitet Schadensmeldungen ab

In der Landeshauptstadt Dresden gibt es kein generelles Betretungsverbot für Grünanlagen oder städtische Wälder. Punktuell seien besonders gefährdete Bereiche zum Beispiel mit rot-weißem Flatterband markiert, hieß es aus dem Rathaus. "Insbesondere das Verlassen der Wege birgt ein hohes Risiko."

Es lägen der Stadt momentan mehr als 150 Schadensmeldungen für Straßen und Grünanlagen vor, die geprüft und werden müssen. Auch neue Meldungen kämen noch dazu. Man rechne damit, dass die Aufräumarbeiten noch einige Zeit andauern.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 26. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Maria A. vor 6 Wochen

Schließe mich an. Ebenfalls ein Lob bei dieser Gelegenheit allen Fleißigen, die sich, ohne jegliche Gegenleistung zu erwarten, trotzdem immer wieder dazu aufraffen, illegal entsorgten Müll einzusammeln, damit er ordnungsgemäß beseitigt werden kann. Schöne Woche allerseits.

SGDHarzer66 vor 6 Wochen

Ein großes Lob an die Einsatzkräfte, welche städtisch finanziell viel mehr unterstützt werden müssten.

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