Amtsantritt Susann Rüthrich ist die erste Kinder- und Jugendbeauftragte in Sachsen

Im Koalitionsvertrag der schwarz-rot-grünen sächsischen Landesregierung wurde 2019 vereinbart, dass es eine Kinder- und Jugendbeauftragte geben soll. Jetzt hat die SPD-Politikerin Susann Rüthrich dieses Amt angetreten.

Susann Rüthrich
Die SPD-Politikerin Susann Rüthrich ist jetzt Kinder-und Jugendbeauftragte Sachsens. Bildrechte: dpa

Susann Rüthrich ist zur ersten sächsischen Kinder- und Jugendbeauftragten ernannt worden. Wie das sächsische Sozialministerium mitteile, hat sich Rüthrich in einem Bewerbungs- und Auswahlverfahren gegen mehrere Mitbewerber und Mitbewerberinnen durchgesetzt. Im Koalitionsvertrag der schwarz-rot-grünen Landesregierung von 2019 war vereinbart worden, die Stelle zu schaffen. Die 43 Jahre alte SPD-Politikerin war bis 2021 Bundestagsabgeordnete und verzichtete zugunsten ihrer Bewerbung für das Amt auf einen Listenplatz ihrer Partei für die kommende Legislaturperiode.

Sozialministerin Köpping: Rechte von Kindern stärken

Sozialministerin Petra Köpping geht davon aus, dass Kinder und Jugendliche so mehr Gehör in der Politik finden. "Ihre Rechte werden in Sachsen nachhaltig und langfristig gestärkt, nicht nur am Kindertag. So können sie ihr Sachsen selbst mitgestalten." Die neue Kinder- und Jugendbeauftragte Rüthrich will bestmögliche Rahmenbedingungen für das gute Aufwachsen von allen Kindern schaffen. "Mein Ziel ist es, dass alle Kinder bei uns in Sachsen geschützt sind, gefördert werden und sich beteiligen können." Das sei ihr Recht.

Kinder-und Jugendbeauftragte soll Netzwerke schaffen

Zunächst soll eine sogenannte Sachstandsanalyse zur Umsetzung der Kinderrechte erarbeitet werden. Danach will Rüthrich verbindliche Maßnahmen unterstützen, die eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungen ermöglichen sollen. Weitere Schwerpunkte sieht sie in der Prävention von sexueller und sexualisierter Gewalt, Missbrauch und Misshandlung. Dazu soll eine Zusammenarbeit verschiedener Ministerien und die Vernetzung mit freien Trägern, und den kommunalen und staatlichen Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe sowie des Kinderschutzes erreicht werden.

Zur Person Susann Rüthrich wurde am 21. Juli 1977 in Meißen geboren. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern in Klipphausen. Die Politikwissenschaftlerin engagierte sich seit dessen Gründung im Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) und arbeitete als Geschäftsführerin der Courage-Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V. im regionalen NDC-Verein. In der Zeit von 2013 bis 2021 war sie Mitglied im Deutschen Bundestag. Sie war die Kinderbeauftragte der SPD-Fraktion und leitete die Querschnittsarbeitsgruppe "Strategien gegen Rechtsextremismus" der SPD-Bundestagsfraktion. Sie war Mitglied im Ausschuss Familie, Senioren, Frauen und Jugend, stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss und vertrat die SPD-Fraktion in der Kommission zur Wahrung der Belange der Kinder ("Kinderkommission") des Bundestages. Im 2. NSU-Untersuchungsausschuss war sie als stellvertretende Vorsitzende tätig. Ehrenamtlich ist Susann Rüthrich seit ihrer Jugend in Vereinen und Projekten zur Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie in der Jugendverbandsarbeit engagiert. Quelle: Sozialministerium Sachsen

Sächsisches Staatsministerium für Soziales in Dresden
Die Kinder- und Jugendbeauftragte Sachsens ist beim Sozialministerium des Freistaates angesiedelt. (Archivbild) Bildrechte: imago images / Dehli-News

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 14. November 2021 | 13:00 Uhr

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