Gedenken an Kriegsende Blumen- und Kranzniederlegung in Sachsen zum Tag der Befreiung

Zum Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 sind an verschiedenen Orten in Sachsen am Sonnabend Kränze und Blumen niedergelegt worden. Anlässlich des Gedenktages rief Sachsens Sozialministerin Petra Köpping zum Widerstand gegen antidemokratische Bestrebungen auf.

Gedenken zum Tag der Befreiung in Chemnitz
Zum 76. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus hat die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Chemnitz zum Gedenken auf den Sowjetischen Ehrenfriedhof eingeladen. Bildrechte: Harry Härtel/haertelpress

In mehreren Städten in Sachsen ist am Sonnabendvormittag an das Ende und die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert worden. Da coronabedingt öffentliche Gedenkveranstaltungen nicht möglich sind, wurden an verschiedenen Gedenkorten in aller Stille Blumen und Kränze niedergelegt. Am Ehrenmal für die militärischen und zivilen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges aus der ehemaligen Sowjetunion in Leipzig gedachten Oberbürgermeister Burkhard Jung und der Generalkonsul der Russischen Föderation in Leipzig, Andrey Y. Dronov, gemeinsam. Linke-Kommunalpolitiker trafen sich in Dresden an dem 1945 entstandenen Sowjetischen Ehrenmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee vor dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr im Norden der Stadt. In Chemnitz haben etwa 100 Menschen auf dem sowjetischen Friedhof im Ortsteil Reichenhain des Kriegsendes vor 76 Jahren gedacht.

Köpping ruft zum Widerstand gegen Antidemokraten auf

Sachsens für gesellschaftlichen Zusammenhalt zuständige Sozialministerin Petra Köpping rief anlässlich des Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus zum Widerstand gegen antidemokratische Bestrebungen auf. "Verbunden mit dem heutigen Gedenken an die Opfer des Krieges und des nationalsozialistischen Regimes ist auch das Bewusstsein für die Aufgabe, die wir als Generation übernommen haben", sagte die SPD-Politikerin in Dresden.

Es ist unsere Pflicht, uns Hass und Hetze, Fremdenfeindlichkeit und antidemokratischen Bestrebungen entgegenzustellen.

Petra Köpping Sozialministerin Sachsen

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, kommt vor Beginn der Sitzung des Sächsischen Landtages in den Plenarsaal.
Der 8. Mai 1945 markiert laut Köpping das Ende eines Krieges, "der unvorstellbares Leid über die Menschen brachte und zugleich das Ende des Massenmordes an den europäischen Juden und der systematischen Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma." Bildrechte: dpa

"Nazionalsozialitische Verbrechen nicht vergessen"

Auch Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch mahnte, die Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg beizubehalten. Die Gedenkstättenarbeit sei "unverzichtbar, um aus der Geschichte zu lernen", sagte sie am Freitag. "Erinnerungskultur hilft uns dabei, die Grausamkeit der nationalsozialistischen Verbrechen nie zu vergessen."

Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende gegangen, der im September 1939 mit dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen begonnen hatte. Rund sechs Millionen Juden wurden von den Nazis ermordet, insgesamt starben im Kriegsverlauf 55 bis 60 Millionen Menschen.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | In den Nachrichten | 08. Mai 2021 | 11:00 Uhr

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